Gesellschaft & Politik
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Mache Altersheim-Bewohner können das Pflegepersonal auch am Dienstag noch nicht wieder per Notfallknopf alarmieren. symbolbild: shutterstock 

Hoffen, dass der Arzt kommt: Der Notfall-Knopf funktioniert immer noch nicht

Klara Rochat musste während einer Schmerzattacke im Altersheim über eine halbe Stunde ausharren, bis sie Hilfe bekam. Schuld war das Notfallknopf-System, das in zahlreichen Spitälern und Heimen nach Neujahr gestreikt hat – und dies in gewissen Altersheimen bis heute tut. 



Wer im Spital oder im Altersheim liegt, zählt auf den am Bett installierten Notfallknopf, um wenn nötig das Pflegepersonal zu alarmieren. 

Wie watson publik machte, fiel dieser in der Silvesternacht in vielen Schweizer Spitälern und Heimen wegen eines Softwarefehlers aus. Auch am Dienstag funktioniert das Notruf-System in mehreren Alters- und Pflegeheimen noch immer nicht. 

Die Herstellerfirma des Systems, Gets MSS SA in Lausanne, behandelte die Spitäler bei der Bewältigung des Bugs prioritär. Eine Sprecherin des Unternehmens sagt: «Wir überprüfen derzeit mit unseren Partnerfirmen, wie viele Institutionen genau betroffen waren und wie viele noch auf eine Behebung der Panne warten.» Laut bisherigen Schätzungen der Firma streikte das System schweizweit in rund 400 Spitälern, Alters- und Behindertenheimen.

Inzwischen wird klar, dass die Panne zu heiklen Situationen geführt hat. Bei watson meldete sich eine Person aus dem Umfeld des Altersheims Gäu in Egerkingen SO und der von Osteoporose geplagten Klara Rochat* (94). Rochat musste laut Schilderungen des watson-Lesers über 30 Minuten warten, bis sie nach einer Schmerzattacke Hilfe bekam. Sie befürchtete eine Fraktur. Passiert sei der Vorfall am 2. Januar. 

Klara hatte Glück im Unglück: Eine – ebenfalls betagte – Freundin war während des Vorfalls zu Besuch. Sie eilte laut Aussage des watson-Lesers durch die Korridore, um Hilfe zu holen, stiess jedoch auf kein Pflegepersonal. Schlussendlich lief die Dame zu sich nach Hause und alarmierte von ihrem Festnetztelefon aus die Zentrale des Altersheims – denn ein Handy besitzt sie nicht.

Die Panne sei in den Einrichtungen der Alterszentren Gäu inzwischen behoben, sagt Sprecherin Sandra Lovizio. Der erwähnte Vorfall sei nicht gemeldet worden, deswegen könne sie dazu keine weiteren Auskünfte geben. Um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten, habe das Pflegepersonal die Türen zu den Zimmern offen gelassen und häufiger bei jedem Bewohner vorbeischaut. 

Dass es zu brenzligen Situationen kam, bestreiten die angefragten Spitäler und Heime. Viele verteilten Babyphones oder Glocken und vermehrten ihre Rundgänge in den Zimmern. 

Warst auch du oder jemand in deinem Umfeld von der Panne betroffen? Schreib uns auf redaktion@watson.ch

*Name geändert. 

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Video: srf

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zeitgeist 08.01.2019 19:37
    Highlight Highlight Wie war es nur möglich, als Spezies zu überleben, bevor solche Notfallknöpfe entwickelt wurden? Kaum vorstellbar...

    Ich streite jedoch keinesfalls ab, dass deren Einführung wahrscheinlich eine grosse Erleichterung für Patienten und Pflegepersonal war.
  • Gümpeli 08.01.2019 18:05
    Highlight Highlight Zum Titel: "Hoffen, dass der Arzt kommt.."
    ich kenne sowiso keinen Arzt, welcher zu den Patienten geht, wenn diese die Rufglocke betätigen.
    Dies tun die Pflegefachpersonen!
    • hansdampfinallengassen 08.01.2019 19:53
      Highlight Highlight Sehr gut pariert. Bravo
  • Butschina 08.01.2019 18:00
    Highlight Highlight Dass man eine halbe Stunde auf Hilfe wartet kommt auch bei funktionnierenden Systemen vor. Zwar ist das Problem schneller einer Person mitgeteilt. Der Personalmangel in etlichen Einrichtungen führt dazu, dass öfter mal etwas vergessen geht oder es lange Dauert bis die effektive Hilfe da ist.
    Zum Fall der alten Dame denke ich, dass die Schilderung etwas übertrieben ist. Der Besuch ging nach hause um die Zentrale des Heimes anzurufen??? Wenn es so schlimm gewesen wäre hätte sie die Zentrale persönlich aufgesucht und notfalls das Telefon dort benutzt.
  • BassBox 08.01.2019 17:45
    Highlight Highlight Aber Hey!
    Hauptsache die Swisscom stellt alles von Analog zu Digital um... es ist ja so viel besser...
    • Aussie 08.01.2019 19:23
      Highlight Highlight sagt ein all-IP Geschädigter?
    • Wurstbrot 08.01.2019 20:09
      Highlight Highlight Das hat jetzt damit genau gar nichts zu tun. Das sind geschlossene Systeme. Wenn man keine Ahnung hat, muss man nicht unbedingt was schreiben.
    • w'ever 08.01.2019 22:44
      Highlight Highlight warum nicht gleich der SVP die schuld geben?;)
  • elnino 08.01.2019 17:10
    Highlight Highlight Ich glaube wir alle wissen nach Gefühl 5 Watson Artikeln, dass die Knöpfe streiken

    Ihr dürft getrost die Angstmacherei eindämmen ;)
  • Harri Hirsch 08.01.2019 17:06
    Highlight Highlight Schöne neue Welt...
    Dort wo ich ab und zu vorbei gehe hiess es, es komme frühestens am Freitag jemand vorbei um das Problem zu beheben...😤
    • ghawdex 08.01.2019 18:12
      Highlight Highlight Personal, Material und besonders Spezial-Werkzeuge sind nicht in solchen Massen vorhanden um das Problem überall gleichzeitig beheben zu können. Die Behebung ist auch etwas mehr als nur ein Software Update einzuspielen wie man aus den bisherigen Artikeln vermuten könnte.
    • Samurai Gra 08.01.2019 19:10
      Highlight Highlight @ghawdex: Wie genau oder besser was genau ist Fehlerhaft?

      Fraglich ist auch das QS des Herstellers
      Wurde die Zeitumstellung nicht in nem Blackbox System geprüft?
      Es kann ja bei so vielen Häusern mit div. Systemen und Architekturen ja kaum an der "Umwelt" liegen.
      Obwohl das Argument "Andere Häuser Arbeiten andefs" habe ich die letzten 8 Monate genug gehört aber glauben tue ich es nicht mehr
    • Wurstbrot 08.01.2019 20:10
      Highlight Highlight Wenn das System so fehlerhaft ist, gehört es entsorgt. Die Systeme der Firme T... haben auch am 1.1.19 normal funktioniert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alf 08.01.2019 16:59
    Highlight Highlight «Dass es zu brenzligen Situationen kam, bestreiten die angefragten Spitäler und Heime. »...Super Strategie: 🙊🙉🙈
    • Butschina 09.01.2019 04:08
      Highlight Highlight Ich denke dass stimmt schon. Betreut eine Pflegeperson einen stark gefährdeten Patienten (egal aus welchen Gründen auch immer) wird falls in dem Haus möglich eine Sitzwache aufgeboten. Ansonsten geht die Pflegeperson oft ins Zimmer und schaut nach dem Patienten. Stark gefährdete Personen können oft sowieso nicht selber klingeln.
      Fällt jemand im Spital hin und ist alleine im Zimmer kann sie, sofern noch möglich eh nur schreien.
  • Okabe Rintarou 08.01.2019 16:54
    Highlight Highlight Zum Glück ist bis jetzt nichts alzu Schlimmes passiert. Soetwas dasf nicht passiern.

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