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«Ici c'est Paris» – Lionel Messi grüsst vom Balkon seines Hotelzimmers aus die Fans.
«Ici c'est Paris» – Lionel Messi grüsst vom Balkon seines Hotelzimmers aus die Fans.Bild: keystone

Messi-Mania in Paris – alle wichtigen Fakten zum Wechsel zu PSG

Es ist ohne Zweifel einer der bedeutendsten Wechsel der Fussballgeschichte. Nach 21 Jahren beim FC Barcelona hat Lionel Messi bei Paris Saint-Germain unterschrieben.
11.08.2021, 09:2811.08.2021, 12:49

Wie lange bleibt Messi?

Lionel Messi hat bei Paris Saint-Germain für zwei Jahre unterschrieben. Der Kontrakt des 34-jährigen Argentiniers hat eine Option für ein drittes Jahr.

Was verdient Messi?

Das teilt PSG nicht mit. Gemäss übereinstimmenden Medienberichten kassiert der sechsfache Weltfussballer des Jahres 35 Millionen Euro im Jahr – netto, das heisst nach Abzug aller Abzüge.

Der englische «Standard» hat das Einkommen heruntergerechnet. So sieht man eindrücklich, wie viel Geld der unvorstellbare Jahreslohn von 35 Millionen Euro tatsächlich sind. Lionel Messi verdient in Paris 104'000 Euro am Tag, 8680 Euro in der Stunde, in jeder Minute 144.68 Euro und mit jeder Bewegung des Sekundenzeigers 2.41 Euro.

Hätte Messi eine eigene Münzprägmaschine in seinem Haus, würde sie ihm also alle zwei Sekunden einen Fünfliber ausspucken – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Vielleicht haben wir ja einen User mit Mathe-Flair hier, der uns allen ausrechnen kann, wie lange es dauert, mit diesem Einkommen einen Geldspeicher zu füllen, wie ihn Dagobert Duck besitzt …

Was erhält der FC Barcelona?

Nichts. Der Vertrag mit Lionel Messi endete am 30. Juni, seither war der Superstar vereins- und vertragslos. Und als solcher durfte er ablösefrei wechseln.

Neue Klubs locken die Spieler deshalb häufig mit einem Handgeld, das sie anstelle der Ablösesumme ausrichten müssen. Das ist in diesem Fall nicht anders: Messi kassiert für seine Unterschrift je nach Quelle zwischen 25 und 30 Millionen Euro.

Welche Rückennummer trägt Messi?

Für seinen neuen Klub läuft Lionel Messi mit der Rückennummer 30 auf. Es ist eine Zahl mit Symbolgehalt: Zwischen 2004 und 2006 lief er in seinen ersten beiden Saisons für Barça ebenfalls mit der 30 auf dem Trikot auf.

Es folgten zwei Saisons mit der Nummer 19, ehe Messi ab 2008 mit der Nummer 10 auf dem Rücken spielte. Diese trug vor ihm Ronaldinho – der Brasilianer machte einst den umgekehrten Weg. Er wurde bei PSG zum Weltstar und wechselte danach zu Barcelona, wo er zwei Mal Weltfussballer wurde.

Dass Messi die Nummer 30 tragen darf, geht nur dank einer Ausnahmebewilligung der Liga. Eigentlich sind in Frankreichs Ligue 1 die Nummern 1, 16 und 30 Torhütern vorbehalten. Gemäss «L'Equipe» bot Neymar an, seine 10 abzugeben, doch Messi habe dies höflich abgelehnt. Als Neuling sei es an ihm, eine andere Nummer zu nehmen.

Wann spielt Messi erstmals für PSG?

Am 10. Juli führte Lionel Messi Argentinien erstmals zum Gewinn der Copa America. Seither war er in den Ferien. Er dürfte Trainingsrückstand haben, das PSG-Heimspiel am Samstag gegen Strassburg wird er wohl als Tribünengast beobachten (und der Rest des Stadions wird den prominenten Tribünengast beobachten).

Danach stehen am 20. August und am 29. August zwei Auswärtsspiele auf dem Programm, zunächst bei Stade Brest, anschliessend bei Stade Reims. Wird Messi in der Fremde debütieren – oder spart sich PSG diesen Moment bis zum Heimspiel am 12. September gegen Clermont Foot auf?

Messi-Fans aufgepasst: Für diese Partie sind, Stand heute Morgen, noch 640 Tickets auf der offiziellen Website erhältlich.

Was sagt Messi zum Wechsel?

In einer PSG-Mitteilung wird er so zitiert:

«Ich freue mich darauf, bei Paris Saint-Germain ein neues Kapitel meiner Karriere zu beginnen. Alles an diesem Verein entspricht meinen fussballerischen Ambitionen. Ich weiss, wie talentiert die Mannschaft und der Trainerstab hier sind. Ich bin entschlossen, etwas Besonderes für den Verein und die Fans aufzubauen, und ich freue mich darauf, im Parc des Princes auf dem Platz zu stehen.»

Ausführlicher wird er um 11 Uhr an einer Medienkonferenz Auskunft geben. Es ist nicht anzunehmen, dass sie so tränenreich wird wie der Abschied aus Barcelona am Sonntag.

Was sagen die PSG-Bosse?

Nasser Al-Khelaifi ist der Abgesandte des Emirs von Katar in Paris und bei PSG der Präsident. Er sagt:

«Ich freue mich, dass Lionel Messi sich für Paris Saint-Germain entschieden hat, und wir sind stolz, ihn und seine Familie in Paris willkommen zu heissen. Er hat keinen Hehl aus seinem Wunsch gemacht, weiterhin auf höchstem Niveau zu spielen und Trophäen zu gewinnen, und natürlich wollen wir als Verein dasselbe tun. Mit der Aufnahme von Leo in unseren Weltklasse-Kader setzt der Verein seine sehr strategische und erfolgreiche Transferpolitik fort. Ich freue mich darauf, dass die Mannschaft unter der Leitung unseres hervorragenden Trainers und seines Teams für unsere Fans auf der ganzen Welt gemeinsam Geschichte schreiben wird.»

Lohnt sich das für PSG?

Bei den Parisern gelten andere Massstäbe als finanzielle, Geld spielt schlicht keine Rolle. Die Besitzer aus Katar haben so viel davon, dass sie sich alles leisten können. Letzte Saison waren die elf Spieler der Ligue 1 mit dem höchsten Lohn alle bei PSG unter Vertrag.

Also kann man schon jetzt, ohne dass Messi eine Sekunde für den Klub gespielt hat, sagen: Der Transfer lohnt sich. PSG ist auf einen Schlag zum aufregendsten Klub der Welt geworden, ob das Traditionalisten gefällt oder nicht. Darum geht es den Besitzern von der arabischen Halbinsel: Sie wollen Schulterklopfer erhalten, und sie brauchen vor der höchst umstrittenen WM 2022 in Katar gute Stimmung. Ein Messi, der ein bisschen jongliert und von Katar schwärmt, kann dabei helfen.

Das Interesse an Messi ist gewaltig, PSG profitiert nicht nur bei Trikotverkäufen davon. Alleine gestern stieg die Anzahl an Followern der diversen PSG-Twitterprofile um rund 300'000, auch bei Instagram ging es hoch und die Followerzahlen werden weiter steigen.

Grosser Bahnhof am Flughafen gestern: Messi dürfte noch vor Mona Lisa zum berühmtesten Pariser geworden sein.
Grosser Bahnhof am Flughafen gestern: Messi dürfte noch vor Mona Lisa zum berühmtesten Pariser geworden sein.Bild: keystone

Lohnt es sich sportlich?

Ohne Frage: Lieber mit Messi als ohne ihn. Lionel Messi toppt noch einmal alles, und dabei hatte Paris Saint-Germain schon vorher eine sagenhafte Weltauswahl am Start für diese Saison. Im Tor steht neu Gianluigi Donnarumma, der als bester Spieler der EM ausgezeichnet wurde. Vor ihm verteidigt neu Sergio Ramos, der vielleicht beste Abwehrchef des vergangenen Jahrzehnts. Georginio Wijnaldum kam aus Liverpool, für Achraf Hakimi wurden 60 Millionen Euro hingeblättert und Neymar, Kylian Mbappé oder Angel di Maria waren schon vorher da.

Messis Verpflichtung ist die ultimative Ankündigung, dass nun endlich die Champions-League-Trophäe gewonnen werden soll. Die grösste Frage betrifft nicht die Klasse der einzelnen Spieler, sondern ihre Egos. Wer soll beispielsweise die Penaltys schiessen bei so vielen Weltstars? Darin liegt die grösste Aufgabe von Trainer Mauricio Pochettino: Dass er die hohen Ansprüche jedes Einzelnen befriedigen kann und dass er eine Atmosphäre schafft, die möglichst frei von Streitereien ist.

Was hat der Rest der Liga davon?

«Im ganzen Land kneifen sich die Fussballfans und fragen sich, ob es wirklich wahr ist», schreibt die Liga auf ihrer Website. «Es ist ziemlich sicher, dass der grösste Teil Frankreichs – und der ganzen Welt – sich darauf freut, dass einer der ganz Grossen dieses Spiels die Magie nach Frankreich bringt. Bienvenue, Leo!»

Auch die Ligue 1 profitiert davon, dass Paris Saint-Germain dermassen klotzt. Eher nicht bezüglich Spannung, es ist nicht davon auszugehen, dass sich das Star-Ensemble einen weiteren Ausrutscher leistet und den Meistertitel verpasst (den holte sich 2020/21 Lille). Aber die Liga profitiert vom Interesse, das zweifelsohne ansteigt. Viele Fussballfans wollen künftig am Wochenende wissen, wie viele Tore Messi für PSG geschossen hat und sie wollen die Treffer sehen, live oder in der Zusammenfassung. Derweil hat der spanische «Clasico» an Attraktivität eingebüsst: Kein Cristiano Ronaldo bei Real Madrid mehr, kein Lionel Messi beim FC Barcelona mehr.

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