Fussball
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Bayern Munich's players leave the pitch after their team's 3-2 loss in the Champions League Group D soccer match between Rostov and Bayern in Rostov-on-Don, Russia, Wednesday, Nov. 23, 2016. (AP Photo/Sergey Pivovarov)

Der aktuelle Gemütszustand des FC Bayern München. Bild: Sergey Pivovarov/AP/KEYSTONE

Die Bestie wankt – warum es den Bayern nicht läuft

Nach der Liga-Pleite gegen Dortmund verliert Bayern München überraschend auch in der Königsklasse gegen Rostow. Königlich läuft momentan sowieso wenig bei den Bayern. Was ist los? Erklärungsversuche in der vermeintlichen Krise.



Was ist mit den Bayern los? Von den letzten 10 Pflichtspielen konnte das Team von Carlo Ancelotti nur die Hälfte gewinnen. Die Pleite in der Champions League gegen Rostow ist die zweite Niederlage innert weniger Tagen. Zweimal in Serie verloren, das passierte dem deutschen Rekordmeister zuletzt im April/Mai 2015. 

epa05644504 Bayern Munich players applaud fans after the UEFA Champions League group D soccer match between FK Rostov and Bayern Munich in Rostov-on-Don, Russia, 23 November 2016. Rostov won 3-2.  EPA/MAXIM SHIPENKOV

Aktuell gibt's höchstens verhaltener Beifall für die Bayern. Bild: MAXIM SHIPENKOV/EPA/KEYSTONE

Für den russischen Vertreter war es der erste Sieg in der «Königsklasse». Mit einfachen Mitteln und viel Effektivität zwangen sie ein drückendes aber wenig zielstrebiges Bayern in die Knie. Die Verteidigung der Deutschen liess sich zu oft übertölpeln und ganz hinten konnte Sven Ulreich den verletzten Welttorhüter Manuel Neuer nicht ersetzen. Zwar hatte er wenig zu halten, doch auch ein Big Save bei den Gegentreffern blieb aus.

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Die Statistiken zum Spiel in Rostow sind niederschmetternd und ermutigend zugleich für die Bayern-Fans. bild: twitter

Bei den ganz grossen Mannschaften ist es immer gefährlich, von Krisen zu sprechen. Zu oft wird man im nächsten Spiel mit einer Gala widerlegt. Aus dem Titel «Bayern-Blamage in Russland» kann innert Tagen «Bayern mit Schützenfest gegen Leverkusen» werden. Trotzdem wird jetzt verzweifelt nach Erklärungsversuchen gesucht: Was ist mit den Bayern los?

Frostiges Kehraus-Duell

Nach der Niederlage gegen Dortmund in der Bundesliga wäre dieses Spiel gegen Rostow eine ideale Gelegenheit gewesen, sich zu rehabilitieren. Doch die Umstände dafür waren nicht gegeben. Die Bayern sind schon qualifiziert für die Achtelfinals. Man ist also quasi auf Kurs. Da kann man doch auch mal gegen Rostow verlieren, gerade bei minus vier Grad in der eisigen Kälte Russlands.

Football Soccer - Bayern Munich training - UEFA Champions League Group Stage - Olimp 2 Stadium, Rostov-on-Don, Russia - 22/11/16. Bayern Munich's player Xabi Alonso trains. REUTERS/Maxim Shemetov

Es wurde nichts aus der Rehabilitation in der russischen Kälte. Bild: MAXIM SHEMETOV/REUTERS

Grosse sportliche Auswirkungen hat die Blamage nicht. Vielleicht sind jetzt Kaliber wie Real Madrid, der FC Barcelona oder Manchester City bereits eine K.o.-Runde früher in München zu Gast. Will man den Titel, was bei den Bayern bestimmt der Fall ist, spielt das aber keine Rolle. Über was sich die Münchner aber durchaus Gedanken machen können, ist die erschreckende Auswärtsschwäche in der Champions League. Von den letzten 17 Partien auf fremdem Terrain gewann Bayern München lediglich fünf.

Carlo Ancelotti

Das Erbe von Pep Guardiola ist mit Sicherheit kein einfaches. Doch wie der «Spiegel» gestern so schön schrieb: Carlo Ancelotti mag ein hervorragender Trainer sein, nur ist derzeit nicht ersichtlich, was der hervorragende Trainer mit dieser hervorragenden Mannschaft vorhat. 

Bayern's head coach Carlo Ancelotti reacts during the German Bundesliga soccer match between Borussia Dortmund and Bayern Munich in Dortmund, Germany, Saturday, Nov. 19, 2016. (AP Photo/Martin Meissner)

So ganz ratlos ist Carlo Ancelotti bestimmt noch nicht. Bild: Martin Meissner/AP/KEYSTONE

Nach der Niederlage gegen Rostow wird die Kritik lauter. Seine Systemtreue wird bemängelt, weil der Gegner sich zu einfach auf das Spiel der Bayern einstellen könne. Er sei zu gelassen, gewähre den Stars zu viele Freiheiten. Mag alles sein, doch die Saison ist noch jung, alle Ziele noch möglich. Sofern er ein hervorragender Trainer ist, wird er mit dieser Mannschaft wieder auf Kurs kommen. 

Thomas Müller

Thomas Müller verkörpert die Bayern. Bei ihm läuft es nicht, den Bayern läuft es nicht. Ein Einstellungsproblem? Die ganze Geschichte um das Spiel mit Deutschland gegen San Marino passt irgendwie zum Duell der Bayern gegen das kleine Rostow im eisigen Osten – aber lassen wir die Diskussion. ;)

epa05638731 Bayern's Thomas Mueller reacts after the German Bundesliga soccer match between Borussia Dortmund and Bayern Munich in Dortmund, Germany, 19 November 2016. Dortmund won 1-0.  EPA/BERND THISSEN (EMBARGO CONDITIONS - ATTENTION - Due to the accreditation guidelines, the DFL only permits the publication and utilisation of up to 15 pictures per match on the internet and in online media during the match)

Läuft grad nicht so bei Müller. Bild: EPA/DPA

Gegen Rostow musste durfte der Stürmer sowieso nur eine Viertelstunde ran und konnte die Herzen der Bayern-Fans auch nicht mehr erwärmen. Aber eben, solche Spieler wie Müller darf man auch in Zeiten der Ladehemmung niemals abschreiben. Wer wettet auf ein Tor von ihm gegen Leverkusen?

FC Hollywood 

Es ist ja eigentlich immer etwas lauter rund um die Säbenerstrasse, und in schlechteren Zeiten noch mehr. Die grossen Bosse inszenieren sich gerne selbst, ab und zu schlägt auch mal wieder ein Spieler mit der Faust auf den Tisch. Nach dem Auftritt gestern zielte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge auf Jerome Boateng. Der sonst so zuverlässige Abwehrspieler zog gegen Rostow einen schlechten Abend ein. Rummenigge sagte danach:

«Jerome muss mal wieder auf den Boden kommen. Das ist mir schon seit Sommer etwas zu viel.»

Rummenigge über Jerome Boateng

Boateng musste in Russland übrigens nach knapp einer Stunde verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Er hat aber nur eine Muskelverhärtung und wird am Wochenende in der Bundesliga einsatzbereit sein. 

Former Bayern Munich President Uli Hoeness (L) speaks to Karl-Heinz Rummenigge, CEO of Bayern Munich during the official foundation stone laying ceremony of Bayern Munich's youth training centre in Munich, southern Germany, October 16, 2015. The construction project will cost about 70 million Euro and will open the doors in summer 2017. REUTERS/Michaela Rehle

Uli Hoeness (links) und Rummenigge sind immer wieder auch für etwas Hollywood gut bei den Bayern. Bild: MICHAELA REHLE/REUTERS

Wer sich bis jetzt zurückhält, ist Uli Hoeness. Dieser wird am Freitag wieder zum Präsidenten «seines» FC Bayern München gewählt. Vielleicht der Startschuss für die Wende oder auch einfach nur ein neuer alter Dompteur im Zirkus.

Starke Liga-Konkurrenz

Nicht nur in der Champions League, auch in der Bundesliga werden die Bayern bedrängt. Leipzig sorgt als Aufsteiger so richtig für Furore und steht dem eigentlichen Ligakrösus seit dem letzten Spieltag vor der Sonne. Dazu lauern hinter den Münchnern fünf Teams, die nur drei Punkte zurückliegen. Eine ungewohnte Situation für den Rekordmeister, in der er sich jetzt beweisen muss. Komfortabler Vorsprung und locker Aufspielen – das war einmal.

Bild

Der aktuelle Stand in der Bundesliga. srf

Vor der Winterpause warten noch Leverkusen, Mainz, Wolfsburg, und Darmstadt. Als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk gibt's dann zum Abschluss der Vorrunde noch das Duell mit RB Leipzig. Spätestens da werden die Weichen für die die Rückrunde gestellt. 

Die Bayern bleiben die Bayern

Ob Krise oder schlechte Phase, die Bayern und Trainer Carlo Ancelotti müssen etwas ändern. Das System anpassen vielleicht, oder einfach schauen, dass Müller mal wieder einen reinmüllert. Was aber immer bleibt in München, ist das Bayern-Gen.

abspielen

Einfach nur so zur Erinnerung. Video: streamable

Auch nach zwei (!) Niederlagen in Folge. Auch wenn die Mannschaft aktuell nicht von der Leaderposition grüsst. Die Bayern werden immer die Bayern bleiben. 

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pachnota 24.11.2016 17:55
    Highlight Highlight Find ich im Nachhinein sehr schade., dass sich embolo nicht für Leipzig entscheiden hat.
  • Santale1934 24.11.2016 14:33
    Highlight Highlight Die Konkurrenz freuts.
    Würde nur nicht der falscheste Verein vom Bayern-Tief profitieren..
    • Silent_Revolution 24.11.2016 15:29
      Highlight Highlight Inwiefern profitiert Schalke vom Bayern-Tief?
  • bildner 24.11.2016 13:44
    Highlight Highlight Ancelotti gibt den Spielern sehr viel Freiheiten, bei musste sich jeder seinem System unterordnen.

    Zudem sind viele Spieler in einem Formtief (Müller, Alaba, Lahm) ober bereits weit über dem Zenit (Alonso, Ribery).
    • Hans der Dampfer 24.11.2016 14:29
      Highlight Highlight Sehe ich auch so. Ancelotti dürfte nicht per se das Problem sein aber die Spieler die man geholt hat sind noch nicht im System drin und alte Stützen haben tatsächlich ein Formtief oder sind verletzt.
  • Putz 24.11.2016 13:03
    Highlight Highlight Bayern München hat einen sehr guten, aber harten Sportchef, Matthias Summer, wegen Krankheit verloren.
    Dieser Mann war im Training und Spiel unerbittlich und
    hat in seiner Zeit bei Bayern, die Spieler zu einer grossen
    Leistungsbereitschaft erzogen.
    Summer fehlt, das spüre ich bis nach Davos!!
    • blobb 24.11.2016 14:18
      Highlight Highlight SAmmer
    • Senji 24.11.2016 14:35
      Highlight Highlight Wäre sicher spannend zu wissen was der Matthias jetzt dazu summen würde.
  • Boogie Lakeland 24.11.2016 12:23
    Highlight Highlight Ich schau seit 20 Jahren Fussball. Bayern war immer absolute Spitze. Aber alle 5,6 Jahre kracht es bei den Bayern und der Kader wird umbebaut. Das war vor dem Triple so, das war im Sommer 07 so, das war 02 so und das war mitte der 90 so.
    Ich sag nicht es treffe jetzt wieder ein, aber es würde mich nicht überraschen wenn es bei den Bayern in den nächsten 18 Monaten wieder knallt
    • Amboss 24.11.2016 13:38
      Highlight Highlight Vielleicht hat man es auch ein bisschen verpasst, das Kader umzubauen.
      Schaut man sich die Mannschaft von vor fünf Jahren an, das ist zu einem grossen Teil dasselbe Team, insbesondere die Schlüsselspieler. Einfach jetzt fünf Jahre gealtert.

      Vielleicht erklärt sich so auch der internationale "Misserfolg" der letzten Jahre.

      Was für die BL noch lange reicht, ist international vielleicht einfach zu wenig.
    • Boogie Lakeland 24.11.2016 14:34
      Highlight Highlight Ah absolut. Der harte Kern wird älter und die Neuen der letzten Jahre sind für mich, mit Ausnahme von Hummels, eher Legionäre.
      Zudem frage ich mich wo die Jungen bleiben. Seit van Gaal hat da kein Coach mehr gross Junge hochgezogen und eingebaut.
    • mazoo 25.11.2016 11:39
      Highlight Highlight So so. Kimmich oder Alaba gehören wohl auch eher zum alten Eisen?
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