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Die Minensucher von Kambodscha verlieren eines ihrer grössten Talente.
Die Minensucher von Kambodscha verlieren eines ihrer grössten Talente.
Bild: keystone
Good-News

Kein Tier hat mehr Minen aufgespürt – nun geht Helden-Ratte in Pension

08.06.2021, 14:5709.06.2021, 07:35

Nach einer fünfjährigen Karriere als Minenschnüfflerin geht die weltbekannte Riesenhamsterratte Magawa in Rente. Das teilte die zuständige gemeinnützige Organisation Apopo mit. Magawa blickt auf eine überaus erfolgreiche Karriere als Minensuchratte zurück. Während ihrer aktiven Jahre in Kambodscha hat Magawa 71 Landminen und dutzende weiterer Sprengmittel erschnüffelt.

In dieser Zeit hat die Riesenhamsterratte rund 225'000 Quadratmetern abgesucht, eine Fläche grösser als der Kanton Zug. Doch nun merke man Magawa ihr Alter langsam an, wie ihre Betreuerin Malen gegenüber der BBC erklärt. Zwar verrichte das Tier seine Arbeit noch immer zuverlässig, werde aber immer langsamer.

«Magawas Leistung bleibt ungeschlagen, und ich bin stolz, Seite an Seite mit ihr gearbeitet zu haben. Sie ist klein, aber sie hat dazu beigetragen, viele Leben zu retten und uns ermöglicht, unserem Volk so schnell und kostengünstig wie möglich das dringend benötigte sichere Land zurückzugeben.»
Magawa bei der Arbeit.
Magawa bei der Arbeit.
Bild: keystone

Als Magawa noch in Topform war, hat sie die Fläche eines Tennisplatzes (ca. 689 Quadratmeter) in nur 20 Minuten abgesucht. Ein Minensuchspezialist mit einem Metalldetektor würde dafür – je nach Gelände – ein bis vier Tage benötigen. Für ihre ausserordentliche Leistung hat die britische Tierrechtsorganisation People's Dispensary for Sick Animals (PDSA) Magawa mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Die Bedeutung dieser Medaille wird mit dem Georgs-Kreuz, dem höchsten britischen Zivilorden für Menschen, gleichgesetzt.

Bild: keystone

Riesenhamsterratten werden mit Schwanz rund 70 Zentimeter lang und wiegen 1,2 Kilogramm. Durch ihr geringes Gewicht lösen sie Landminen nicht aus, wenn sie über diese laufen. Die Tiere sind darauf trainiert eine chemische Verbindung im Sprengstoff zu erkennen. Dadurch ignorieren sie den Metallschrott und können schneller nach Minen suchen. Sobald sie einen Sprengstoff finden, kratzen sie an der besagten Stelle, um ihre menschlichen Kollegen zu alarmieren.

Bevor Magawa definitiv ihren Ruhestand geniessen kann, bleibt sie allerdings noch wenige Wochen als Mentorin für die neuen Minensuchratten im Einsatz. Arbeit haben diese genug, denn in Kambodscha liegen schätzungsweise noch bis zu sechs Millionen explosive Mittel in der Erde. (pls)

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