Schiesserei: Schütze von Orlando ist laut der Polizei tot

12.06.16, 13:28

Bei den Schüssen in einem Schwulenclub im US-Staat Florida hat es «sehr viele Opfer» gegeben. Das teilte die Polizei von Orlando auf Twitter mit. Sie sprach ausserdem von einem «toten Schützen» in dem Club.

Die Polizei liess zunächst aber offen, ob es möglicherweise mehr als einen Täter gab. Einzelheiten wurden von einer für 7.00 Uhr Ortszeit (13 Uhr MESZ) angekündigten Medienkonferenz erwartet.

Der oder die Schützen hatten das Feuer kurz vor Schliessung des Clubs «Pulse» um etwa zwei Uhr am Sonntagmorgen eröffnet. Den Augenzeugenberichten zufolge waren viele Menschen noch am Tanzen, als die Schüsse fielen. Der Club selber rief auf Facebook zur Flucht auf: «Verlasst Pulse und rennt.»

Der Augenzeuge Ricardo Negron sagte im Sender Sky News, als die Schüsse begannen, hätten sich die Leute auf den Boden geworfen. Offenbar habe der Angreifer in die Decke geschossen. Glas zerbrechender Lampen sei herabgefallen.

«Dann gab es eine kurze Pause bei den Schüssen, und einige von uns sind aufgestanden und zu Hinterausgang gerannt», sagte Negron. Augenzeugen berichteten von Dutzenden Schüssen in schneller Reihenfolge.

«Überall Blut»

«Ich sah keinen der Schützen. Ich sah nur Körper fallen», berichtete der Clubbesucher Christopher Hanson, der zu Beginn der Schiesserei gerade an der Bar ein Getränk bestellte, dem Sender CNN.

Er sei hingefallen und mit anderen Besuchern zum Hinterausgang gekrochen, um sich in Sicherheit zu bringen. «Als ich auf die Strasse gelangte, waren da Leute, überall Blut», sagte Hanson.

Viele flohen aus dem Gebäude, das Fernsehen zeigte Opfer, die von Clubbesuchern aus dem Gebäude und in Autos getragen wurden. Manche hatten Blut auf ihrer Kleidung. Vor mehreren Spitälern warteten Freunde und Angehörige der Opfer, eine Mutter sagte weinend: «Mein Sohn ist hier. Ich weiss nicht, wie es ihm geht.»

Die Polizei zündete schliesslich vor dem Nachtclub eine «kontrollierte Explosion». Rund vier Stunden nach Beginn der Schiesserei meldete die Polizei den Tod des Schützen.

Das Gelände des Clubs war sofort nach den Schüssen weiträumig abgesperrt worden. Die örtlichen Einsatzkräfte wurden von FBI-Bundespolizisten unterstützt. Auch Bombenspürhunden wurden auf dem Gelände eingesetzt. Spekulationen, wonach der oder die Täter eine Bombe bei sich getragen hätten, wurden zunächst nicht bestätigt.

Ausgelöst wurden sie von einer Explosion, die gegen 5.00 Uhr morgens zu hören war. Die Polizei twitterte dann aber, es habe sich um eine von Einsatzkräften herbeigeführte kontrollierte Explosion gehandelt.

Täglich Schiessereien

Der Vorfall ereignete sich nur zwei Tage, nachdem in Orlando die Sängerin Christina Grimmie nach einem Konzert erschossen worden war. Laut der Polizei tötete ein 27-Jähriger die 22-jährige Musikerin am Freitagabend bei einer Autogrammstunde, bevor er sich selbst das Leben nahm. Seine Motive waren unklar. Grimmie war durch die US-Castingshow «The Voice» bekannt geworden.

In den USA gibt es fast täglich Schiessereien. Seit Jahresbeginn wurden laut der Internetseite Gunviolencearchive.org bereits mehr als 5800 Menschen durch Schusswaffen getötet, während mehr als 23'000 Vorfälle mit Schusswaffen gezählt wurden. Trotz der hohen Opferzahl hat die mächtige Waffenlobby bisher eine von US-Präsident Barack Obama angestrebte Verschärfung des Waffenrechts verhindert. (sda/dpa/afp)

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