Donald Trump
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Trump Beto O'Rourke in Texas Teaserbild

Beto O'Rourke und Donald Trump duellierten sich in Texas. Bild: montage: watson / material: keystone, shutterstock

Beto gegen Donald: Showdown an der «Grenzmauer» in Texas

Donald Trump hat im texanischen El Paso die Kampagne für seine Wiederwahl 2020 gestartet. Fast gleichzeitig sprach der demokratische Shootingstar Beto O'Rourke – am gleichen Ort und doch Welten entfernt.



War das ein Vorgeschmack auf die Präsidentschaftswahl 2020? Donald Trump absolvierte am Montagabend in El Paso im westlichsten Zipfel von Texas einen Auftritt vor mehreren Tausend Anhängern. Für US-Medien handelte es sich um den Auftakt zu seiner Wiederwahlkampagne. Denn der 72-jährige US-Präsident will es nächstes Jahr erneut wissen.

Fast gleichzeitig und nur etwa eine halbe Meile entfernt sprach ein Politiker, der Trump im November 2020 womöglich herausfordern wird: Robert «Beto» O'Rourke, ein 46-jähriger Shootingstar der Demokratischen Partei, seit er im letzten November die Senatswahl in Texas nur knapp gegen den erzkonservativen Republikaner Ted Cruz verloren hat.

President Donald Trump arrives to speak at a rally in El Paso, Texas, Monday, Feb. 11, 2019.  (AP Photo/Susan Walsh)

Klare Botschaft bei Trumps Auftritt in El Paso. Bild: AP/AP

Das Fernduell an der Grenze zu Mexiko war nicht nur ein Clash der Generationen und Ideologien. Es war ein Aufeinandertreffen zweier Lebenswelten, die sich weit voneinander entfernt haben und kaum noch Gemeinsamkeiten kennen. Hier das weisse, auf Abschottung setzende Amerika der Republikaner, dort das bunte, weltoffene Land, das von den Demokraten repräsentiert wird.

Die «Mauer» von El Paso

Die Realität ist etwas komplexer. Unter den Trump-Anhängern, die sich im El Paso County Coliseum versammelt hatten, befanden sich viele Latinos. Es sei «die vielleicht vielfältigste Gruppe, die Trump je an einem Auftritt angezogen hat», meinte die «Washington Post». Seine Botschaft aber war altbekannt: «Finish the Wall» hiess es auf Transparenten neben einer riesigen amerikanischen Flagge.

Damit machte der Präsident einmal mehr Werbung für seine Grenzmauer. Er verwies auf den 2008 in El Paso erbauten Grenzzaun und behauptete, die Zahl der Gewaltverbrechen sei seither rückläufig: «Mauern retten Leben, Mauern retten eine enorme Zahl von Leben.» Beto O'Rourke, der aus El Paso stammt, widersprach vehement: «Mauern retten keine Leben, Mauern beenden Leben.»

Die Fakten hat der Demokrat – wen wundert es – auf seiner Seite. Am letzten Samstag hatte O'Rourke einen Beitrag auf der Website Medium veröffentlicht. Darin postete er einen Artikel aus der Lokalzeitung, in dem El Paso als zweitsicherste Grossstadt des Landes bezeichnet wurde. Veröffentlicht wurde er 2003, fünf Jahre vor dem Bau des Grenzzauns.

Die Kriminalität in El Paso erreichte ihren vorläufigen Tiefpunkt 2006, also ebenfalls vor dem «Mauerbau». Laut der Statistik des FBI war die Mordrate 2017 mit 19 Opfern etwa halb so hoch wie im nationalen Durchschnitt. Darauf verwies auch Stadtpräsident Dee Margo – ein Republikaner – via Twitter. El Paso sei «nie eine der gefährlichsten Städte der USA gewesen».

Die Reaktion von Donald Trump am Montag: «Egal ob Republikaner oder Demokrat, sie erzählen nur Mist, wenn sie behaupten, die Mauer hätte keinen grossen Unterschied bedeutet.» Für die mögliche Präsidentschaftskandidatur von Beto O'Rourke hatte er nur Spott übrig. Er habe die Wahl gegen Ted Cruz verloren. «Man sollte gewinnen, wenn man antreten will.»

Für viele Demokraten ist der frühere Kongressabgeordnete trotzdem ein Hoffnungsträger, weil er im rechten Cowboy-Staat eine linke Kampagne geführt und trotzdem nur knapp gegen Cruz verloren und erst noch die Rekordsumme von 80 Millionen Dollar an Spendengeldern gesammelt hat. Bei seinem Open-Air-Auftritt am Montag auf einem Baseballfeld hielt sich O'Rourke bedeckt.

Diese Demokraten kandidieren gegen Trump

Bis Ende Monat wolle er entscheiden, ob er zur Präsidentschaftswahl 2020 antreten werde, hatte er angekündigt. Er wird es sich gut überlegen, denn das Feld der demokratischen Bewerber ist schon jetzt kaum überschaubar. Am letzten Wochenende gesellten sich die Senatorinnen Amy Klobuchar und Elizabeth Warren – sie hatte ihre Kandidatur bereits Ende letzten Jahres vorgespurt – hinzu.

Kandidiert er oder nicht?

Warren wurde bei ihrem Auftritt in Boston vom Kongressabgeordneten Joe Kennedy unterstützt. Dies liess Politbeobachter aufhorchen, denn der Enkel des 1968 ermordeten Präsidentenbruders Robert Kennedy gilt als enger Freund von Beto O'Rourke. Allerdings vertritt Kennedy wie Warren den Bundesstaat Massachusetts in Washington.

U.S. Rep. Joe Kennedy III embraces Democratic Senate candidate Beto O'Rourke during a campaign rally at the McAllen Convention Center on Saturday ,Oct. 13, 2018, in McAllen, Texas. Joe Kennedy attended Saturday's rally with O'Rourke. (Delcia Lopez/The Monitor via AP)

Joe Kennedy und Beto O'Rourke letztes Jahr im Wahlkampf in Texas. Bild: AP/The Monitor

Gut möglich, dass O'Rourke verzichten wird. Er ist noch jung, und einiges spricht dafür, dass die Demokraten mit einer Frau gegen Donald Trump antreten werden. Eines allerdings hat für ihre Wählerschaft Priorität, wie die Meinungsforscherin Jill Normington der «Washington Post» sagte: Er oder sie muss Trump schlagen. Alles andere ist nebensächlich.

Ein dynamischer Texaner, der trotz seiner Niederlage ein Winner-Image besitzt, ist dafür vielleicht nicht die schlechteste Option. Für seine Fans, die ihn am Montag in seiner Geburtsstadt wie einen Rockstar feierten, ist der Fall klar. Sie trugen T-Shirts mit dem Aufdruck «Beto for President».

Die Probleme mit Trumps Mauer

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Video: watson

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Butzdi 13.02.2019 00:37
    Highlight Highlight Zur Zeit finden gerade viele heraus, was Trumps Steuergeschenk an die Reichen für einen direkten negativen Einfluss auf sie hat. Da wird der Spass für viele aufhören. Ausländer runtermachen? Ok. Lügen und Scheinheiligkeit? Ok. Vetternwirtschaft und Selbstbereicherung? Ok. Kinder einsperren? Ok. Natur und wichtige Industrien in Schieflage bringen? Ok.
    Meine 4000$ Tax Returns verlieren? No way!
  • Kramer 12.02.2019 23:09
    Highlight Highlight Der sichere weg für die Demokraten wäre ein sympathischer weisser Mann mittleren Alters; ein Sympathivorsprung würde ihm den Sieg schon fast garantieren, da die Mehrheit Trump unsympathisch findet.
  • Quacksalber 12.02.2019 23:04
    Highlight Highlight Trumpi prahlt typisch „finish the wall“. Hat er überhaupt einen Meter gebaut?
  • JamSam 12.02.2019 19:40
    Highlight Highlight Eigentlich wollte ich mich darüber beschweren, das Peters USA Artikel immer auf dasselbe hinauslaufen und mich das mega langweilt, immer nur scharz/weiss, demokraten= die Guten, Republikaner = die bösen, keinerlei abstufungen, immer dasselbe Lied.

    Jedoch sehe ich in den Kommentaren das die Leute auf Watson genau das wollen.
    Also weiter so...
    ( Bei einem wie Trump ist es sehr einfach die ganze Partei in einen Topf zu werfen. Wenn man doch nur Journalist wäre und sich etwas um objektive Berichterstattung kümmern würde...)
    • Kramer 12.02.2019 23:02
      Highlight Highlight Trump hat die ganze Partei gleichgeschaltet, wenn der Senatsführer nicht mal über Vorlagen abstimmen lässt, weil Trump mit dem Veto droht, dann ist das vorauseilender gehorsam der Gesetzgebenden Gewalt.
    • JamSam 13.02.2019 08:44
      Highlight Highlight @Kramer Und das findet niemand gut. Dann hier meine Frage: Ist das Trumps schuld oder die aller Republikaner?
  • Avalon 12.02.2019 19:10
    Highlight Highlight Detail am Rande: bei der Nr. 45 waren‘s anscheinend max. 6‘500 Teilnehmer (mehr haben nicht Platz). Die Nr. 45 spricht von bis zu 35‘000 TN.
    Bei Beto O‘Rourke waren es 7‘000 TN, manche sprechen von 10‘000 TN. Der Junior von der Nr. 45 spricht von 200-300 TN dort ....
  • Hukimuh 12.02.2019 18:45
    Highlight Highlight Ich wette das Trump nochmals als Präsident gewählt wird.
    Einerseits wäre es tragisch und andererseits könnte die Welt getrost untergehen.
    Besser wird's dann nicht mehr... :-)
  • b4n4n4j03 12.02.2019 18:25
    Highlight Highlight Solange in den usa gute schulbildung ein privileg weniger wohlhabender ist, ist leider die chance gross, dass die breite masse weiterhin auf so einen schnorritypen welcher eher showman als politiker wie der aktuelle präsident ist reinfallen.

    Ich hoffe, das wird bald eingesehen und dort gehandelt...
    • redeye70 13.02.2019 18:55
      Highlight Highlight Ehrlicherweise waren die meisten Präsidenten eher Showman als Realpolitiker. Auch Obama blieb mir vor allem als brillianter Redner in Erinnerung. Wenigstens hatte dieser sein Herz am rechten Fleck und hetzte nicht das Volk auf.
  • AdvocatusDiaboli 12.02.2019 18:01
    Highlight Highlight Aus den bisher bereits bekannten (oder vermuteten) Kandidaten ist Beto für mich der Einzige der Trump schlagen könnte. Die Zufriedenheit der Amerikaner mit Trump ist um einiges höher als es die Berichterstattung/Kommentare hier vermuten lassen.
    • Kramer 12.02.2019 23:06
      Highlight Highlight Ja, 40-45% sind zufrieden mit ihm, das sind viele. Aber 45-50% würde garantiert nicht für ihn stimmen. Das lässt ihm nicht viel Spielraum. Man sollte auch immer bedenken, dass er gegen Hillary gewonnen hat, die ausserhalb der Demokratischen Partei nicht sonderlich beliebt war/ist.
  • Triumvir 12.02.2019 16:00
    Highlight Highlight Trump muss weg, egal wer ihn ersetzt. Der mit grossem Abstand schlechteste POTUS aller Zeiten muss einfach ersetzt werden. Punkt.
  • Dr. Unwichtig 12.02.2019 14:55
    Highlight Highlight "Hier das weisse, auf Abschottung setzende Amerika der Republikaner, dort das bunte, weltoffene Land, das von den Demokraten repräsentiert wird."
    PR-Spezialisten reiben sich sie Hände. Realpolitisch betrachtet handelt es sich bei den beiden grossen, US-amerikanischen Parteien aus europäischer Sicht um eine Partei, mit einem rechten und linken Flügel. In sehr vielen, relevanten Punkten sind die Roten und Blauen deckungsgleich. Der wichtigste: der Willen zu echten, tiefgreifenden Reformen fehlt. Die Zukunft ist daher nicht unbedingt düster, aber sicher unberechenbar....
    • RandyRant 12.02.2019 18:41
      Highlight Highlight Solche faktisch völlig falschen, spalterische Behauptungen "die weissen Republikaner" vs."nicht-weisse weltoffene Demokraten" und dann beim nächsten "Kommentar" desselben Journis ein Geheule wie gespalten die Gesellschaft sei. Natürlich sind dann völlig unreflektiert nur "die anderen" schuld.
  • Ville_16 12.02.2019 14:36
    Highlight Highlight «Man sollte gewinnen, wenn man antreten will.» Damit hat er ja nicht ganz unrecht.
    • Pana 12.02.2019 15:21
      Highlight Highlight Ehm ja, Trump hat ja gegen Hillary auch weniger Stimmen erhalten. #JustSaying
    • Lörrlee 12.02.2019 15:26
      Highlight Highlight Etwa so wie die Aussagen "Man sollte essen, wenn man nicht verhungern will", "Man sollte atmen, wenn man nicht ersticken will", "Man sollte aufstehen, wenn man nicht sitzen will"?
    • kk12345 12.02.2019 15:41
      Highlight Highlight @Pana
      Ehm ja, er sagt ja auch gewinnen, nicht mehr Stimmen erhalten ;)
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  • Max Dick 12.02.2019 14:20
    Highlight Highlight Schon etwas jung, um Präsident zu werden. Unter 70 geht gar nicht.

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