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Der gestrige «Spaziergang gegen Fremdenfeindlichkeit» in Basel.
bild: facebook/juso basel-stadt

«Refugees welcome»: Fast 1'000 Leute spazieren in Basel gegen Fremdenfeindlichkeit

Knapp tausend Personen demonstrierten am Freitag für Solidarität gegenüber Flüchtlingen. Beim «Spaziergang gegen Fremdenfeindlichkeit» wurde friedlich durch Basel marschiert. Junge und Alte, Familien mit Kindern verkündeten: Refugees are welcome here.

Noemi Lea Landolt / Aargauer Zeitung



«Refugees welcome», prangt in schwarzen Lettern auf dem weissen Leintuch an der Spitze der Demonstration. Dahinter ein bunter Menschenzug: Junge und Alte, Familien mit Kindern sind gekommen. Die Juso, die Jungen Grünen und Amnesty International. Über der Menge schweben grüne Ballone. Parolen vermischen sich mit Musik aus portablen Lautsprechern.

Kurz nach 19 Uhr setzte sich am Freitag Abend der «Spaziergang gegen Fremdenfeindlichkeit» beim St.Johannspark in Bewegung. «Refugees are welcome here», ruft eine junge Frau ins Megafon. Die Demonstrierenden stimmen mit ein. Langsam bewegt sich die Menge in Richtung Dreirosenbrücke. Polizisten regeln den Verkehr, halten Busse an, kontrollieren, dass die Route eingehalten wird. Menschen kommen aus den Geschäften auf die Strasse, verfolgen das Geschehen oder strecken ihre Köpfe aus den Fenstern.

Wahrscheinlich sind es knapp 1000 Personen, die für eine offene, solidarische und verantwortungsvolle Schweiz demonstrierten. Für eine Schweiz, die Menschen in Not hilft und sie unterstützt. «Kein Mensch ist illegal», «Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten». Diese Botschaften tragen sie lautstark oder auf ihren Transparenten durch die Stadt. Es ist eine friedliche Menge. Die jungen Leute tanzen, schwenken ihre Fahnen.

Kritik an den Juso

Organisiert hatten die Demonstration die Juso Basel-Stadt. Das gefällt nicht allen. «Weshalb wir an diesem Spaziergang nicht mitlatschen», steht auf einem Faltblatt, dass vor der Demonstration verteilt wurde. Genauso wie die Organisatoren der Demonstration kritisieren auch die Verfasser die momentanen Zustände: das Elend, die Verfolgung, die Zäune und Mauern. Auch sie schreiben, dass sie den Drang verspüren, nicht ruhig zu bleiben und zu handeln.

Trotzdem kritisieren sie die Juso: Sie werfen der Partei vor, die Demonstration als Wahlveranstaltung zu missbrauchen, und finden dafür deutliche Worte: Die Partei «könne für die Wahlen in ein paar Tagen ihre dreckige Ideologie verkaufen». Tatsächlich flatterten gestern Abend auch einige Parteifahnen der Juso. Martina Kohler, Juso-Mitglied und Mitorganisatorin der Demo sagte am Donnerstag gegenüber der bz:

«Natürlich werden uns Menschen vorwerfen, Wahlkampf zu betreiben.»

Martina Kohler, Juso-Mitglied

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Der Juso wurde vorgeworfen, mit ihrer Demo Wahlkampf zu betreiben.
bild: juso basel-stadt

Die Juso wollten sich aber auf keinen Fall ins Zentrum stellen und verlangten auch von den anderen Parteien, die Veranstaltung nicht zu instrumentalisieren.

Langsam wird es dunkel über Basel. Der Zug biegt ein in die Klybeckstrasse und zieht weiter in Richtung Barfüsserplatz. Noch immer tönt Musik aus den Lautsprechern, auch die Stimmen scheinen noch lange nicht heiser:

«Refugees are welcome here»

(aargauerzeitung.ch)

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