Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Regulierer einigen sich auf globale Kapitalregeln für Banken



Nach jahrelangem zähem Ringen haben sich die globalen Bankenregulierer auf weltweite Kapitalvorschriften für Banken geeinigt. Damit schliesst der Basler Ausschuss das Reformpaket Basel III ab.

Der zuletzt besonders strittige Punkt, in wie weit Banken bei der Berechnung ihrer Risiken eigene Rechenmodelle anwenden dürfen, wurde über die Festlegung einer Grenze gelöst, wie der Basler Ausschuss am Donnerstag mitteilte.

Der Kompromiss sieht vor, dass bei Anwendung eines internen Berechnungsmodells der errechnete Kapitalbedarf minimal 72.5 Prozent des durch das Standard-Berechnungsmodells errechneten Kapitalbedarfs betragen muss.

Für die Einführung des gesamten Regelpakets haben die Banken zudem viel Zeit: Die Einführungsphase beginnt 2022 und endet erst fünf Jahre später.

Banken errechnen mit Modellen, wie viel Kapital die Bank auf die Seite legen muss, um bei einem Ausfall eines Schuldners nicht in Schwierigkeiten zu gelangen. Bei einem Hypothekarkredit zum Beispiel fällt das Ausfallrisiko geringer aus als bei einem Unternehmenskredit, weil die Bank bei Hypotheken auf das Haus zurückgreifen kann. Für Hypotheken müssen Banken darum üblicherweise weniger eigenes Kapital als Sicherheit aufweisen als bei Unternehmenskrediten.

Auf Mittelwert geeinigt

Die Verabschiedung der Reform des Banken-Regelwerks Basel III, das in der Branche wegen ihrer Tragweite inoffiziell Basel IV genannt wird, zieht sich seit Jahren hin. Hauptgrund war ein Streit zwischen Europäern und den USA über die Frage, in welchem Umfang Banken interne Modelle benutzen dürfen, um die Kapitalunterlegung bestimmter Geschäfte zu berechnen.

Die US-Vertreter plädierten dabei für eine Schwelle von 75 Prozent. Die Europäer drängten auf 70 Prozent, weil viele europäische Banken mit der höheren Schwelle in deutlichem Umfang zusätzliches Kapital aufbauen müssen. Mit einer Schwelle von 72.5 Prozent hat der Basler Ausschuss sich in der Mitte der Forderungen getroffen.

Die Schweizer Bankiervereinigung (SBVg) begrüsst in einer Stellungnahme vom Donnerstag, dass der Basler Ausschuss den Banken die Wahl in der Anwendung zwischen eigenen und dem Standard-Berechnungsmodell lässt. Der Kompromiss auf die Schwelle von 72.5 Prozent weise zudem «grundsätzlich in die richtige Richtung», schreibt der Branchenverband.

Verzicht auf Swiss Finish gefordert

Es sei jedoch sicher zu stellen, dass die Belastung durch die Umsetzung der neuen Regeln nicht zu einer unverhältnismässigen Wachstumsbremse für die Gesamtwirtschaft werde. Der SBVg erwartet in diesem Zusammenhang zudem, dass die Schweizer Behörden auf einen «Swiss Finish» verzichten, dass sie also die neuen Regeln nicht noch zusätzliche verschärfen.

Das betrifft auch den Zeitplan. Die Schweiz soll gemäss SBVg mit der Umsetzung der Regeln den anderen Ländern nicht vorauseilen, heisst es in der Mitteilung.

Auch das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (Sif) begrüsst den Abschluss des Regulierungsprojekts Basel III. Die Basel III-Reform erhöhe die Planungssicherheit und die Finanzstabilität weltweit, heisst es in einer Stellungnahme vom Donnerstag. Zudem seien global konsistente Regeln, die gleichlange Spiesse sicherstellten, im Interesse der international tätigen Schweizer Finanzakteure.

Die Bankenregulierer hatten Basel III 2010 nach der Finanzkrise im Auftrag der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) angeschoben. Mit den neuen Regeln soll das weltweite Bankensystem krisenfester gemacht werden. (sda/reu)

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen