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A trader walks across the partially reopened trading floor of the New York Stock Exchange, Thursday, May 28, 2020. Stocks are pushing higher in morning trading on Wall Street Thursday, extending this week's rally built on hopes for a coming economic revival. (AP Photo)

Die New Yorker Börse. Bild: keystone

Ein Boom mit grotesken Zügen: US-Börsen haben Coronaverluste bereits wettgemacht

An den Aktienmärkten scheint die Pandemie ausgestanden, bevor sie statistisch überhaupt richtig stattgefunden hat.

Daniel Zulauf / ch media



Während sich die Folgen der Pandemie erst so richtig in die europäischen Arbeitsmarktdaten hineinfressen, scheint sie ihren Schrecken in den USA bereits zu verlieren. Zwar ist die Arbeitslosenquote in den USA mit 13.7 Prozent weit höher als zum Beispiel in der Schweiz oder in Deutschland. In zahlreichen europäischen Ländern beziehen viele Menschen Kurzarbeitsentschädigungen.

Doch das scheint für die amerikanischen Anleger von zweitrangiger Bedeutung. Ausschlaggebend ist für sie der Umstand, dass ein Trend zum besseren eingesetzt hat. Hatten zahlreiche Experten damit gerechnet, dass im Mai rund acht Millionen weitere Jobs ausserhalb der Landwirtschaft vernichtet würden, traf das Gegenteil ein: Rund 2.5 Millionen neue Stellen wurden ­geschaffen. Solche positiven Entwicklungen nimmt die US-Börse längst voraus. Seit dem Tief vom 23. März hat der breit gefasste S&P-500-Aktienindex 46 Prozent zugelegt. Am Montag kehrte er auf das Niveau von Anfang Jahr zurück – und hat damit die Coronaverluste vollständig ausgemerzt.

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Rettungspakete der Staaten ­sorgen für Optimismus

Martin Lück, Kapitalmarktstratege für die Schweiz und Deutschland beim Fondsverwalter Blackrock, spricht angesichts der «noch keineswegs überstandenen Viruspandemie» mit inzwischen über 400'000 Toten von einer «fast grotesk» erscheinenden Aktienrally.

Nicht nur er erklärt sie mit der beispiellosen Antwort von Regierungen und Notenbanken weltweit. Mit enormen Hilfsprogrammen versuchen die Staaten ihre Volkswirtschaften vor einer allzu grossen Häufung von Firmenkonkursen und anderen Coronaschäden zu bewahren. Die Notenbanken unterstützen diese Bemühungen, in dem sie für dreistellige Milliardenbeträge Firmenanleihen aufkaufen. Dies verhindert einen Anstieg der Zinsen, der mit Blick auf die gestiegenen Risiken eigentlich angesagt wäre.

Damit nimmt die relative Attraktivität des Aktienmarktes weiter zu. Dies geschieht ungeachtet der hohen Preise, die dort trotz des stark rezessiven ­Umfeldes gezahlt werden. Wie lange dies so bleibt, wird sich weisen. Kapitalmarktstratege Lück glaubt, dass die nächsten Monate aufgrund des offenen Ausgangs der US-Wahlen noch sehr holprig werden könnten.

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