DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nach Grossdemonstration
Bild: EPA/EPA

Gericht in Moskau bestraft Oppositionelle und lässt Pussy Riot-Mitglieder verhaften

Bei Protesten gegen Justizwillkür in Moskau sind auch Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina von der regierungskritischen Gruppe Pussy Riot und ein wichtiger Oppositionspolitiker festgenommen worden. 
24.02.2014, 11:4224.02.2014, 12:34

Im Prozess gegen acht Oppositionsanhänger sind am Montag in Moskau sieben der Angeklagten zu vier Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Die achte Angeklagte wurde zu drei Jahren und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Gegen die Urteilsverkündung wurde protestiert. Unter den Demonstranten waren auch zwei Mitglieder von Pussy Riot: Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina.

Tolokonnikowas Ehemann Pjotr Wersilow veröffentlichte über Twitter am Montag ein Foto, das die beiden Aktivistinnen in einem Gefängnisbus der Polizei zeigt. Insgesamt seien mehr als 220 Menschen abgeführt worden, schrieb Wersilow. Auch der wichtige Oppositionspolitiker Alexej Nawalny war unter den Festgenommenen. Er erklärte, die Menschen würden «ohne Grund» festgehalten. 

Die Angeklagten waren am Freitag schuldig gesprochen worden, bei einer Grossdemonstration am 6. Mai 2012 gegen die Rückkehr Wladimir Putins ins Präsidentenamt an Massenunruhen teilgenommen und Polizisten geschlagen zu haben. Augenzeugen gaben dagegen an, die Gewalt bei der Kundgebung sei von der Polizei ausgegangen. Damals trat Putin seine dritte Amtszeit als Staatschef an.

Die Verfahren gegen die Oppositionellen waren von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International als «Schauprozesse» und die Urteile vom Freitag als «abscheuliche Ungerechtigkeit» kritisiert worden. 

Urteilsverkündung nach Sotschi-Schlussfeier

Vor dem Gericht demonstrierten am Montag Hunderte Unterstützer. Sie riefen zu einem Protest in der Nähe des Kremls im Laufe des Tages auf.

Schon am Freitag waren bei Protesten vor dem Gericht rund 200 Unterstützer festgenommen worden. Die Opposition warf der Justiz vor, die Verkündung des Strafmasses auf Montag verschoben zu haben, um die Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele im südrussischen Sotschi nicht zu stören. (tvr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
«Erdogan kann es sich nicht leisten, diesen Nato-Beitritt zu verhindern»
Schweden und Finnland wollen in die Nato. Warum der Kreml bisher nur verhalten reagiert und ob die Türkei weiterhin blockieren wird, beantwortet Aussenpolitik- und Sicherheitsexperte Matthias Dembinski.

Herr Dembinski, eskaliert wegen des Nato-Beitritts von Schweden und Finnland nun die Situation mit Russland?
Matthias Dembinski: Die russische Reaktion war bisher sehr verhalten. Das hat mich überrascht.

Zur Story