DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann.
Der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann.Bild: KEYSTONE

Kurzarbeit wird komplizierter: Urs Hofmann kritisiert Bund

Die Kantone fürchten sich vor einer zweiten Welle. Nicht nur in Bezug auf die Corona-Erkrankungen, sondern insbesondere auch hinsichtlich der Anträge auf Kurzarbeitsentschädigung. Nun fordert Regierungsrat Urs Hofmann, dass die Kantone beim Bund intervenieren.
05.08.2020, 07:34
Sébastian Lavoyer / ch media

Zu Beginn des Lockdowns wurden die kantonalen Ämter für Wirtschaft und Arbeit regelrecht überflutet mit Kurzarbeitsanträgen. Bis heute haben im Kanton Aargau fast 11'000 Unternehmen ein entsprechendes Gesuch bewilligt bekommen. In den Jahren vor Corona bearbeiteten die Behörden jährlich zwischen 80 und 90 Gesuche.

>>> Alle News zum Coronavirus im Liveticker.

Bewältigen konnten sie die durch den Lockdown rasant angestiegene Antragsflut nur dank einem vom Bund veranlassten vereinfachten Verfahren, einer massiven Personalaufstockung von 60 auf über 500 Stellenprozente und der Entwicklung einer Software, die rund 70 Prozent der Anträge abwickle. Doch nun will der Bundesrat, dass ab September wieder die normalen, aufwendigeren Verfahren zum Zug kommen sollen. Andrea Engeler, Chefin des Zürcher Amtes für Wirtschaft und Arbeit, schätzt in der NZZ, dass sich der Aufwand für die Behörden dadurch verdreifacht.

Kurzarbeitsanträge laufen aus

Zugleich laufen Ende August die meisten bewilligten Kurzarbeitsanträge aus. Wie viele erneuert werden oder zusätzlich dazukommen, ist unklar. «Wenn es sehr viele sind und die Arbeitsämter die erforderlichen Personalressourcen nicht oder nur mit Verzögerung aufbauen können, wird es zu Verzögerungen bei der Anmeldung beziehungsweise bei der Auszahlung kommen. Es besteht daher die Befürchtung, dass es in der Folge zu Entlassungen oder sogar zu Konkursen kommen könnte», sagt Giovanni Pelloni, stellvertretender Leiter des AWA im Kanton Aargau.

Deshalb hat sich Regierungsrat Urs Hofmann schon letzte Woche an die Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz (VDK) gewendet und um eine Intervention beim Bundesrat gebeten. Er begrüsst darin die Absicht des Bundesrates zur Normalität zurückzukehren, also die Gesuche wieder vertieft zu prüfen. Aber die Zeiten seien aussergewöhnlich und liessen diesen Schritt noch nicht zu. Hofmann: «Eine massive Verzögerung der Verarbeitung bei den Vollzugstellen kann nach heutigem Wissensstand nur verhindert werden, wenn das summarische Verfahren insbesondere bei den Abrechnungen vorläufig belassen wird.»

Brief an Wirtschaftsminister Parmelin

Man will also vorerst auf eine vertiefte Prüfung verzichten. «Bis eine sinnvolle Übergangskonzeption vorliegt oder die Zahlen soweit gesunken sind, dass das Normalregime mit vernünftigem Aufwand umgesetzt werden kann», wie Hofmann in seinem Antrag an die VDK schreibt. Er fordert die VDK auf, dementsprechend beim Bundesrat vorstellig zu werden. So wie es Carmen Walker Späh laut NZZ schon getan hat. In einem Brief an Wirtschaftsminister Guy Parmelin.

Beim Bund gibt man sich noch bedeckt. Die Vernehmlassung zum Covid19-Gesetz sei abgeschlossen. Zahlreiche Stellungnahmen sind eingegangen. Von Verbänden, Sozialpartnern und Kantonen. Aber einzig Zürich und Basel-Land hätten auf mögliche Probleme bei der Abwicklung der Kurzarbeitsanträge hingewiesen. (cki/aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Pokal-Party zu Corona-Zeiten – so feiert YB mit dem Pott

1 / 19
Pokal-Party zu Corona-Zeiten – so feiert YB mit dem Pott
quelle: keystone / peter klaunzer
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So lustig feiern die Schweizer Botschaften den 1. August

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Testoffensive und Booster Pop-Up: Warum Graubünden immer wieder zum Muster-Kanton wird
Graubünden hat am Montag mit der Booster-Impfung für alle gestartet. Im Februar 2021 wurden die Bündnerinnen einmal durchgetestet. Wieso der Bergkanton schon wieder zur Musterschülerin wird. Eine Spurensuche.

In diesen Tagen erlebt man mehrere Déjà-vus: Die Fallzahlen steigen, die Spitäler alarmieren, der Bundesrat trifft sich zur Krisensitzung und die Kantone? Sie schauen zu, handeln widerwillig oder geben die Verantwortung an den Bund ab. Die grosse Ausnahme dieser Regel war und ist der Kanton Graubünden, der immer mehr zum Musterschüler in der Pandemiebekämpfung wird.

Zur Story