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epa08714824 (FILE) - US President Donald J. Trump (L) and First Lady Melania Trump (R) walk from the Oval Office to Marine One on the South Lawn of the White House in Washington, DC, USA, 14 February 2020 (reissued 02 October 2020). According to tweets by Trump and his wife Melania, both the President and the First Lady have tested positive for the SARS-CoV-2 coronavirus. US Presidential Councelor Hope Hicks had also tested positive for the virus.  EPA/ERIK S. LESSER *** Local Caption *** 55875323

Donald Trump und seine Frau Melania haben sich beide mit dem Coronavirus angesteckt. Bild: keystone

Was dagegen spricht, dass Trump die Infektion nur erfunden hat

Oliver Marquart / watson.de



Die Nachricht schlug am Freitagmorgen ein wie die sprichwörtliche Bombe: Der US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania sind beide mit dem Coronavirus infiziert. Das klingt nach einem klassischen Fall von Ironie des Schicksals: Ein Staatschef, der das Virus und dessen Folgen wieder und wieder verharmlost und heruntergespielt hat, ist nun selbst erkrankt.

So lautet auch der Tenor vieler Reaktionen auf die Nachricht. Von «Karma» ist die Rede, und ein «Selbst schuld!» schwingt auch des Öfteren mit.

Allerdings gibt es neben kaum verhohlener Schadenfreude und artigen Genesungswünschen noch eine dritte Sorte von Reaktionen: Zweifel. Skeptische Beobachter unterstellen, Trump könnte seine Erkrankung nur vorgetäuscht haben – aus taktischen Gründen.

Klingt verrückt? Okay, es wird noch verrückter. Tatsächlich hatte ein amerikanischer Twitter-User bereits am 18. September genau das prognostiziert. «Trumps Überraschung im Oktober wird die Ankündigung 'seiner Infektion' sein», schrieb er. «Gefälscht, aber ziemlich dramatisch.» Diese Wendung werde seinen Herausforderer Joe Biden uninteressant machen, die Berichterstattung werde sich nur noch um Trumps Erkrankung drehen.

«Dann, 14 Tage später, wird Trump auftauchen, zu hundert Prozent geheilt durch Hydroxychloroquin.»

Dunja Hayali und Jan Böhmermann zweifeln an Trumps Erkrankung

Angesichts der aktuellen Ereignisse wird der Tweet aktuell viel geteilt und diskutiert. Auch die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat ihn gesehen – und will zumindest nichts ausschliessen.

Ihr Moderatoren-Kollege Jan Böhmermann scheint ebenfalls seine Zweifel an Trumps Covid-Erkrankung zu haben. «Fake News», twittert er und schiebt wenig später nach: «Für Trumps Unglaubwürdigkeit ist allein Trump verantwortlich.»

Und auch die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl hat Zweifel an Trumps Darstellung, wie sie in einem ausführlichen Analyse-Thread ausführt (in dem sie allerdings auch klarstellt, dass es auch Punkte gibt, die gegen eine Inszenierung sprechen).

Was klar gegen die Theorie spricht

Es gibt aber auch viele Kommentatoren, die dieser Theorie widersprechen. Der Politikwissenschaftler Carlo Masala etwa gibt an, er teile Vorsicht und Skepsis, einige schössen aber über das Ziel hinaus.

Was neben dieser Wahrscheinlichkeitsrechnung – Trump war auf vielen Massenveranstaltungen ohne Sicherheitsabstand und Maske unterwegs – noch gegen eine Inszenierung spricht: Sein Arzt hat die Diagnose offiziell bestätigt. Ein Arzt, zumal ein so hochrangiger, würde sich einem sehr hohen beruflichen Risiko aussetzen, in so einer wichtigen Frage zu lügen – und eine Gewissheit, dass die Lüge nicht auffliegt, gäbe es nicht. Oder andersherum: Es wäre sehr wahrscheinlich, dass das auffliegt.

Viele Nutzer sprechen dementsprechend auch von einem Verschwörungsmythos.

Das Schlimme ist: Man traut es ihm zu

Das Dilemma der ganzen Angelegenheit bringt ein anderer User gut auf den Punkt: Auch Menschen, die mit Verschwörungsideologien rein gar nichts am Hut haben, haben gar keine Schwierigkeiten, sich vorzustellen, dass der amtierende US-Präsident lügt. Einfach deshalb, weil er schon oft der Lüge überführt wurde.

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