Kampfsport
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JAHRESRUECKBLICK 2014 – NATIONAL – Die beiden Berner Schwinger Christian Stucki, rechts, und Matthias Glarner, links, freuen sich ueber den Sieg beim Nordwestschweizer Schwingfest, am Sonntag, 3. August 2014 in Zuchwil. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Zwei der stärksten und reichsten Schwinger: König Glarner (links) und Publikumsliebling Stucki. Bild: KEYSTONE

Schwinger stauben immer mehr ab – aber noch gibt's keinen «Sägemehl-Millionär»

Das Werbegeld fliesst. 2018 ist die Rekordsumme von 2,277 Millionen Franken in die persönliche Werbung für Schwinger investiert worden. Tendenz weiter steigend.



Schwingen ist der einzige Sport mit exakten Zahlen zur Werbung. Die «Bösen» dürfen heute Werbegelder kassieren, was noch im letzten Jahrhundert verboten war. Im Gegenzug liefern sie zehn Prozent ihrer Werbeeinnahmen dem Schwingerverband (ESV) ab. Das Geld wird zweckgebunden in die Nachwuchsausbildung investiert.

Diese «Reichtumssteuer» hatte 2011 der damalige Obmann Ernst Schläpfer eingeführt. Im Herbst nimmt ESV-Geschäftsführer Rolf Gasser jeweils Einblick in sämtliche Werbeverträge und schreibt jedem die entsprechende Steuerrechnung. Aus diesen Steuereinnahmen lässt sich offiziell die Gesamtsumme der an die Schwinger ausbezahlten Werbegelder errechnen. 2018 sind die Investitionen der Werber in die «Bösen» erneut um zehn Prozent auf 2,277 Millionen gestiegen.

Gesamteinnahmen der Schwinger

Bild

Die Werbesummen seit Einführung der «Reichtumssteuer» in Mio. Fr. quelle: esv

Fast alles für die «ganz Bösen»

Wie viel Geld verdienen die einzelnen Schwinger mit Werbung? Offizielle individuelle Zahlen gibt es nicht. Alle in den Medien genannten Werbeeinkommen der einzelnen «Bösen» sind Schätzungen. Die Beteiligten hüten sich, Zahlen zu nennen oder sie zu bestätigen.

Eine Umfrage ergibt erstaunliche Summen. Das Werbeeinkommen des inzwischen entthronten und in den Ruhestand getretenen Königs und Kilchberg-Siegers Matthias Sempach ist für das Jahr 2018 von Branchenkennern auf rund 700'000 Franken geschätzt worden. Auch Kilian Wenger, der charismatische König von 2010, verdient nach den gleichen Quellen über eine halbe Million Werbefranken.

DISTRIBUTED ON BEHALF OF HUBLOT - Jamaica's Asafa Powell, one of the world’s fastest sprinters and Swiss world class cross-country skier Dario Cologna, race over 100 metres on top of the Jungfrau mountain in Switzerland on Friday, July 10, 2015. The elite athletics challenge, supported by luxury watchmaker Hublot and the Jungfrau Railway, on a specially created course at 3,454 metres above sea level had Colonga making a flying start on snow and Powell starting from the traditional starting pistol. Swiss wrestler Kilian Wenger and Asafa Powell enjoy an arm wrestle at the event. (Samuel Truempy/Photopress for Hublot and Jungfrau Railway via AP Images)

Sponsorenanlass auf dem Jungfraujoch: Wenger beim Armdrücken mit Ex-100-m-Weltrekordler Asafa Powell. Bild: AP IMAGES/Hublot

Christian Stucki, dem Schlussgang-Verlierer von 2013, wird ein «königliches Werbeeinkommen» zwischen 300'000 und 500'000 Franken attestiert. Auch der regierende König Matthias Glarner dürfte rund eine halbe Million Franken Werbegelder kassieren. Er gilt in diesem Geschäft der Urchigen bei den Werbern als Intellektueller.

Damit ist auch klar: Nach wie vor gibt es im Sägemehlring keine Werbe-Millionäre. Hinter den Titanen gibt es eine ganze Reihe von Schwingern, die gemäss Kennern fünf- bis knapp sechsstellig mit der Werbung verdienen. Allerdings ist es wie im richtigen Leben: Fast alles für die «ganz Bösen» und nur wenig für die «weniger Bösen». Insgesamt teilen sich 2018 die exakt 72 Schwinger die 2,277 Millionen Werbeeinnahmen. Aber 80 Prozent davon kassieren die zehn «bösesten der Bösen».

Einnahmen werden weiter steigen

Immerhin gibt es eine gewisse Demokratisierung: 2011 teilten sich erst knapp 30 Schwinger das Werbegeld. Inzwischen sind es immerhin 72. «Aber der grösste Teil verdient mit der Werbung bloss einen Zustupf», sagt Verbands-Geschäftsführer Rolf Gasser. Schwinger, die den aktiven Sport aufgeben und weiterhin Werbung machen, sind in den ersten drei Jahren im Ruhestand weiterhin «reichtumssteuerpflichtig». Aber sie müssen nur noch fünf Prozent an den Verband abliefern.

Siegermuni Kolin wird getauft

Um ihn wird geschwungen: Siegermuni Kolin wird getauft. Bild: Eidg. Schwing- und Älplerfest 2019 Zug

Die Werbeeinnahmen steigen kontinuierlich. Und sie werden 2019 weiter ansteigen. Am 25. August wird in Zug nach drei Jahren wieder ein Schwingerkönig gekrönt. Die enorme Publizität des «Eidgenössischen» wird den Werbewert der «Bösen» weiter befeuern.

So ist Werbung im Schwingsport erlaubt

In der Arena (im Schwenkbereich der TV-Kameras) darf nach wie vor keine Werbung platziert werden. Hingegen ist es den «Bösen» heute erlaubt, auf Mann Werbung zu machen. Verboten ist Werbung, die anstössig oder sexistisch ist, die die politische Neutralität des Schwingens verletzt oder für Mittel wirbt, die mit den Grundwerten des Schwingens nicht zu vereinbaren sind.

Es sind lediglich Werbeaufschriften in der Grösse von 90 cm2 auf Kleidungsstücken (inkl. Rucksack) erlaubt, aber nicht auf dem Wettkampftenü und auf der Festbekleidung. Das bedeutet, dass ein Schwinger dann, wenn er im Sägemehl kämpft und im Fokus der TV-Kameras steht, keinerlei Werbeaufschriften tragen darf.

Immerhin darf ein Schwinger bei Werbekampagnen mit Festbekleidung und Kranz, in Wettkampftenüs und Schwingerhosen auftreten. Alle PR- und Werbeaktivitäten sowie Werbeverträge müssen durch den Verband genehmigt werden.

Alle Schwingerkönige seit 1961

Matthias Sempach trat im August 2018 zurück

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • luegeLose 19.02.2019 21:22
    Highlight Highlight Toller Sport.
  • Hayek1902 19.02.2019 19:13
    Highlight Highlight Ziemlich schlau gelöst.
  • Holzklotz 19.02.2019 18:22
    Highlight Highlight Eine transparente Lösung, auch wenn die ganze Regelung sehr bünzlig ist. ;)
    • Wander Kern 19.02.2019 19:27
      Highlight Highlight Dasch ebe Heimet :D
    • phreko 19.02.2019 19:53
      Highlight Highlight Logisch, Schläpfer war schliesslich in der SP (man beachte das fehlende V).
    • Eine_win_ig 19.02.2019 20:56
      Highlight Highlight Aber eine super Idee um den Nachwuchs zu fördern.

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