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Die Nati-Trainer der Schweiz seit 1981

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Die Nati-Trainer der Schweiz seit 1981
quelle: keystone / karl mathis
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Analyse

Diese 5 grossen Herausforderungen stehen Murat Yakin als Nati-Trainer bevor

Der Nachfolger von Vladimir Petkovic als Trainer der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft heisst Murat Yakin. Der 46-Jährige tritt ein grosses Erbe an und steht vor einigen grossen Herausforderungen. Eine Analyse.
09.08.2021, 13:2609.08.2021, 13:50

Eine grosse Ehre und Freude sei es für ihn, lässt Murat Yakin in einer Videobotschaft verkünden. Der 49-fache Schweizer Nationalspieler betreut ab sofort die Schweizer Nati als Trainer. Für Yakin, der vom Challenge-Ligisten Schaffhausen zum SFV stösst, stehen sofort grosse Herausforderungen an.

Die Nati spielerisch weiterentwickeln

Das Erbe von Vladimir Petkovic ist riesig. Nicht nur die Resultate haben gestimmt, sondern vor allem auch die Art und Weise, wie die Nationalmannschaft aufgetreten ist. Mutig, aggressiv, offensiv.

Die Nati-Fans sind in den letzten Jahren verwöhnt worden und werden auch in Zukunft eine attraktive Spielweise der Schweiz erwarten. Kann Yakin, der als defensiv-orientierter Trainer gilt, diese Entwicklung weiter vorantreiben?

Viel Zeit bleibt Yakin vorerst sowieso nicht, um mit der Nati zu arbeiten. Bereits am 1. September steht das Testspiel gegen Griechenland an. Am 5. September gegen Italien und am 8. September gegen Nordirland geht es mit der WM-Qualifikation weiter.

Die nächsten Nati-Pausen stehen dann bereits im Oktober und November an. Yakin muss also sofort liefern. Und zwar Resultate und attraktiven Fussball.

Murat Yakin wird ab sofort die Schweizer Nati dirigieren.
Murat Yakin wird ab sofort die Schweizer Nati dirigieren.
Bild: keystone

Die WM-Qualifikation

Sportlich ist das oberste Ziel ebenso eindeutig wie schwierig zu erreichen. Die Qualifikation für die Fussball-WM 2022 in Katar. Die Schweiz ist unter Petkovic mit zwei Siegen (3:1 gegen Bulgarien und 1:0 gegen Litauen) zwar optimal in die Qualifikation gestartet, die grosse Knacknuss im Kampf um die direkte Qualifikation heisst aber Italien. Der frischgebackene Europameister gab der Schweiz in der EM-Gruppenphase beim 3:0 schon mal klar den Tarif durch. Sie werden auch in der WM-Quali nicht leicht zu bezwingen sein und führen die Schweizer Gruppe C derzeit mit 9 Punkten aus 3 Spielen an.

Das Schweizer Problem heisst nicht nur Italien, sondern auch Modus. Es qualifizieren sich nämlich nur 13 Mannschaften aus Europa für die Weltmeisterschaft. Neben den 10 Gruppensiegern bleiben nur noch drei Plätze frei. Nach der Gruppenphase kommt es zu einem kleinen Playoff-Turnier. Die Gruppenzweiten sowie die beiden besten Gruppensieger der Nations League, die nicht als Erster oder Zweiter ihrer jeweiligen WM-Quali-Gruppe platziert sind, spielen dann um die letzten WM-Tickets.

Umgang mit Charakter-Köpfen

Eine grosse Stärke von Vladimir Petkovic war sein Standing in der Mannschaft. Führungsspieler wie Granit Xhaka oder Xherdan Shaqiri bekamen viel Vertrauen und gaben eben soviel zurück. Man spürte die gegenseitige Wertschätzung.

Murat Yakin muss es ebenfalls schaffen, das Vertrauen dieser Schlüsselspieler zu gewinnen und sie von seiner Spielidee überzeugen. Yakin gilt selbst als Charakterkopf, der eine klare Meinung hat, weiss, was er will und nur ungern davon abweicht.

Bei seinen Engagements bei GC und Sion ging es schnell um Machtkämpfe und nicht um den Fussball. Soll die Beziehung zwischen Yakin und der Nati eine harmonische werden, braucht er nicht nur das richtige Gespür für die Spieler, sondern auf jeden Fall auch die komplette Rückendeckung vom Verband.

Auffrischung des Kaders

Der jüngste Schweizer Spieler, der an der EM eingesetzt wurde, war der 23-jährige Ruben Vargas. Zwar sind die Schweizer Leistungsträger alle noch im besten Fussballalter und dennoch muss der Verband aufpassen, die nächste Auffrischung nicht zu verpassen. Nach einem Grosserfolg wie dem Erreichen des EM-Viertlfinals ist frisches Blut in der Mannschaft unabdingbar. Es wird an Murat Yakin liegen, junge Schweizer Talente wie Becir Omeragic, Leonidas Stergiou, Dan Ndoye, Darian Males oder Felix Mambimbi nach und nach in der Nati zu etablieren.

Der 19-jährige Becir Omeragic hat bisher vier Länderspiele für die Schweiz bestritten.
Der 19-jährige Becir Omeragic hat bisher vier Länderspiele für die Schweiz bestritten.
Bild: keystone

Umgang mit den Medien kontrollieren

Bereits am Samstag wurde in diversen Schweizer Medien verkündet, dass Murat Yakin neuer Nati-Trainer wird. Erst am Montagmorgen wurde es allerdings offiziell kommuniziert.

Die News wurden also an irgendeiner Stelle bereits zu früh ausgeplaudert. Ein erstes Informations-Leck, bevor die Amtszeit überhaupt beginnt, wirft nicht gerade das beste Licht auf den Verband und auf Murat Yakin. Bereits bei Petkovic hatte bezüglich Kommunikation nicht immer alles so geklappt, wie es hätte klappen sollen.

Yakin sollte aus den Fehlern seines Vorgängers lernen und die richtige Distanz zu den Medien finden, um nicht zum Spielball des Boulevards zu werden.

Ist Murat Yakin die richtige Wahl für den Nati-Trainer-Posten?
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So wurde die Schweizer Nati nach der EM 2020 empfangen

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So wurde die Schweizer Nati nach der EM 2020 empfangen
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