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epa08248502 (FILE) Welsh singer Duffy performs on stage during the Moon and Stars festival in Locarno, Switzerland, 13 July 2009 (reissued 26 February 2020).  Grammy award-winning singer Duffy has revealed she was drugged and raped after being held captive by an attacker, as announced in her Instagram post 26 February 2020.  EPA/SAMUEL GOLAY *** Local Caption *** 01793732

Duffy im Jahr 2009 in Locarno. Bild: EPA

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«Immer wieder unter Drogen gesetzt»: Duffy spricht über ihre Entführung und Vergewaltigung



Als sich Sängerin Duffy im Februar 2020 ganz plötzlich auf Instagram wieder mit einem Post an ihre Fans richtete, war die Aufregung gross. Die mittlerweile 35-Jährige hatte nichts Gutes über die vergangenen zehn Jahre zu berichten. Mit ihrem grossen Hit «Mercy» im Jahr 2008 schaffte sie den Durchbruch und es sah ganz danach aus, als würde eine grosse Karriere vor ihr liegen.

Doch drei Jahre später wurde es plötzlich ruhig um sie. Neun Jahre lang liess Duffy gar nichts von sich hören – bis zum besagten Instagram-Post in diesem Jahr. Und darin erklärte sie:

«Ich wurde vergewaltigt, unter Drogen gesetzt und mehrere Tage gefangen gehalten.»

Sie habe zwar überlebt, brauchte aber lange, um das Erlebte zu verarbeiten. Sie kündigte an, bald ausführlich in einem Interview über ihre Entführung zu sprechen.

Und genau das tat sie nun. Auf Instagram verwies sie auf die Webseite «duffywords.com», wo sie einen sieben Seiten langen Text veröffentlicht hat, der schockierende Details ihrer Entführung bereithält.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

With love, duffywords.com

Ein von @ duffy geteilter Beitrag am

Dem Text zufolge passierte die Entführung an ihrem Geburtstag, einem 23. Juni. Nur die Jahreszahl nannte sie nicht. Was sie dann schildert, ist erschreckend:

«Ich wurde in einem Restaurant unter Drogen gesetzt, ich wurde dann für vier Wochen immer wieder unter Drogen gesetzt und bin in ein anderes Land gereist. Ich kann mich nicht daran erinnern, in ein Flugzeug gestiegen zu sein – aber kam auf der Rücksitzbank eines Fahrzeugs zu Bewusstsein.»

Sie sei dann in ein Hotel gebracht und dort vergewaltigt worden. Sie könne sich an den Schmerz erinnern und wie sie danach versucht habe, bei Bewusstsein zu bleiben.

Keine Papiere und kein Geld

Einen weiteren Tag habe sie mit ihrem Peiniger in dem Hotel ausharren müssen, dann flog sie mit ihm zurück. Im ersten Moment fragt man sich als Leser wohl vor allem, warum hat sie nicht versucht, aus dem Hotel zu fliehen? Genau das erläutert sie ebenfalls: Sie habe zwar darüber nachgedacht, wegzurennen, während er schläft, hatte dann aber die Befürchtung, dass er die Polizei rufen und die sie dann aufspüren könne. Ausserdem hatte sie weder Papiere noch Geld dabei. Also blieb sie und flog einen Tag später wieder mit ihm zurück.

Sie versuchte, sich so normal zu verhalten, wie man sich in so einer Situation eben verhalten könne. Dabei hatte sie Todesangst:

«Er machte unterschwellige Anmerkungen, mich töten zu wollen. Mit der letzten Kraft, die ich noch hatte, sagte mir mein Instinkt zu laufen – irgendwohin zu laufen und etwas zu finden, das er nicht aufspüren kann.»

Die Zeit nach dem Martyrium

Und genau das tat sie dann. Zur Polizei wollte sie nicht, sie vertraute sich stattdessen später einer Psychologin an, die ihr «das Leben rettete».

Warum Duffy im Ausland nicht mehr unter Drogen gesetzt wurde? Das erklärt sich die Sängerin damit, dass ihr Peiniger die Drogen vermutlich nicht mit ins Ausland nehmen konnte. Denn zuvor war sie vier Wochen lang quasi durchgängig mit Drogen betäubt worden, kann sich an kaum etwas erinnern. Selbst ob sie damals bereits vergewaltigt worden war, wisse sie nicht, wie sie schreibt.

Nachdem sie die Kraft hatte zu fliehen, sei sie wochenlang allein geblieben. Ausserdem habe sie sich in den ersten drei Jahren nach der Entführung nirgends sicher gefühlt und sei deswegen fünfmal umgezogen.

Neue Musik veröffentlicht

Warum sie ausgerechnet jetzt, in Zeiten der Corona-Krise, von ihrem Martyrium erzählt? Ihrer Meinung nach gibt es wohl keinen richtigen Zeitpunkt dafür, aber sie wolle anderen damit helfen, die ähnlich gelitten haben.

Mehr will sie zu den Vorfällen jedoch nicht sagen. «Ich werde keine weiteren unangekündigten Mitteilungen dazu machen. Und auch wenn es befreiend war, endlich zu sprechen und zu singen, werde ich nun wieder in die Stille zurückkehren», erklärte Duffy. Denn: «Ich bin frei.»

Ob sie auch musikalisch weiterhin ruhig angehen lässt, liess Duffy jedoch offen. Allerdings war auf BBC Radio mit «Something Beautiful» erst kürzlich ein neuer Song von ihr zu hören. (jei/watson.de)

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Freischütz 08.04.2020 06:33
    Highlight Highlight Ich habe einfach einen komischen Nachgeschmack bei dieser Geschichte..... Ein bisschen zu krud die Story...
  • Hoci 06.04.2020 20:33
    Highlight Highlight Richtig schlimm.
    Und sehr mutig, dass sie darüber öffentlich geredet hat.
    Ich hoffe der Typ wird lebenslänglich verurteilt und kommt zu Vergewaltigern die sich auf Frischfleisch freuen.
  • Bolly 06.04.2020 17:24
    Highlight Highlight Niemand hat so erkannt, denke schon das es privat sein musste. Wenn man fliegt braucht man doch auch einen Ausweis, usw. Kontrolle gibt es doch überall.
    Was ist mit dem passiert? Wurde er verhaftet? Wie kann sie jetzt frei sein? Her dir sonst keine Familie? Ich dachte damals noch, Hä auf einmal hört man nichts mehr von ihr. Tragisch ist es, auf jeden Fall. 🥺
  • sternsucher 06.04.2020 15:33
    Highlight Highlight Unvorstellbar..... auch, dass niemand gemerkt hat, dass sie Bewusstlos in einen Flieger verfrachtet wurde?! Es sei denn, es war eine Privatmaschine. Dann muss der Kerl viel Geld und Einfluss gehabt haben, deshalb die Angst zu flüchten oder zur Polizei zu gehen.
  • malu 64 06.04.2020 14:19
    Highlight Highlight Seltsame Geschichte! Kennt man sonst nur vom Rotlicht Milieu.
    • Hoci 06.04.2020 20:23
      Highlight Highlight Voll daneben dein Kommentar. Es gibt mehr als genig Entführubgen, einsperren, unter Drogen setzen, Massemvergewaltigung, Vergewalrigung in Ehe und Bekannte, die sich für ein nein nicht interessieren.
      Leider.
      Das du denkst sowas passiert nur im Rotlichtmillieu, zeigt, dass darüber zu wenig offen Geredet, zu wenig Verurteilungen gibt.
      Im Rotlichtmilkieu ist es noch viel sschlimmer mit Versklavung, Kidnapping, Erpressung, vor allem auch im illegalen Bereich inkl. Kinder.
      Das sollten sich Freier vor Augen fphren, und nur zuEinheimischen gehen.
      Auch da nicht wirklich freiwillig selbst ohne Freier.
    • Hoci 06.04.2020 20:39
      Highlight Highlight Nein leider nicht. Es passiert sehr oft Entführung im Keller als Sex Sklavin halten, Verhewaltigung in der Ehe und Bekannte denen ein nein egal ist. Es wird bloss zu wenig darpber gesprochen bzw. Opfershaming und blaming betrieben, sie standardmössig der Lüge bezichtigt, Täter nicht verurteilt und aber dem Opfer ein Maulkorn aufgezwungen während Töter und Männer Mal wieder einen vermeintlichen Fall von falschen Anschuldigungen haben.
      Was im Rotlicht ist noch sehr viel schlimmer. Auch Freier wissen, dass viele ausländische Frauen gekidnapped und dazu brutal erpresst werden, standardmässig.
  • Holunder 06.04.2020 13:23
    Highlight Highlight schräge Geschichte.
    "Sie habe zwar darüber nachgedacht, wegzurennen, während er schläft, hatte dann aber die Befürchtung, dass er die Polizei rufen und die sie dann aufspüren könne."

    In dieser Situation Angst davor, von der Polizei aufgespürt zu werden? Warum dass denn?
    Ob das so ein Stockholm-Syndrom-Ding ist...
    • TanookiStormtrooper 06.04.2020 14:37
      Highlight Highlight Da stellt sich auch die Frage, wo sie denn festgehalten wurde. In einem Land ohne Frauenrechte und bei einem Mann in einer gewissen Position ist es vielleicht durchaus denkbar, dass die Polizei sie dann einfach zurückbringt...
    • Kant 06.04.2020 22:56
      Highlight Highlight Ist es so schwer vorstellbar, dass man während einem traumatischen Erlebnis nicht normal denken kann?
    • Thomas Oetjen 07.04.2020 11:06
      Highlight Highlight Kommt halt auf das Land an.
  • Commander Salamander 06.04.2020 12:59
    Highlight Highlight Unvorstellbar tragisch! Da fehlen einem die Worte...
    • homo sapiens melior 06.04.2020 13:37
      Highlight Highlight Es geschieht tausendfach. Täglich. Überall.
    • Commander Salamander 06.04.2020 14:00
      Highlight Highlight Ja, homo sapiens melior. Aber das macht das Einzelschicksal nicht weniger tragisch.
    • Hoci 06.04.2020 20:32
      Highlight Highlight Nix homo sapiens nur der männliche Teil.
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