Afghanistan
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epa04519786 Afghan police inspect packs of heroine which were confiscated during an operation against smugglers trying to transport the drugs to neighboring Pakistan, in Nangarhar, Afghanistan 08 December 2014. Opium production in South-East Asia increased this year, to three times the levels of 2006, a United Nations report said 08 December. Myanmar remained the area's top producer, second worldwide only to Afghanistan, according to the UN Office on Drugs and Crime.  EPA/GHULAMULLAH HABIBI

Polizei in Afghanistan beschlagnahmt Drogen Bild: GHULAMULLAH HABIBI/EPA/KEYSTONE

Afghanistan

Drogenproduktion hat dramatische Folgen auf das Gebiet



Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) warnt vor dramatischen Folgen der Drogenproduktion für Sicherheit und Wirtschaft in Afghanistan. Die Drogenproduktion habe in mehreren Staaten deutlichen Einfluss auf das Staatsgefüge, schreibt der deutsche Auslandsnachrichtendienst in einer Analyse über den internationalen Rauschgifthandel.

Als besonders negatives Beispiel wird die Lage in Afghanistan genannt, dem grössten Anbauland von Schlafmohn und Heroin-Lieferanten sowie dem weltweit grössten Cannabis-Anbaugebiet. Dort profitierten die islamisch-fundamentalistischen Taliban, heisst in dem Bericht, welcher der Deutschen Presseagentur dpa vorliegt.

«Durch die generierten Gelder werden Patronage-Netzwerke und unterschiedliche bewaffnete Gruppierungen, hier insbesondere auch die Taliban, finanziert, sowie die Korruption im Land massiv gestärkt», heisst es in der BND-Analyse.

Unabhängig von ethnischer, politischer, religiöser oder sozialer Zugehörigkeit profitiere eine Vielzahl von Gruppierungen in Afghanistan von der Drogenproduktion. Der Jahresumsatz des weltweiten Drogenmarkts liege nach UNO-Schätzungen bei rund 390 Milliarden US-Dollar, heisst es weiter. Dies liege im Bereich der fünf grössten Unternehmen der Welt.

Immer neue Schmuggelrouten

Der BND warnt, die Bekämpfung des internationalen Drogenhandels werde «durch die stetig zunehmende Diversifizierung von Schmuggelrouten und die Nutzung der legalen Warenströme erschwert».

Massgeblicher Schmuggelkorridor für Heroin aus Afghanistan nach West- und Zentraleuropa sei die Balkanroute über den Iran, die Türkei und die Balkanstaaten. In den vergangenen Jahren hätten sich zusätzlich zahlreiche Unterrouten gebildet. «So hat sich Ostafrika als wichtige Drehscheibe für den Heroin-Umschlag etabliert.»

Die Drogenlieferungen kämen auf dem Seeweg aus dem Iran und aus Pakistan und würden dann von Flugkurieren oder per Luftfracht nach Europa gebracht, schreibt der BND. Zum direkten Transport des Heroins aus dem Iran und aus Pakistan in westeuropäische Häfen würden zunehmend Container genutzt. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bonifatius 14.12.2014 12:30
    Highlight Highlight Drogen sind also das lukrativste Exportprodukt aus dem krisengeschüttelten Afghanistan. Und "überraschenderweise" profitieren die herrschenden Patronagesysteme (u.a. die Taliban) davon, welche das Zeugs ins reiche Europa/USA transferieren wo es Abnehmer findet. Wäre die Bauernschaft/ das Volk besser dran wenn es Getreide in den billigen Markt werfen würde anstatt Schlafmohnprodukte? Als ob dadurch irgendwelche Probleme des Landes gelöst werden könnten...

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