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KZ Stutthof: Gaskammer (Gebäude links), Krematorium (rechts)<br data-editable="remove">
KZ Stutthof: Gaskammer (Gebäude links), Krematorium (rechts)
Bild: Wikipedia

Nazi-Jäger in Deutschland finden acht NS-Verbrecher

09.08.2016, 13:3409.08.2016, 13:43

Experten für NS-Verbrechen in Deutschland haben acht mutmassliche Helfershelfer des Nazi-Regimes entdeckt. Landesweit müssen nun Staatsanwaltschaften entscheiden, ob Anklage wegen Beihilfe zum Mord erhoben wird.

Wegen Beihilfe zum Mord in Tausenden Fällen hat die Zentrale Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg (Baden-Württemberg) Vorermittlungen an verschiedene Staatsanwaltschaften bundesweit abgegeben. «Es handelt sich um vier Männer und vier Frauen, die im deutschen Konzentrationslager Stutthof bei Danzig tätig waren», sagte der Leiter der Ermittlungsbehörde, Jens Rommel, am Dienstag in Stuttgart.

KZ Stutthof: Eingang ins Alte Lager, genannt Todestor. (Bild: Wikipedia)<br data-editable="remove">
KZ Stutthof: Eingang ins Alte Lager, genannt Todestor. (Bild: Wikipedia)
Bild: Wikipedia

Wachleute und Telefonistinnen

Die Männer seien als Wachleute, die Frauen als Schreibkraft, Telefonistin oder Fernsprechvermittlerin tätig gewesen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt. Darüber hinaus suchen die Ludwigsburger Experten weitere mögliche Beschuldigte, die in den Lagern Bergen-Belsen und Neuengamme tätig waren.

Auch zu den NS-Vernichtungslagern Auschwitz und Majdanek gingen Vorermittlungen weiter. Es gehe jeweils um den Vorwurf der Beihilfe zum Mord.

KZ Stutthof: Die beiden Öfen des Krematoriums.&nbsp;<br data-editable="remove">
KZ Stutthof: Die beiden Öfen des Krematoriums. 
Bild: Wikipedia

Warten auf Gerichtsentscheid

Der 43-jährige Rommel hofft zudem auf eine baldige Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe über die Revision im Fall des früheren SS-Manns Oskar Gröning. «Wir erhoffen uns eine Klarstellung des BGH, wie aus heutiger Sicht die Eingliederung in ein Konzentrationslager juristisch zu bewerten ist.»

KZ Stutthof: Schlafkammer.
KZ Stutthof: Schlafkammer.Bild: Wikipedia

Der heute 95-jährige Gröning war am 15. Juli 2015 vom Landgericht Lüneburg (Niedersachsen) wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300'000 Fällen im Konzentrationslager Auschwitz zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Sowohl Nebenklage als auch Verteidigung legten Revision ein.

Wann der Fall Gröning in Karlsruhe entschieden wird, ist nach Auskunft einer Sprecherin noch unklar.

Urteil aus 1969 gekippt?

Gröning hatte im Prozess seine Beteiligung und moralische Mitschuld am Holocaust eingeräumt. Er hatte gestanden, Geld von Verschleppten gezählt und zur SS nach Berlin weitergeleitet zu haben.

Dies brachte ihm später den Beinamen «Buchhalter von Auschwitz» ein. «Ich baue darauf, dass die Verurteilung trägt und das Urteil nicht aufgehoben wird», sagte Rommel.

KZ Stutthof: Baracken für die Gefangenen, im Hintergrund die Kommandantur.&nbsp;<br data-editable="remove">
KZ Stutthof: Baracken für die Gefangenen, im Hintergrund die Kommandantur. 
Bild: Wikipedia

Der Leitende Staatsanwalt hofft, dass der BGH ausgehend vom Fall Gröning seine Haltung aus dem Jahr 1969 korrigiert. Damals reichte nach Ansicht der Richter nicht jede Eingliederung in das Konzentrationslager Auschwitz für eine Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord.

Für die Ludwigsburger Ermittler gilt als Gehilfe jeder, der in seiner Funktion die Massentötungen «objektiv gefördert oder erleichtert hat». (whr/sda/dpa)

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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lester
09.08.2016 18:56registriert März 2014
Sorry, aber Leute, die als Schreibkraft, Telefonisten oder Buchhalter arbeiteten, nun, 70 Jahre später verurteilen zu wollen, ist nicht sinnvoll. Vor allem wenn man bedenkt, dass diese meist gar keine Wahl hatten, ob sie den Job machen wollten oder nicht.
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Gantii
09.08.2016 17:14registriert Februar 2015
und was bringt das, 70+ jahre später? aber hey die 90 jährige die damals am telefon sas auf ihr lebensende in den knast, dann kann das volk noch paar jahre für sie zahlen..

diese leute wurden damals nicht bestraft und konnten iha ganzes leben in freiheit verbringen..
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Kstyle
09.08.2016 20:09registriert Dezember 2015
Ich verstehe wen grosse hintermänner bestraft werden aber eine telefonistin. Jeder hat ein schicksal vieleicht hatte sie 2 kinder und es war der einzige job den es gab. Nach dieser logik müsste jeder deutsche der nur irgendwie mit dem 2. Weltkrieg zutun hat ins Gefängnis den die todesmachinerie funktioniert nur mit allen. Der lokführer der einen deportationszug gefahren hat genauso wie der kz aufseher. Aber ich denke der Lokführer hätte auch lieber getreide geladen als Menschen. Ich finde es irgendwie falsch jetzt 70jahre danach alle zu verurteilen.
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