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Lindsey Swift (Mitte) lässt sich nicht so einfach unterkriegen.
Lindsey Swift (Mitte) lässt sich nicht so einfach unterkriegen.

«Ein offener Brief an den Idioten, der dachte, es sei okay, mich mit Dicken-Witzen beim Joggen zu stören»

13.08.2015, 11:4714.08.2015, 04:36

Lindsey Swift ist 26 Jahre alt und sie hat einen Plan: Sie will in naher Zukunft einen Zehn-Kilometer-Lauf schaffen. Dass sie dafür erst einmal ein paar Kilos loswerden und hart trainieren muss, ist der Britin völlig klar. Was ihr dagegen nicht ganz bewusst war, ist die Tatsache, dass auf dieser Welt jede Menge Idioten unterwegs sind.

Einem solchen ist sie bei einem ihrer Jogging-Trainings begegnet. Der Mann, der in einem weissen Van an ihr vorbeigefahren ist, hatte nämlich nichts Besseres zu tun, als sarkastische Witze über Swifts Figur zu machen – unter anderem fing er an, Mikas Song «Big Girl – You Are Beautiful» zu singen.

Die 26-Jährige liebt es, zu reisen.
Die 26-Jährige liebt es, zu reisen.

Ein offener Brief für den Idioten

Dass die junge Frau aus Barnsley, South Yorkshire, mindestens genauso viel Sarkasmus auf Lager hat, beweist sie mit ihrem offenen Brief, den sie am darauffolgenden Tag auf ihrem Facebook-Profil gepostet hat und der mit den folgenden Worten beginnt:

«Ein offener Brief an den Idioten, der dachte, es sei okay, mich mit Dicken-Witzen bei meinem gestrigen Lauf zu unterbrechen.»

Mit ihren sehr ehrlichen Worten hat Swift offenbar einen Nerv getroffen, denn der Brief hat sich rasend schnell im Internet verbreitet. Inzwischen wurde er mehr als 13'000 Mal geteilt, zahlreiche Medien haben ihre Geschichte aufgenommen.

Hier der komplette Brief auf Deutsch übersetzt:

«Dein Kommentar war einerseits ein klares Zeichen für deine unglaublich geistreiche Schlagfertigkeit und ausserdem eine Glanzleistung der Situationskomik. Ich bin in der Tat ein grosses Mädchen und ich bin in der Tat schön. Vielen Dank für die Feststellung.

Ich bin nicht ganz sicher, wem du mitteilen wolltest, dass ich fett bin. Schliesslich hast du Augen im Kopf und die einzigen Menschen in deiner Nähe waren mein Freund und ich. Ich kann dir versichern, dass ich – obwohl du daran zu zweifeln scheinst – einen Spiegel besitze. Und mein Freund hat meinen fetten Körper ebenfalls gesehen, schliesslich hat auch er Augen im Kopf. Verrat's niemandem, aber ich denke, dass er ihn sogar mag.

Normalerweise rege ich mich über solche Dinge nicht auf, Idioten sind Idioten. Ich kann aber verstehen, wenn solche Sprüche weniger selbstbewusste Personen davon abhalten, laufen zu gehen, und das ist eine Schande. Jeder fängt mal an. 

Lass mich eine Sache klarstellen, ich schäme mich nicht für meinen Körper. Er hat mich nie davon abgehalten, das zu tun, worauf ich Lust habe. Mein fetter Körper hat Dinge getan, von denen du – der da am Fenster seines weissen Tussy-Magnets hängt – nur träumen kannst. Mein fetter Körper ist in kristallklaren Seen in Thailand geschwommen, Orte, wie du sie vermutlich nur aus dem Fernsehen kennst. Er hat in Ländern gelebt, die du wahrscheinlich nie kennenlernen wirst, und war Teil von Kulturen, für die du zu engstirnig bist, um sie schätzen zu können.

Meine fetten Beine haben mich mehr als nur einmal auf Berge getragen. Mein fettes Gehirn spricht Sprachen, von denen du wahrscheinlich nicht mal weisst, warum man sie lernen sollte, weil du lieber im Fenster von deinem Van rumhängst und sonst nichts Besseres zu tun hast.

Neulich habe ich beschlossen, fit werden zu wollen, weil ich mir dachte, dass das Spass bringen würde und ausserdem gut für meine Gesundheit wäre. Ich muss meinen Körper vor dir nicht rechtfertigen, aber ich habe das Ziel, zehn Kilometer zu laufen, und ich werde das schaffen.

Lindsey Swift ist für viele Menschen zum Vorbild geworden.
Lindsey Swift ist für viele Menschen zum Vorbild geworden.

Ich habe bereits mehr als 6 Kilo abgenommen und ich kann einige Dinge tun, die vorher nicht möglich waren. Es ist mir ein Rätsel, wie jemand auf die Idee kommen kann, einen Menschen zu entmutigen, der sich solche Mühe gibt.

Bitte entschuldige, falls ich dich falsch einschätze, aber ich kann dich nur nach deinem gestrigen Handeln beurteilen. Falls mein fetter rennender Arsch (der übrigens ziemlich langsam unterwegs war, ich war am Ende meiner Kräfte) dich aufregen und dir den Tag verderben sollte: Versuch doch mit geschlossenen Augen zu fahren – in eine Strassenlaterne.

Aber mal ehrlich, jetzt, wo ich das alles geschrieben habe, tust du mir leid. Dein Verhalten ist nicht normal, deine Manieren sind jenseits von Gut und Böse. Aber das Wichtigste ist, dass ich dir vergebe. Ich hoffe einfach, dass sich niemand, egal ob dick oder dünn, jemals von solchen Dingen von seinem Ziel abbringen lässt. Ich habe es auch nicht getan.

Schalte dein Hirn ein, bevor du sprichst. Lindsey.»

Hier noch der gesamte offene Brief im Original:

(viw)

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