USA
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Trump holt dritten Goldman-Sachs-Manager an Bord – folgt bald ein Exxon-Mann?



Der designierte US-Präsident Donald Trump holt weitere Manager der Investmentbank Goldman Sachs als Berater an seine Seite. Nach übereinstimmenden Medienberichten vom Freitag will er Gary Cohn zu seinem wichtigsten Wirtschaftsberater machen.

In this Nov. 29, 2016 photo, Goldman Sachs COO Gary Cohn talks on his phone as he waits for the start of a meeting with President-elect Donald Trump at Trump Tower in New York.   Trump is expected to pick Cohn to lead the White House National Economic Council, according to two people informed of the decision.  (AP Photo/Evan Vucci)

Gary Cohn im Trump-Tower. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Der 56-jährige Banker würde an der Spitze des nationalen Wirtschaftsrates die gesamte Wirtschaftspolitik koordinieren. Anders als Kabinettsmitglieder müsste er nicht vom Senat bestätigt werden. Mit Cohn würde Trump bereits die dritte Position mit einem Goldman-Sachs-Banker besetzen.

Der designierte Finanzminister Steve Mnuchin arbeitete für das Unternehmen, ebenso Trumps Chefstratege im Weissen Haus, Stephen Bannon. Während des Wahlkampfs hatte Trump noch über einen längeren Zeitraum immer wieder gesagt, seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton werde von Goldman Sachs «total kontrolliert».

Die Karikaturisten dieser Welt zu Trumps Wahl

Darüber hinaus benannte Trump den australisch-US-amerikanischen Manager Andrew Liveris zum Chef eines Ausschusses, der für US-Produktionen werben soll. Die Gruppe habe den Auftrag, Wege zu finden, Industrie in die USA zurückzubringen, sagte Trump.

Exxon-Chef als Aussenminister?

Nach Angaben aus seinem Team favorisiert Trump den Chef des Ölriesen Exxon, Rex Tillerson, für den Posten des Aussenministers. Ein Mitarbeiter des Trump-Teams sagte, der designierte Präsident habe Tillerson am Dienstag getroffen und werde am Wochenende voraussichtlich nochmals mit ihm sprechen.

ExxonMobil CEO and chairman Rex W. Tillerson gives a speech at the annual Abu Dhabi International Petroleum Exhibition & Conference in Abu Dhabi, United Arab Emirates, on Monday, Nov. 7, 2016. Those attending the conference this week remain worried about low global oil prices. (AP Photo/Jon Gambrell)

Rex Tillerson. Bild: Jon Gambrell/AP/KEYSTONE

New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani hat sich am Freitag aus dem Rennen um die Kabinettsposten zurückgezogen. Neben ihm waren als erste der gescheiterte republikanische US-Präsidentschaftsbewerber von 2012, Mitt Romney, Ex-CIA-Chef David Petraeus und der Senator von Tennessee, Bob Corker, im Gespräch für den Posten des Chefdiplomaten.

FILE PHOTO: Former New York Mayor Rudy Giuliani delivers remarks before Donald Trump rallies with supporters in Council Bluffs, Iowa, U.S. September 28, 2016. REUTERS/Jonathan Ernst/File Photo

Rudy Giuliani will nicht. Bild: JONATHAN ERNST/REUTERS

In den vergangenen Tagen hat Trump seine Suche ausgeweitet. Neben Tillerson wurde auch der frühere Ford-Chef Alan Mulally als Kandidat gehandelt. In Trumps Team wurden auch der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, und der Marine-Admiral im Ruhestand, James Stavridis, genannt.

Posten gegen Spenden?

Gute Chancen auf Posten in der Regierung haben offenbar diejenigen, die den Wahlkampf Trumps grosszügig gesponsert hatten. Die «Washington Post» berichtete, mit der Wahl von Andrew Puzder zum Arbeitsminister habe Trump nun bereits sechs seiner grossen Spender für seine Regierung ausgewählt.

Trump mag nicht, wie Medien Berichte über ihn bebildern – so reagiert das Internet

Zusammen mit ihren Familien hätten Trumps Kandidaten 11.6 Millionen Dollar gegeben, um dessen Präsidentschaft, seine Lobbygruppen und das Republikanische Nationalkomitee zu unterstützen. Das gehe aus einer Analyse der bundesstaatlichen Wahlkampfakten hervor.

Mit einer weiteren Forderung löste Trump bei den Demokraten erneut heftige Kritik aus. Sein Team verlangte vom Energieministerium, die Namen aller Mitarbeiter herauszugeben, die am Thema Klimawandel gearbeitet haben. Die «Washington Post» zeigte ein Memo des Teams mit 74 Fragen: Sie zielen auf die Amtszeit Barack Obamas, für den Klimaschutz ein Herzensanliegen war. Insbesondere solle die Teilnahme an UNO-Klimakonferenzen beantwortet werden, aber auch die Mitarbeit an der Bewertung wirtschaftlicher Konsequenzen des Klimawandels.

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Komplett unverschlüsselt

Der demokratische Abgeordnete Bill Foster (Illinois) erklärte, diese verstörenden Methoden erinnerten ihn an finstere Zeiten des Kalten Krieges. Indirekt verglich er das Ansinnen von Trumps Team mit den Methoden in der Ära des Senators Joseph McCarthy, der Jagd echter oder vermeintlicher Kommunisten in den USA Anfang der 50er Jahre.

Sorgen über Datensicherheit scheint sich Trump nicht zu machen. Nach einem Bericht von «Politico» kommuniziert er nach wie vor komplett unverschlüsselt und ungesichert auch mit Staatsoberhäuptern und fremden Regierungen. Er nutze für seine Gespräche bisher keinerlei Infrastruktur, die dafür von der Regierung vorgesehen ist. (sda/dpa/reu)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kola 10.12.2016 13:27
    Highlight Highlight Am besten finde ich ja:
    "Er nutze für seine Gespräche bisher keinerlei Infrastruktur, die dafür von der Regierung vorgesehen ist."

    Aha. Nutzt er vergoldete Server, die im Keller des Trump-Tower herumstehen?

    Wollte nicht mal irgendjemand irgendjemanden wegen Gefährdung von Staatsgeheimnissen ins Gefängnis stecken? Kann mich aber auch irren, ist schon eine Weile her...
  • exeswiss 10.12.2016 13:05
    Highlight Highlight drain the swamp.... with more swamp :DD
  • Tropfnase 10.12.2016 11:07
    Highlight Highlight Jetzt wird für die amerikanisch Elite Geld verdient! Der Umweltschutz bleibt eh auf der Strecke. und 50 Prozent der Amerikaner wären wohl absolut happy wen sie den Lebensstandart der DDR vor 30 Jahren hätten... armä Lemminge
    • atomschlaf 10.12.2016 11:50
      Highlight Highlight Und viele Europäer wären heute froh, sie hätten den Lebensstandard der USA von vor 30 Jahren...
    • SemperFi 10.12.2016 13:47
      Highlight Highlight Es geht uns Europäern so gut wie noch nie. Wenn nun die dreihundert Reichsten in unserem Land nicht nur an den eigenen Geldsack denken würden, sondern etwas Mässigung und Solidarität leben würden, würde auch die Schere Wohlstandsschere nicht so weit aufgehen.
    • atomschlaf 10.12.2016 14:19
      Highlight Highlight Die Blitze der Ahnungslosen... LOL
    Weitere Antworten anzeigen
  • San_Fernando 10.12.2016 10:19
    Highlight Highlight Mit Trumps Wahl werden endlich die Populisten entlarvt. Das ganze Gerede um die classe politique und um "make america great again"
    Alles blabla. Den Populisten geht es nur um eins: Steuersenkungen, Aushöhlung des Staates und Begünstigung der Reichen.
    An alle diejenigen die auf diese Wahlkampfrethorik reinfallen: Willkommen in der Realität...
    • Yes. 10.12.2016 10:51
      Highlight Highlight Nur nebenbei: Populist ist in den USA momentan ein Kompliment. Bernie Sanders und Elisabeth Warren gelten als grosse Populisten. Die Bedeutung des Begriffs ist aber anders als in Europa und meint anti-neoliberal.
    • atomschlaf 10.12.2016 11:48
      Highlight Highlight @Yes.: In Europa und insbesondere im deutschsprachigen Raum sind Establishment, Medien und Regierungsmacht mitte-links positioniert. Hier werden die Rechten als "Populisten" diffamiert.
      In den USA steht das Establishment viel weiter rechts (sogar die Demokraten stünden in Europa klar rechts der Mitte). Ergo werden dort die Linken als "Populisten" beschimpft.

      Zeigt schön auf, wie "Populist" lediglich ein bedeutungsloser Kampfbegriff zur Diffamierung des politischen Gegners ist!
    • Citation Needed 10.12.2016 15:38
      Highlight Highlight Atomschlaf, Du übertreibst ein wenig. Es wird ja nicht jeder Rechte Populist genannt, auch in den Medien nicht.
      Wo Du Recht hast: die Wortbedeutung ist abhängig von der Perspektive des Sprechers, und herrschende Machtverhältnisse, bzw. Ideologie, beeinflussen eine Bedeutung - Beeinflussen ja, aber nicht killen!
      Der Politische Diskurs neigt zu 'Schlagwortproduktion', besonders via Massenmedien. Begriffe werden durch Mehrfachbelegung nicht hohl, man muss die Bedeutung einfach kennen und klären. Das Phänomen, das sie beschreiben, verschwindet ja nicht wegen sprachlicher Unklarheiten von der Welt.
  • Ingolmo 10.12.2016 09:33
    Highlight Highlight 9 Minute Spass, oder trauer?

    Play Icon

  • Skip Bo 10.12.2016 09:23
    Highlight Highlight Was bereits drei? Damit wären schon fast halbsoviele (grobe Schätzung) GS Mitarbeiter im US Kabinett wie in EU Kommissionen und Auschüssen vertreten.
    Sind US GSler schlimmer als EU GSler?
  • HansDampf_CH 10.12.2016 08:59
    Highlight Highlight Der feuchte Traum der Neocons
    eine Korpokratie
  • zombie woof 10.12.2016 08:58
    Highlight Highlight Wahrscheinlich merkt es das Amerikanische Volch immer noch nicht, wie es grad ganz heftig verarscht wird. Anstelle seines Wahlkampf Slogans " Make America great again" hätte er auch Fuck you America nehmen können, denn genau das macht er jetzt. Er wird seine Taschen wie die einiger Auserwählten prall füllen!
  • malu 64 10.12.2016 08:23
    Highlight Highlight Sind diese nominierten, ehemaligen Banker nicht ein Teil der gehassten Elite? Skrupellose
    Manager, welche einen Teil der Amerikaner
    nach dem Börsencrash, enteignen liessen?
    Sollen sie ihre Gier nun mit dem Staat vorsetzen? Ist es nicht gefährlich, dass der politische Wissens Vorsprung, genutzt wird,
    um Insiderhandel zu betreiben? Was sonst bringt ex Banker dazu für 100 000.- Dollar im
    Jahr, zu arbeiten?
  • NumeIch 10.12.2016 08:23
    Highlight Highlight Das weisse Haus die neuste Filiale von Goldman Sachs. Dir Wahlmänner sollten den Wahnsinn wirklich stoppen.
  • BennyG 10.12.2016 08:19
    Highlight Highlight Bitte mehr zu Goldman Sachs berichten wenn ihr schon gross erwähnt, dass Trump auf 3 ehemalige Goldman Sachs Mitarbeiter zählt. Berichtet von Abacus 2007 AC1, berichtet von ihrem Netwerk in Europa, berichtet von Fabulous Fab.
    Die Leser sollen nicht nur mit einem Namen abgestumpft werden sondern sich mit der Tragweite von solchen Beratern auseinandersetzen.

    Was da in den USA gerade passiert ist höchst beunruhigend, vorallem in ökonomischer Hinnsicht.
  • Scaros_2 10.12.2016 07:48
    Highlight Highlight Trevor Noah hat letztens super aufgezeigt, das es bei Trump nur um die Show geht und hintendurch um ganz anders.
    Play Icon
    • Saraina 10.12.2016 09:45
      Highlight Highlight Berneeeeee!❣
  • Butzdi 10.12.2016 07:28
    Highlight Highlight Trump treibt 'pay to play' - was er Clinton im Wahlkampf so extrem unterstelle- ad absurdum. Nicht nur scharfe Beobachter erkennen die Taktik:
    1. streue Zweifel betreffend der Objektivität deiner Kritiker (Medien und jeder der was gegen Trump sagt)
    2. Attackiere Personen um dich nicht mit Fakten auseinandersetzen zu müssen
    3. wenn du was verbrochen hast oder es vorhast, dann beschuldige deinen Kontrahenten und lenke von dir ab.

    So arbeiten Despoten und Geheimdienste... die arbeiten aber nie im Interesse des kleinen Mannes.
    • Enzasa 10.12.2016 09:28
      Highlight Highlight Doch der kleine Mann glaubt lieber den Populisten.
      In Amerika wie in Europa.
  • Alex23 10.12.2016 07:23
    Highlight Highlight Ich weiss nicht, wie es anderen geht, aber mir wird nur noch schlecht, wenn ich sehe, was da abläuft. Die Leute, die sich der designierte Präsident ins Boot holt, sind zusammen mit ihm selbst Brandbeschleuniger. Es geht eindeutig den Abhang runter mit dieser Welt.
    Tja, wäre gerne optimistischer an diesem schönen Samstagmorgen, aber das ist gar nicht so einfach.
  • Butzdi 10.12.2016 07:12
    Highlight Highlight Trump weiss, dass seine Gläubigen ihm alles nachplappern. Deshalb hat er 2 seiner Wahlgesänge in einen zusammengefasst: der Sumpf wurde gerade 10 Fuss tiefer.
    Man könnte meinen, irgendwann würde es dann hoffentlich auch der Letzte merken: Milliardäre wurden nicht Milliardäre weil sie sich für das gemeine Volk einsetzten. Leider wird es nicht so, die Trump Fans sind in Verneinungsphase und das wird sich wohl nie ändern, sonst hätten sie gar nie für Trump gestimmt.
    • Enzasa 10.12.2016 09:31
      Highlight Highlight Ups, hieß es nicht Clinton ist die, die sich vom Geld beeindrucken lässt

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