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Charlie litt an einer seltenen genetischen Krankheit.
Charlie litt an einer seltenen genetischen Krankheit.
Bild: AP/Family of Charlie Gard

Eltern bestätigen: Schwerkrankes Baby Charlie Gard ist gestorben

Das britische Baby Charlie ist tot. Das teilte am Freitag ein Sprecher der Familie nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA mit.
28.07.2017, 19:3128.07.2017, 19:48

Die Eltern des Kindes, das eine sehr seltene genetische Erkrankung hatte, hatten monatelang vor verschiedenen Gerichten um das Schicksal ihres kleinen Sohnes gekämpft.

Am vergangenen Montag gaben sie schliesslich auf. Durch die langen juristischen Streitereien sei so viel Zeit vergeudet worden, dass nun ihrem Sohn nicht mehr geholfen werden könne, hatten die Eltern kritisiert.

Von Maschinen am Leben gehalten

Charlie hatte zuvor nur noch mit Hilfe von Maschinen am Leben gehalten werden können. Er musste künstlich beatmet und ernährt werden. Das sogenannte mitochondriale DNA-Depletionssyndrom (MDDS) hatte seine Hirn- und Muskelfunktionen zerstört. Er konnte sich nicht mehr bewegen. Charlie war taub und hatte epileptische Anfälle.

Die Ärzte des Babys im Londoner Great-Ormond-Street-Spitals hatten sich dafür ausgesprochen, dass der Junge in Würde sterben darf. Seine Eltern wollten ihn dagegen für eine experimentelle Therapie in die USA bringen, die aber bei Charlies Erkrankung noch nie getestet worden war, nur bei ähnlichen Krankheiten mit milderen Verläufen.

Der Neurologe Michio Hirano von der Columbia University in New York schätzte die Chancen, dass sich Charlies Zustand mit dieser Therapie verbessere, zunächst auf etwa zehn Prozent.

Die Eltern hatten für die Behandlung ihres Sohnes bereits rund 1,5 Millionen Euro an Spenden gesammelt, um den Krankentransport und die Behandlung finanzieren zu können. Das Geld soll jetzt in eine Stiftung fliessen, um Kindern mit ähnlichen Erkrankungen zu helfen.

Der Rechtsstreit durchlief alle Instanzen bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. Bereits Ende Juni sollte Charlies Beatmung eingestellt werden, doch die Eltern erbaten Aufschub, um von ihrem Sohn Abschied zu nehmen.

Anfang Juli kündigte das Great-Ormond-Street-Hospital an, den Fall nochmals gerichtlich überprüfen zu lassen. Anlass waren Angaben von Experten, sie könnten neue Erkenntnisse zu der experimentellen Therapie vorlegen.

Der Fall hatte international sehr viele Menschen bewegt. Neben US-Präsident Donald Trump äusserte sich auch Papst Franziskus dazu. (sda/dpa)

Russische Forscher entwickeln neue Antibiotika

Video: reuters
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