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Ein Bett in der Kapsel: Hotel-Novum öffnet in Luzern



Mit der neuen Woche hat Luzern ein neues Übernachtungsangebot: Das schweizweit erste Kapselhotel bietet 18 Schlafgelegenheiten in High-Tech-Kästen von knapp zweieinhalb Kubikmetern. Die Idee stammt aus Japan, Interesse dafür besteht auch in anderen Schweizer Städten.

Das «Capsule Hotel», das nach eigenen Angaben die Schweiz für jedermann erschwinglich macht, ist am Hirschengraben in der Stadt Luzern untergebracht. Die reichlich befahrene Strasse führt direkt auf die Autobahn. Doch wegen des Blickes vom fünften Stock bucht hier kaum jemand ein Bett.

Denn Zimmer gibt es in diesem Hotel keine, genächtigt wird in Kapseln. 1.28 Meter breit, 2.2 Meter lang, 1.47 Meter hoch, chinesisches Fabrikat, fensterlos. Ausgestattet sind die Kunststoff-Boxen mit einem Belüftungssystem, Internet gibt es auch, dazu einen Safe, USB-Anschlüsse und in einigen Kapseln einen Fernseher.

In dem rund 65 Quadratmeter-Raum stehen je zwei Kapseln aufeinander. Dazu gibt es drei individuelle Nasszellen mit Dusche und WC. Er habe eine Kapsel getestet und gut geschlafen, sagt Fabian Hux, Leiter des Hotelprojekts.

«Jugi 2.0»

Schnarchen, versichert der 26-Jährige, höre man seinen Kapselnachbarn nicht. Dafür sorgt dämmende Steinwolle zwischen den einzelnen Kabinen. Zudem werden die Kapseln nur an Einzelpersonen vermietet. Im Visier haben die Betreiber Touristen, aber auch digitale Nomaden ohne festen Arbeitsplatz.

Diesen und all jenen, die gerne etwas mehr Privatsphäre als in der Jugendherberge haben, aber trotzdem nicht auf Begegnungen verzichten wollen, stehen eine Etage tiefer ein Wohnzimmer mit Küche und zusätzlich buchbare Arbeitsplätze zur Verfügung.

In bloss drei Monaten habe man das ehemalige Ingenieurbüro in das Kapselhotel verwandelt. Die Nacht kostet zwischen 35 und 60 Franken. Damit kann das Hotel mit Jugendherbergen mithalten. Man sehe sich denn auch als «Jugi 2.0», sagt Hux. Bereits hätten sich Interessenten aus Bern und Basel bei ihnen gemeldet, die ein solches Kapselangebot prüfen.

Keine Erstickungsgefahr

Zur Höhe der Investitionen macht Hux keine Angaben. Zum Start in Luzern seien für Montag rund 60 Prozent der Kapseln gebucht, langfristig rechne man mit einer durchschnittlichen Auslastung von 70 Prozent.

Da der Buchungsprozess komplett digital ablaufe - Gäste erhalten etwa einen Zugangscode zum Haus -, sei es das Ziel, die Personalkosten auf die Reinigung zu beschränken. Bezüglich Sicherheit habe man keine speziellen Auflagen erfüllen müssen. Sämtliche verbauten Materialien seien nicht brennbar. Auch ersticken kann übrigens niemand in den Kapseln. Sie sind nicht luftdicht. (sda)

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