Justiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Naser Oric awaits his verdict at the courtroom of the Yugoslav war crimes tribunal in The Hague, Netherlands, Thursday July 3, 2008. A U.N. appeals court has overturned the war crimes conviction of Oric, a Bosnian Muslim considered a war hero by many in his country for fighting Serbs in the embattled U.N. safe haven of Srebrenica during the1992-95 war. Oric, 41, was convicted two years ago of failing to prevent the murder and torture of Serb captives in Srebrenica. But judges gave him a lenient two-year sentence and ordered his immediate release because of time he had already spent in custody. (AP Photo/Zoran Lesic, Pool)

Naser Oric, ehemaliger Kommandant der bosnisch-muslimischen Streitkräfte. Bild: AP POOL REUTERS

Die Schweiz soll diesen mutmasslichen Kriegsverbrecher ausliefern



Es ist ein trauriger Geburtstag: Am 11. Juli jährt sich das Massaker von Srebrenica – das grösste in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg – zum zwanzigsten Mal. Einheiten der bosnischen Serben hatten während des damaligen Bosnien-Krieges 8000 muslimische Jungen und Männer umgebracht – systematisch, innerhalb nur weniger Tage.

Doch nicht nur des tragischen Jubiläums wegen ist Srebrenica wieder in den Schlagzeilen: Vor wenigen Tagen, am 10. Juni, wurde Naser Oric, der wegen Kriegsverbrechen gesuchte Ex-Kommandant der bosnisch-muslimischen Streitkräfte beim Grenzübergang Thônex GE festgenommen. Nun hat Serbien die Schweiz formell um die Auslieferung Orics ersucht.

Oric will sich «niemals lebend nach Serbien begeben»

Dem Auslieferungsgesuch liegt eine Liste der Staatsanwaltschaft bei mit mutmasslichen Kriegsverbrechen, die Naser Oric zur Last gelegt werden. Das teilte die serbische Nachrichtenagentur Tanjug unter Berufung auf das Justizministerium mit.

Der Angeklagte hat bereits am 11. Juni angekündigt, dass er sich einer möglichen Auslieferung widersetze. In einer Mitteilung des muslimischen Bürgermeisters von Srebrenica, Camil Durakovic, der Oric in der Schweiz im Gefängnis besuchte, wird der Ex-Kommandant zitiert, dass er sich niemals lebend nach Serbien begeben werde.

Das Massaker von Srebrenica

Im Berufungsverfahren freigesprochen

Oric war aufgrund eines Haftbefehls angehalten worden, den Serbien im vergangenen Jahr ausgegeben hatte. Der 48-Jährige wird verdächtigt, im Juli 1992 zusammen mit vier weiteren Personen Kriegsverbrechen in der Ortschaft Zalazje im Osten Bosniens, unweit von Sarajevo, begangen zu haben. Dabei wurden neun Personen getötet.

Der Ex-Kommandanten war 2006 vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) wegen Kriegsverbrechen zunächst zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil er in zwei Fällen Morde und Misshandlungen nicht verhindert habe. Im Berufungsverfahren wurde er aber 2008 von den Vorwürfen freigesprochen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sobenitz 22.06.2015 17:34
    Highlight Highlight Es wäre schön, wenn alle serbischen Kriegsverbrecher, die inzwischen zu Schweizern gemacht wurden, überstellt werden könnten. Es ist eine Schande, was nach angeblich humaner Schweizer Tradition nach dem von Serben angezettelten Bürgerkrieg, die Schweizer Behörden als angeblich rechtens vollführten. Früher mussten sich Kriegsverbrecher in aller Welt verstecken, die serbischen aber wurden in die Schweiz eingebürgert - und zwar im Eiltempo - 2008 waren es 9000 Serben!
    • WeiLian 25.06.2015 14:33
      Highlight Highlight Ein in der Schweiz lebender Ausländer/in kann ein Einbürgerungsgesuch stellen, wenn er/sie seit mindestens zwölf Jahren in der Schweiz wohne. Die Dauer des Einbürgerungsverfahren variiert je nach Kanton stark, doch unter einem Jahr kann mit dem Abschluss des Verfahrens nicht gerechnet werden. Wie konnten diese mutmasslichen serbischen Kriegsverbrecher, deren Zahl anscheinend 9000 ist, gleichzeitig in der Schweiz sein, während dessen sie Gräueltaten im bosnischen Krieg begangen? Teleportation? Oder noch ein unreflektierter und hasserfüllter Kommentar?
  • Rukfash 22.06.2015 11:42
    Highlight Highlight Also die Aggresion von Serbien gegenüber den Bosniaken geht heute noch weiter, ich könnte ehrlich gesagt nur Heulen... Serbien sollte mal all Ihre Kriegsverbrecher ausliefern die Zuständig waren für die Massaker von, Visegrad, Vlasenica, Sarajevo, Foca, Prijedor, Bijeljina, Srebrenica und vielem mehr und vor allem zugeben das sie schuld waren am Krieg bevor sie mit dem Finger auf andere zeigen
    • AJACIED 12.07.2015 21:49
      Highlight Highlight Würde mal auch auf die anderen mit dem Finger zeigen und nicht nur auf Serbien. Jedes Land hat Dreck am Stecken
      Du machst es dir aber sehr leicht.!!!

Oberstes US-Gericht ebnet Weg für Wiederaufnahme von Hinrichtungen

Das Oberste Gericht der USA hat den Weg zur Wiederaufnahme von Hinrichtungen auf Bundesebene geebnet. Damit könnten nach etwa 17 Jahren bald wieder Todesurteile vom Bund vollstreckt werden. Die Richter entschieden am Montag mehrheitlich, dass über die von der Trump-Regierung geänderten Regularien für die angestrebte Wiederaufnahme nicht verhandelt wird.

Während viele US-Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, hat es auf Bundesebene seit 2003, also etwa 17 Jahren, keine Hinrichtung mehr …

Artikel lesen
Link zum Artikel