Opferzahl steigt: Kolumbiens Regierung weitet Nothilfe aus

04.04.17, 05:32

Die Zahl der Opfer nach den verheerenden Erdrutschen in der kolumbianischen Stadt Mocoa ist nach neuesten Behördenangaben auf 262 gestiegen. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos weitet die Hilfsmassnahmen aus.

Das Kabinett beschloss am Montagabend (Ortszeit) einen ökonomischen, sozialen und ökologischen Notstand - damit können weitere Finanzhilfen schneller bewilligt werden.

Santos ernannte Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas zum Beauftragten für den Wiederaufbau. Die Regierung genehmigte die Freigabe von 40 Milliarden Pesos (rund 13 Millionen Franken) für die nationale Katastrophenschutzbehörde UNGRD.

Unter den Todesopfern waren 43 Kinder. Rund 250 Personen seien verletzt worden und mehr als 200 weitere würden vermisst, hiess es von den Behörden.

385 Ortschaften in Gefahr

Insgesamt seien rund 45'000 Menschen von den Schlammlawinen und ihren Folgen betroffen. Am Montag gab es in Mocoa weiterhin kein fliessendes Wasser und rund 80 Prozent der Bevölkerung waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Präsident Santos versprach einen Energieplan sowie den Bau neuer Wasserleitungen, Spitäler und Wohnhäuser.

Sintflutartige Regenfälle hatten am Freitagabend Schlammlawinen in Mocoa ausgelöst. Sie wälzten sich durch die Strassen und rissen ganze Häuser, zwei Brücken, Autos und Bäume fort.

Laut einer Studie, die Kolumbiens Universidad Nacional am Montag veröffentlichte, könnten sich derartige Katastrophen in hunderten weiteren Orten des Landes wiederholen. «Wenn keine wirksamen Massnahmen ergriffen werden, kann sich der bedauernswerte Fall in Mocoa in 385 (Orten) im Einflussgebiet von Flüssen wiederholen», erklärte die Universität. Diese Gefahr betreffe Ortschaften im Zentrum und Süden Kolumbiens, erklärte der Geologe Germán Vargas Cuervo. (sda/dpa/afp)

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