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Zugunglück: Mindestens 20 Tote bei Frontalkollision zweier Züge in Italien



Mindestens 20 Menschen sind bei einem frontalen Zusammenstoss zweier Züge in Süditalien ums Leben gekommen. Mehr als 50 Menschen wurden bei der Kollision von zwei Passagierzügen verletzt, 18 von ihnen lebensgefährlich, wie die örtliche Gesundheitsbehörde mitteilte.

Unter den Opfern war auch ein Kleinkind, das lebend aus den Trümmern geborgen wurde. Informationen über Schweizer Opfer liegen bisher nicht vor, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten mitteilte. Abklärungen dazu sind im Gang.

Die Regionalzüge mit jeweils vier Waggons waren am Vormittag nördlich der süditalienischen Stadt Bari auf einer eingleisigen Strecke zwischen Corato und Andria zusammengestossen. Auf Bildern war zu sehen, wie die beiden Züge auf offener Strecke vollkommen verkeilt und einige Waggons total zerstört sind.

«Es gibt viele Tote», sagte der Chef der Einsatzkräfte, Riccardo Zingaro. Medien berichteten, dass zahlreiche Menschen lange in den Trümmern gefangen waren. Der Unfallort zwischen Bäumen und am Rande eines Ackers sei nicht leicht zu erreichen.

Dutzende Rettungsfahrzeuge, Krankenwagen, Polizisten und Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Bevölkerung wurde zum Blutspenden aufgerufen, Ärzte und Krankenschwestern, die frei hatten, wurden zu Hilfe gerufen.

Unbestätigten Berichten zufolge waren viele Studenten und Pendler in dem Regionalzug, der von dem privaten Unternehmen Ferrotramviaria betrieben wird.

Unfallursache noch unklar

Was zu dem Unglück geführt hatte, musste noch ermittelt werden. Menschliches Versagen wurde nicht ausgeschlossen. Von Seiten des privaten Betreibers der Zugstrecke, Ferrotramviaria, verlautete laut der Nachrichtenagentur Agi, es gebe noch keine Erklärung für den Unfall.

«Es ist ein Desaster, als wenn ein Flugzeug abgestürzt wäre», schrieb der Bürgermeister der nahegelegenen kleinen Ortschaft Corato, Massimo Mazzilli, im Online-Netzwerk Facebook.

Italiens Verkehrsminister Graziano Delrio begab sich an den Unglücksort und kündigte eine Untersuchung an. Der italienische Regierungschef Matteo Renzi verlangte eine schnelle Aufklärung und sprach den Opfern und deren Familien sein Mitgefühl aus. «Das ist ein Augenblick für Tränen, in dem wir arbeiten müssen, um die Opfer und Verletzten zu bergen», fügte er hinzu. Auch Renzi kündigte einen Besuch am Unglücksort an. (sda/dpa/afp)

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