Nationalbank
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Nationalbank-Präsident warnt vor Annahme der Vollgeld-Initiative



Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht angesichts der fortwährenden Schuldenkrise in Griechenland weiterhin hohe Risiken für die Finanzmärkte. In ihrem Basis-Szenario geht die Nationalbank weiterhin nicht von einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone aus, doch sollte es dazu kommen, ist mit Erschütterungen am Markt zu rechnen, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Donnerstag nach dem Mediengespräch gegenüber AWP Video.
<p>"Die Krise in Griechenland beobachten wir genau und bereiten uns auf verschiedene mögliche Entwicklungen vor", sagte Jordan weiter. Falls es zum Grexit komme, könnte die SNB entsprechend an den Devisenmärkten intervenieren oder sonstige Massnahmen treffen.</p>
<p>Ob es in einem solchen Fall zur Einführung von Kapitalverkehrskontrollen kommt und was er von der von Ökonomen vorgeschlagenen Abschaffung des Bargeldes hält, dies erläutert der SNB-Präsident im Video-Interview.</p>

SNB-Präsident Thomas Jordan: «Enorm grosses Vertrauen» in die Institution Nationalbank. Bild: k23video://11692916/d1712f562951924769a8e62c829f1f8b

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) spricht sich in einem Zeitungsinterview mit dem «Tagesanzeiger» erneut dezidiert gegen die am 10. Juni zur Abstimmung anstehende Vollgeldinitiative aus. Die Initiative und die eingebrachten Vorschläge seien äusserst problematisch, sagte Thomas Jordan.

«Eine Annahme der Initiative würde dazu führen, dass die Umsetzung der Geldpolitik erschwert würde – wie auch das Funktionieren der gesamten Wirtschaft», warnte der SNB-Präsident in einem am Dienstagabend publizierten Interview.

Vollgeld-Befürworter leisten sich Ausrutscher im Abstimmungskampf:

Die Schweiz habe ein im internationalen Vergleich sehr gutes Bankensystem, eine gute Überwachung, und die Regeln für Banken seien überdurchschnittlich verstärkt worden.

«Diese Kreditzyklen und Blasen in der Wirtschaft können völlig unabhängig davon entstehen, ob wir Vollgeld haben oder nicht.»

Dass die Schweiz überhaupt über das Thema Vollgeld abstimmt, ist laut Jordan Ausdruck des «enorm grossen» Vertrauens in die Nationalbank als Institution. «Man will uns mehr Aufgaben zuteilen und möchte, dass nur die SNB Geld schöpfen kann.»

Finanzkrisen auch ohne Vollgeld möglich

Mit der Vollgeldinitiative wollen die Initianten verhindern, dass die Banken zu viel Geld für negative Entwicklungen in die Wirtschaft pumpen, so dass sich etwa gefährliche Blasen an den Kapital- oder Immobilienmärkten bilden.

«Diese Kreditzyklen und Blasen in der Wirtschaft können völlig unabhängig davon entstehen, ob wir Vollgeld haben oder nicht», entgegnete Jordan der Kritik. Als Beispiel diene die Finanzkrise vor gut zehn Jahren. Da seien nicht Bankkredite, sondern vielmehr der Finanzmarkt das Problem gewesen.

Keinen Schimmer von Vollgeld? Hier erhältst du den Durchblick:

Hypotheken seien gebündelt und in Form von Wertpapieren an den Markt gebracht worden, erklärte Jordan. Als die Papiere nicht mehr durch den Wert der ihnen zugrunde liegenden Immobilien gedeckt waren, hätten die Investoren den Schaden eingefahren.

Die bei der Vollgeldinitiative im Zentrum stehenden Kundeneinlagen, durften die während der Finanzkrise im Zentrum gestandenen US-Investmentbanken damals gar nicht annehmen, unterstreicht der SNB-Präsident.

Zinsen würden steigen

Sollte die Initiative angenommen werden, dann dürften die Banken die in Form von Kontokorrentguthaben zur Verfügung stehenden Mittel nicht mehr produktiv einsetzen, so Jordan. «Es wird Sand ins Getriebe gestreut und die Kreditvergabe erschwert. Die Zinsen würden steigen.»

Die Art und Weise, wie die SNB die Geldpolitik betreibt, wäre mit Annahme der Initiative eingeschränkt. Und sie würde zu einer Verpolitisierung der Nationalbank führen, warnte Jordan.

Geldpolitik ist angemessen

Jordan äusserte sich überdies auch noch zur aktuellen Frankenstärke gegenüber dem Euro. Die Gemeinschaftswährung ist am Dienstag unter 1,15 Franken gerutscht.

«Die Entwicklung in den vergangenen Tagen zeigt auf, dass die Lage an den Devisenmärkten weiterhin fragil bleibt», sagte Jordan. Er versicherte aber, dass die Geldpolitik der SNB mit dem Negativzins und der Bereitschaft, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, dieser Fragilität Rechnung trage. (wst/sda/awp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • the_Renegade 30.05.2018 12:15
    Highlight Highlight Das zeigt ja genau auf, das es diese Initiative braucht. Damit alle Einlagen sicher sind! Herr Jordan sagt nichts anderes als das die Annahme nicht vor einer erneuten Finanzkrise schützen. Sehr gut erkannt, aber unser aller Geld ist sicher. Das vergisst er zu erwähnen. Er weisst darauf hin das damals in der Krise die Einlagen nicht angelangt wurden, aber eine Garantie dafür gab es nicht. Nebst dem hat man mit Steuergeldern die maroden welche "Too-Big-to-fail" waren gerettet. Hat er das erwähnt? Nein. Wenn Vollgeld, dann kann man diese Banken auch insolvent gehen lassen, wenn sie Mist bauen.
  • peak fast alles 30.05.2018 11:49
    Highlight Highlight lieber herr Jordan.
    sie tun so, als ob bei uns alles ok ist - ähnlich wie dies der schuldenminister vorspielt (absolut top seriöse banken). 2008 hätte man die (in ausländischen händen befindliche) ubs sausen lassen können, hätten wir vollgeld gehabt, weil die privatkonten mit echten, gesetzlichen CHF ausserhalb der bilanz geschützt gewesen wären.
    sie wollen uns FAKE-Money zumuten - das freut die GROSSEN und schwächt die KMU's.
  • Hades69 30.05.2018 10:18
    Highlight Highlight Wer soll unser Geld herstellen? Die nationale SNB oder die kapitalistische Wirtschaft?
  • D(r)ummer 30.05.2018 10:07
    Highlight Highlight Ja liebe Banker, dann schaut, dass ihr euer System in den Griff bekommt.

    Eigentlich seid ihr Dienstleister, aber mittlerweile habt ihr euch eine Parallelwelt aufgebaut die die Realwirtschaft nur noch ver*rscht.

    Es hat euch niemand gebeten, das ganze System so dermassen kompliziert zu gestalten.
  • Matthias_Ulrich 30.05.2018 09:58
    Highlight Highlight Thomas Jordan will uns verwehren, was er selber hat: Vollgeld. Er selbst hat nämlich ein Konto bei der SNB. Darauf ist gesetzliches Buchgeld (rechtlich identisch mit Bargeld), 100% sicher, dazu verzinst - was ich nicht einmal bei Annahme der VGI hätte.
    Wieso darf also Herr Jordan auf seinem Konto 100% sicheres Vollgeld haben, während wir Bürger uns nach seiner Ansicht gefälligst mit zweitklassigem Buchgeld zu begnügen haben? Jordan predigt Wasser und trinkt Wein... Mit Verlaub: Seine Äusserungen sind eine Verhöhnung jedes einzelnen Bürgers hierzulande.
    • Bronko 30.05.2018 11:55
      Highlight Highlight Wenige haben im Banken- und Finanzbusiness den Durchblick, was die Finanzbranche auch schamlos ausnutzt und schon immer zur Strategie gehört hat. Darum find ich dein Engagement super nötig und richtig. Uaufgeregtes Paroli bieten ohne Parolen und Aufklären mit eiskalten Fakten. Danke dafür, Mätthi!
    • the_Renegade 30.05.2018 12:16
      Highlight Highlight und vorallem sind sie noch nicht mal die halbe Wahrheit!
  • Postman 30.05.2018 07:57
    Highlight Highlight Wir kennen langsam die Desinformation alle 2 Tage von Herrn Jordan.
    Fakt ist, dass das derzeitige Schuldgeld-System an der Klippe steht (die Euro-Krise wird voll zurückkommen) und dass die "Verbesserungen" der Finanz-Eliten & Politik völlig unzureichend sind, um unser aller Geld zu schützen. Da helfen auch keine Märchen von sicheren 100'000.-
    Wir können weiter glauben und beten oder mit Vollgeld-Konten unser Geld für die Krise sicher machen.
    Wenn Privatbanken weiter Geld schöpfen, schaufeln wir am Grab unserer Demokratie und unseres Wohlstandes, weil die Umverteilung weitergeht.
    Vollgeld JA !
  • Schneider Alex 30.05.2018 06:10
    Highlight Highlight Ist die Aufblähung der SNB-Bilanz nicht das grössere Experiment als die Vollgeld-Initiative?

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