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Ukrainer verliert 0:6, 0:6, ohne zu punkten – warum das alles andere als lustig ist

10.12.2019, 11:0211.12.2019, 03:36

Während die Tennis-Weltelite die letzten Ferientage geniesst oder sich bereits auf die neue Saison vorbereitet, werden auf der ITF-Tour weiterhin Turniere rund um den Globus ausgetragen. Im letzten Monat wurde unter anderem in Katar gespielt und dort geschah Unfassbares.

Der Ukrainer Artem Bahmet kassierte in der Qualifikation zum mit 15'000 Dollar dotierten Turnier gegen den Thailänder Kittin Koaykul (ATP 1369) einen Double Bagel. Doch damit nicht genug: Der 27-Jährige verlor nicht nur 0:6, 0:6, er gewann in den 22 Minuten, die das Match dauerte, keinen einzigen Punkt.

Die Statistiken zum Spiel:

bild: twitter

Wer sich das Video mit den letzten Ballwechseln der Partie zu Gemüte führt, wundert sich kaum. Bahmet traf einfachste Bälle nicht und erweckte den Eindruck, als habe er zuvor noch nie einen Tennisschläger in der Hand gehalten.

Bahmet absolvierte zuvor noch nie ein Tennis-Match auf ITF-Stufe. Er trat zwar unter ukrainischer Flagge an, wird auf der Website des ukrainischen Tennisverbandes jedoch in keiner Rangliste geführt.

Der Auftritt des Amateurs an einem ITF-Turnier ist für den Weltverband aber nicht nur peinlich, sondern durchaus auch problematisch. Die Partie stand nämlich im Angebot von zahlreichen Wettbüros und offenbar gingen prompt auffällig viele Wetten darauf ein, dass Bahmet keinen einzigen Punkt gewinnen würde.

Wie das portugiesische Tennis-Portal «Bola Amarela» berichtet, soll es sich beim Ukrainer um einen Manager eines Wettforums handeln. Mit seinem unrühmlichen Auftritt habe er sich und einem Kollegen den einwöchigen Trip nach Katar ermöglicht. Das wird jedenfalls auf Twitter kolportiert. Dort wird Bahmets Kollege aus Forumseinträgen folgendermassen zitiert:

«In diesem Video ist zu sehen, wie unser Chef Artem ein ITF-Turnier spielt. Artem hatte heute zum ersten Mal einen Tennisschläger in der Hand. Das beste Match unseres Lebens, mein Chef spielt. Übrigens, Artem kennt nicht einmal die Tennisregeln.

Indem wir auf dieses Match gewettet haben, haben wir unseren Zwei-Personen-Trip nach Doha, einen einwöchigen Aufenthalt in einem exzellenten Hotel und weit mehr verdient.»

Bahmet will nächste Woche offenbar erneut ein ITF-Qualifikationsspiel in Doha bestreiten. Nach der grossen Aufregung um den Skandalmatch von Doha droht Bahmet die Teilnahme aber verweigert zu werden. Die Tennis Integrity Unit (TUI) und die International Tennis Federation (ITF) haben sich bislang allerdings noch nicht zum Fall geäussert.

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