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Thomas Hurter ist neuer ACS-Präsident



Der Automobil Club der Schweiz (ACS) hat einen neuen Zentralpräsidenten: Mit 114 von 118 Stimmen wurde Nationalrat Thomas Hurter (SVP/SH) von den Delegierten in Langenthal BE gewählt. Damit ist die Nachfolge von Mathias Ammann nach einem langen Machtkampf geregelt.

Portrait von Thomas Hurter, Linienpilot aus Schaffhausen, Nationalrat der SVP des Kantons Schaffhausen, aufgenommen am 07. Dezember 2011 in Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Letztlich sprachen sich 18 von 19 Sektionen für Hurter aus, wie der ACS am Freitag mitteilte. «Ich bin überzeugt, den Verband in umsichtige und gute Hände übergeben zu können», kommentierte der abtretende Zentralpräsident Ammann die Wahl.

Hurter ist seit vielen Jahren Mitglied des ACS Schaffhausen. Er kenne den Club bestens und arbeite in der entscheidenden nationalrätlichen Verkehrskommission mit, hiess es in der Mitteilung. Mit mehreren Vorstössen, die den motorisierten Individualverkehr beträfen, habe sich Hurter bereits ausgezeichnet profiliert.

Hurter selbst will den ACS nach den Turbulenzen der vergangenen Monate endgültig wieder in ruhige Fahrwasser führen: «Ich werde dafür besorgt sein, dass die Führung des ACS und die Entscheidfindung breit abgestützt sind», umriss er seine Pläne laut Communiqué. 

Juristisches Hickhack

Vorausgegangen war der letztlich deutlichen Wahl Hurters eine monatelange Schlammschlacht zweier verfeindeter ACS-Lager. Intern hatte es im Automobil Club schon länger gegärt. Definitiv ins Licht der Öffentlichkeit gerieten die Querelen, als der Generaldirektor Stefan Holenstein Mitte Juni per sofort entlassen wurde. Holenstein soll arbeitsrechtliche Vorschriften nicht eingehalten haben.

ARCHIVBILD ZUM MACHTKAMPF IM AUTOMOBILCLUB DER SCHWEIZ ACS --- Die Zentralverwaltung des Automobil Club der Schweiz (ACS) in Bern am Freitag, 29. Juli 2016. (KEYSTONE/Thomas Hodel)

ACS-Zentrale in Bern. Bild: KEYSTONE

Vor allem aber habe er gemeinsam mit einigen ACS-Sektionen die Absetzung des amtierenden Präsidenten Mathias Ammann orchestriert. Ammann sprach von einem «Staatsstreich». Unter dem Codenamen «Louis XIV» sei der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen hinter seinem Rücken als Nachfolger aufgebaut worden.

Tatsächlich wurde Wasserfallen am 23. Juni an einer umstrittenen Delegiertenversammlung von 13 der 19 Sektionen zum neuen Präsidenten gewählt. Die Delegiertenversammlung setzte zudem Holenstein wieder als Generaldirektor ein. Die alte Garde um Ammann erkannte diese Wahlen allerdings nicht an und weigerte sich, die Führung abzugeben.

Zeitweise hatte der Verein somit zwei Präsidenten, zwei Direktionskomitees und zwei Generaldirektoren. Konten wurden gesperrt und eine Reihe von Klagen und Gegenklagen eingereicht. Die Vorwürfe lauteten auf Urkundenfälschung, Verleumdung, Beschimpfung und ungetreue Geschäftsbesorgung.

«Es reicht»

Schliesslich einigten sich die beiden Seiten immerhin darauf, die Präsidentenwahl am 16. September zu wiederholen. Wasserfallen hatte in der Zwischenzeit allerdings genug. «Es reicht», verkündete er Ende August, er stehe als ACS-Präsident nicht mehr zur Verfügung.

In der Tat hätte er dieses Amt erst gar nie antreten dürfen, befand das Regionalgericht Bern-Mittelland kurz darauf. Grund für diese Einschätzung war ein formeller Fehler bei der Einladung zur Delegiertenversammlung, an der Wasserfallen gewählt worden war. Doch nicht nur Wasserfallen, auch der parallel amtierende Präsident Ammann trat nicht mehr zur Wiederwahl an.

Der im Jahr 1898 in Genf gegründete ACS ist ein Zusammenschluss von rund 110'000 Schweizer Automobilistinnen und Automobilisten. Das Ziel des Verbands ist nach eigenen Angaben die Wahrung der verkehrspolitischen, wirtschaftlichen, touristischen, sportlichen und weiterer mit dem motorisierten Privatverkehr zusammenhängenden Interessen.

(sda)

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