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Mindestens sieben Tote durch Orkantief «Xavier» in Norddeutschland



Das Sturmtief «Xavier» hat am Donnerstag mindestens sieben Menschen das Leben gekostet. In Nord- und Ostdeutschland führten die mit «Xavier» verbundenen orkanartigen Stürme und Regenfälle zudem zu mehreren tausend Einsätzen von Polizei und Feuerwehren.

Vor allem in den Grossstädten wie Berlin und Hamburg, aber auch in vielen ländlichen Gebieten gab es Verkehrsbehinderungen bis zu umfassenden Sperrungen im Strassen- und Bahnverkehr, die Schäden dürften in die Millionenhöhe gehen.

Der Deutsche Wetterdienst hob Donnerstagabend seine wegen «Xavier» ausgelösten Unwetterwarnungen vollständig wieder auf. Nur im Gebirge und an den Küsten seien noch Sturmböen zu erwarten, es seien aber keine orkanartigen Böen mehr zu erwarten.

Allein im Land Brandenburg starben drei Menschen in ihren Fahrzeugen sowie ein Fussgänger, wie ein Polizeisprecher in Potsdam sagte. In Berlin, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gab es jeweils einen Toten.

«Extrem betroffen»

Eine Frau starb, als sie beim brandenburgischen Gransee mit ihrem Pkw wegen des Sturms von der Fahrbahn abkam und in einen Graben fuhr, wo sie von einem Baum erschlagen wurde. «Das gesamte Land Brandenburg ist extrem betroffen», sagte ein Polizeisprecher. Von 15 Uhr bis 18.30 Uhr habe es 500 Einsätze wegen des Orkantiefs gegeben.

In Hamburg erschlug ein entwurzelter Baum eine in ihrem Auto sitzende Frau, wie eine Polizeisprecherin sagte. Eine zweite Insassin sei verletzt ins Spital gebracht worden. Insgesamt gab es in Hamburg zehn Verletzte, die Retter leisteten mehr als 1200 Einsätze.

An der Bundesstrasse B191 in Neu-Karstädt in Mecklenburg-Vorpommern durchschlug ein Baum das Führerhaus eines fahrenden Lastwagens. Der Lastwagenfahrer habe dabei so schwere Kopfverletzungen erlitten, dass der Notarzt nur noch seinen Tod feststellen konnte, sagte ein Polizeisprecher. In Berlin berichtete die Feuerwehr von einem Toten und einem schwer verletzten Menschen in einem Auto im Stadtteil Tegel.

In Osterholz im Bremer Umland wurde laut Polizei eine 65 Jahre alte Frau von einem Ast getroffen und mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen in ein Spital gebracht.

Bahnverkehr lahmgelegt

Die Deutsche Bahn stellte in ganz Norddeutschland und weiten Teilen Ostdeutschlands den Zugverkehr vollständig ein, auf zahlreichen Strecken stürzten Bäume und Äste auf Schienen und Oberleitungen. In Berlin stellte die S-Bahn den Zugverkehr sowie den U-Bahnverkehr im Bereich der oberirdischen Streckenabschnitte ein. Die Strecken konnten im Verlauf des Donnerstagabends aber nach und nach wieder freigegeben werden.

In Berlin berichtete die Feuerwehr vom Ausnahmezustand und 1300 Einsätzen. Im Landkreis Segeberg fuhren die Feuerwehren mehr als 400 Einsätze, im Landkreis Stade mehr als 300 Einsätze, im Landkreis Leer über 200. Im Landkreis Lübeck meldeten die Rettungskräfte «mehrere hundert» Einsätze sowie mehrere Verletzte. In Bremen meldete die Polizei in kurzer Zeit rund 200 Einsätze.

1000-Tonnen-Kran im Fluss

Wie die Wasserschutzpolizeiinspektion Wilhelmshaven mitteilte, stürzte von der Niedersachsenbrücke ein etwa tausend Tonnen schwerer schienengebundener Entladekran bei Starkwind in die Jade und versank teilweise. An dem Kran dürfte Totalschaden entstanden sein, die Brückenanlage musste gesperrt werden.

In Bremerhaven rammte ein beim Sturm losgerissener Schwimmkran zunächst einen Fischtrawler und danach eine Mega-Yacht. (sda/afp)

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