DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schwere Schlappe im Anlagestreit

Argentinien blitzt beim Obersten US-Gericht ab – jetzt droht eine neue Krise der Staatsfinanzen

17.06.2014, 06:2317.06.2014, 08:15
Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner spricht von «Erpressung».
Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner spricht von «Erpressung».
Bild: NA

Argentinien droht nach einer juristischen Niederlage im Streit mit zwei Hedgefonds eine neue Krise der Staatsfinanzen. Im Rechtsstreit um den Staatsbankrott vor rund zwölf Jahren scheiterte Argentinien am Montag am Obersten US-Gerichtshof mit einem Berufungsantrag. 

Damit haben Urteile niederer Instanzen Bestand, nach denen die Regierung in Buenos Aires sämtliche Gläubiger gleich behandeln und konkret zwei Hedgefonds 1,3 Milliarden Dollar überweisen muss. Die Spekulanten hatten sich nicht an den beiden Schuldenschnitten 2005 und 2010 beteiligt und verlangen eine vollständige Auszahlung ihrer Bonds. 

In die Umschuldungsangebote hatten damals 93 Prozent aller Gläubiger eingewilligt. Sollte Argentinien sich nun weigern, den Rest auszuzahlen, könnte das Gericht die Überweisungen an die Mehrheit der Gläubiger im Ausland stoppen. 

Der damit praktisch zwangsweise eingestellte Schuldendienst könnte Argentinien indirekt in schwere Finanznöte stürzen. Investoren wurden von dem Urteil überrascht und bewerteten das Risiko für Anlagen in Argentinien prompt höher. Die Börsen gaben nach. 

Kirchner spricht von «Erpressung» 

Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner trat in einer Fernsehansprache am Montag den Befürchtungen entgegen, das Land stehe vor der Pleite. Es stehe keine Zahlungsunfähigkeit bevor, sagte sie. Zugleich warf sie den Klägern «Erpressung» vor, weil sich diese nicht wie der überwiegende Teil der Gläubiger an einem Schuldenschnitt beteiligt haben. 

Der Oberste Gerichtshof in Washington gab keine Begründung für seine Entscheidung ab. Der Rechtsstreit wird in den USA ausgefochten, weil die Bonds damals in Dollar unter US-Recht begeben worden waren. 

Argentinien hatte erst unlängst Hoffnungen geschürt, seine angespannten Beziehungen zu den internationalen Finanzmärkten normalisieren zu können: Die drittgrösste Volkswirtschaft Lateinamerikas hatte nach mehr als zehn Jahren ihren Schuldenstreit mit den im sogenannten Pariser Club zusammengeschlossenen Gläubigerländern beigelegt und wird diese Schulden in Höhe von 9,7 Milliarden Dollar binnen fünf Jahren begleichen. (rey/sda/reu/afp) 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wie viele Operationen wegen Corona tatsächlich verschoben werden, ist unklar

30'000 Operationen seien bisher während der Pandemie verschoben worden, teilt das BAG mit. Doch dies ist eine Schätzung. Wie viele es tatsächlich sind, weiss niemand.

189 Personen liegen derzeit mit Covid-19 infiziert auf den Intensivstationen (IPS). Zusammen mit den Nicht-Covid-Patienten sind die Stationen derzeit zu 77,2 Prozent ausgelastet. Ist die Auslastung auf den IPS hoch, müssen Spitäler planbare Operationen verschieben. Gemäss Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, ist dies der Fall, wenn die Intensivstationen zu mehr als 30 Prozent von Corona-Patienten belegt sind.

Wie viele Operationen aktuell verschoben …

Artikel lesen
Link zum Artikel