Justiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIV - ZUR TODESURSACHENSTATISTIK 2015 STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Eine Tonmarke liegt auf einem Sarg im neuen Krematorium auf dem Friedhof am Hoernli in Riehen am Donnerstag, 15. Juni 2017. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Ein Scherz mit einem Bestattungsinstitut kommt einen 17-Jährigen teuer zu stehen.  Bild: KEYSTONE

Teurer Telefonscherz: 17-Jähriger ruft Bestatter an, um Leiche abzugeben

Es sollte lustig sein, doch jetzt muss ein Jugendlicher für seinen Scherz blechen. 3210 Franken insgesamt.

22.04.18, 23:30 23.04.18, 09:26


Er habe die Leiche seiner Frau im Kofferraum und würde diese gerne bei ihm abliefern: Der Scherz am Telefon mit einem Bestattungsbeamten kommt einen heute 18-Jährigen teuer zu stehen. Er muss die Verfahrenskosten in der Höhe von 2810 Franken bezahlen. Das Zürcher Obergericht lehnte seine Beschwerde dagegen ab.

Mit verstellter Stimme sagt er, seine Frau liege tot im Kofferraum.

Der junge Mann hatte am Nachmittag des 22. Juni 2017 beim Inhaber eines Unternehmens für Abdankungen und Trauerfeiern in Zürich angerufen und gefragt, ob er eine Leiche vorbeibringen könne. Mit verstellter Stimme erzählte er dem Bestatter, dass er sich mit seiner Frau gestritten habe und diese nun tot in seinem Kofferraum liege.

Der Bestatter riet dem anonymen Anrufer, sich an die Polizei zu wenden. Der damals noch nicht ganz volljährige Mann wollte dies jedoch nicht und liess nicht locker mit seinem Wunsch, die tote Frau abliefern zu können. Auch auf die Frage, ob es sich beim Anruf um einen Scherz handle, reagierte er nicht.

Bestatter alarmierte die Polizei

Wegen des komischen Gesprächs und der nervösen Art des Anrufers bekam der Bestatter ein ungutes Gefühl und alarmierte die Polizei gleich selber. Weil ein mögliches Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde ein Strafverfahren eingeleitet und die sofortige Überprüfung der Telefonnummer angeordnet.

Die Kosten dafür muss der heute 18-Jährige nun selber übernehmen, wie aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Zürcher Obergerichts hervorgeht. Mit einer Beschwerde hatte er sich gegen die Kostenauflage gewehrt. Diese Beschwerde lehnte das Obergericht nun ab.

Der junge Mann hatte sofort zugegeben, dass es sich um einen schlechten Scherz gehandelt habe.

Der junge Mann war durch die Rückverfolgung des Anrufs aufgeflogen. Er hatte damals sofort zugegeben, den Bestatter angerufen zu haben und erklärt, dass es sich dabei um einen «schlechten Scherz» gehandelt habe. Das Obergericht bezeichnet das Vorgehen des damals Minderjährigen in seinem Urteil als «grobfahrlässig».

Kein harmloser Scherz

Beim Anruf habe es sich nicht um einen «harmlosen Telefonscherz» gehandelt, schreibt das Gericht. Der Mann habe nicht locker gelassen mit seiner Behauptung, eine Leiche im Auto zu haben. Mit dem vorgegebenen Streit mit seiner Frau habe er die ganze Geschichte sogar noch ausgeschmückt.

Zudem hätte er gemäss Obergericht spätestens als der Bestatter die Polizei ins Spiel gebracht hatte, merken müssen, dass dieser die Sache ernst nahm. Mit seinen 17 Jahren und fünf Monaten – also nahezu volljährig – sei er auch in der Lage gewesen, die Folgen seines Verhaltens zu erkennen.

Er bereut den Unsinn und hat sich beim Bestatter dafür entschuldigt.

So hatte der junge Mann kurz nach dem Anruf auch selber gesagt, dass er «diesen Unsinn sofort bereut habe», als er das Ausmass seines Streichs erkannt hatte. Er hatte sich auch beim Bestatter dafür entschuldigt.

Gemäss Strafprozessordnung muss, wer vorsätzlich oder grobfahrlässig die Einleitung eines Strafverfahrens verursacht, die Kosten dafür übernehmen. Das Obergericht stützt deshalb den Entscheid der Staatsanwaltschaft. Neben den 2810 Franken für das Verfahren muss der junge Mann eine Gerichtsgebühr in der Höhe von 400 Franken bezahlen. Urteil ist rechtskräftig. (sda)

Wenn schon in die Pfanne hauen, dann richtig, bitte:

Video: watson

Das hingegen ist kein Scherz, sondern Koks-Werbung aus den 70ern

Das könnte dich auch interessieren:

Migros und Coop sind im Fitnessfieber – und die kleinen Studios leiden

So will eine deutsche Architektin das Meer von Plastik-Müll befreien

1 Hanfsamen provoziert ein Gerichtsverfahren – eine Amtsschimmel-Komödie in 3 Akten

Wenn ich noch einen alten Kerl mit einer jungen Frau vögeln sehe ...

«Die Frage ist nur noch: Wann haben wir die Schmerzgrenze erreicht?»

So (böse) freuen sich Eltern, dass die Kinder wieder in die Schule müssen

In Liverpool muss Schnäppchen-Shaqiri beweisen, dass er der Königstransfer ist

Blutgräfin Báthory, die ungarische Serienmörderin

Aufgepasst, Männer! So vermeidet ihr «mansplaining»

Ronaldo verzückt die neuen Teamkollegen: «Es ist gar nicht möglich, mit ihm mitzuhalten»

Bauern wie zu Gotthelfs Zeiten? Per Initiative ins landwirtschaftliche Idyll

Nach Rausschmiss von «Guardians of the Galaxy»-Regisseur: Darsteller droht Disney

Blochers Zeitungsimperium druckt seinen eigenen Artikel gegen «fremde Richter»

Hipster-Bärte bedrohen die Rasierklingen-Industrie

Wie die Migros das Label-Chaos beseitigen will – und dafür kritisiert wird

So viel Geld macht Ferrari pro Auto – und so viel legt Tesla drauf

Die Erde ist bei Google Maps keine flache Scheibe mehr – das ist wichtiger, als du denkst

18 lustige Fails, die dich alles um dich herum vergessen lassen

Scheidungen sind out – und das hat seine Gründe

«Ich habe keine devote Ausstrahlung»: Tonia Maria Zindel über MeToo, Tod und Rätoromanisch

Wie das Geschwür am Hintern des Sonnenkönigs zum Trend wurde

Das sagt Osama Bin Ladens Mutter über ihren Sohn, den Terrorfürsten

Sie waren vor 10 Jahren unsere grössten Hoffnungen – das wurde aus ihnen

Die 8 grössten Kraftwerke zeigen das riesige Potential von erneuerbaren Energien

7 Mehrtageswanderungen, die sich richtig lohnen 

präsentiert von

Endlich «Weltklasse»: Wie Schalkes Max Meyer bei Crystal Palace statt Barça landete

Bruthitze und Megadürre –  Die Katastrophe von 1540 war schlimmer als der Hitzesommer 2003

Die Frau, die weltbekannt wurde, ohne es zu wissen

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TrustIssues 23.04.2018 07:03
    Highlight Unsere Marcophono Scherze von damals waren etwas harmloser :)
    46 0 Melden
  • 00892-B 23.04.2018 01:00
    Highlight 🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️
    87 6 Melden
  • DerRaucher 23.04.2018 00:35
    Highlight Weiss nicht was dümmer ist, sowas zu machen oder sowas zu machen mit einer Nummer mit der sie dich sofort ausfindig machen.
    202 1 Melden
    • super_silv 23.04.2018 07:50
      Highlight In der Schweiz muss ja seit langem jede Nummer registriert sein. Dann könte man höchstens noch eine ausländische Prepaidkarte kaufen.
      10 1 Melden
    • Slavoj Žižek 23.04.2018 09:05
      Highlight Beim Gemüsehändler um die Ecke, der auch noch Prepaid Sims verkauft, kann man oft bereits aktivierte Sim Karten kaufen.
      12 0 Melden
    • Ökonometriker 23.04.2018 12:38
      Highlight @super_silv: etwas altmodischer könnte man auch einfach eine Telefonkabine verwenden.
      8 0 Melden

1 Hanfsamen provoziert ein Gerichtsverfahren – eine Amtsschimmel-Komödie in 3 Akten

Die Geschichte über ein Strafverfahren wegen eines einzelnen THC-haltigen Hanfsamens.

schreibt Rico Daniel watson. Seine Nachricht trieft vor Schadenfreude. Er hat soeben in einem Verfahren vor Obergericht gegen das Statthalteramt des Bezirks Bülach einen Sieg errungen. Gegen jene Behörde, die vor rund einem Jahr gegen ihn ein Strafverfahren eröffnet hat. Wegen einem einzelnen Hanfsamen. 

findet Rico Daniel, der die amtlichen Dokumente auf seinem Online-Portal bundesmaus.ch veröffentlicht hat. Darunter das Urteil des Obergerichts vom 31. Juli, den forensischen Bericht über …

Artikel lesen