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FragFrauFreitag

Hallo Frau Freitag. Meine Freundin möchte gerne zu mir ziehen, jedoch keine Miete zahlen. 



Sie verdient etwa 3800.- im Monat und zahlt in einer WG 700.- Miete. Ich verdiene ca. 6000.- monatlich und zahle für die Wohnung etwa 1600.-. Meine Freundin ist der Meinung, dass ich die Miete ja so oder so zahlen müsste und es normal sei, dass der Freund die Miete zahlt. (Auch sonst sollte der Freund einigermassen grosszügig sein, z.B. Getränke im Ausgang bezahlen, Kino usw.), aber das ist ein anderes Thema. Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich einen kleinen Beitrag für Miete erwarte! Z.B 500.- und 50% der Nebenkosten. Meine Freundin ist der Meinung, dass ich mich an ihr bereichern will ... Jedoch muss sie ja jetzt auch Miete zahlen und spart immer noch Geld, wenn sie zu mir zieht! Sie dürfte natürlich sämtliche Räume nutzen und auch ihre Sachen mitnehmen. Wenn ich die ganze Miete bezahle, habe ich, vereinfacht gerechnet, 4400.- im Portemonnaie und sie 3800.- , jedoch habe ich mir meinen Lohn hart erarbeitet mit Weiterbildungen usw. Und ich habe nur schon altersbedingt einen höheren Lohn. (6j älter). Daher bin ich der Meinung, dass ich danach auch mehr haben darf. Zudem bin ich nicht geizig und lade sie viel ein. Was ist Ihre Meinung dazu? Und ist es wirklich so verbreitet, wie meine Freundin sagt, dass der Mann, auch wenn man nicht verheiratet ist, die Miete zahlt? Vielen Dank für Ihre Meinung. Claudio, 34

Lieber Claudio

Vielen Dank für Ihre Frage. Leider haben Sie vergessen, Ihre Adresse und den Vermieter anzugeben, und die benötige ich doch für die Umschreibung des Mietvertrags. Ich habe nämlich beschlossen, auch zu Ihnen zu ziehen. Und nein, selbstverständlich werde ich mich nicht an den Mietkosten beteiligen, das wäre ja noch schöner! Sie wohnen ja schliesslich schon dort und da macht es doch keinen Unterschied, ob mein Sohn und ich auch noch dort sind. Es wäre noch nett, wenn Sie den Raum vorne links, den Sie im Moment als Büro verwenden, freiräumen könnten. Ich habe ziemlich viele Schuhe und überhaupt Klamotten und es wäre super, wenn ich den Raum als begehbaren Kleiderschrank nützen könnte. Und Ihr Schlafzimmer würde sich als Kinderzimmer für meinen Sohn eignen. Warum kaufen Sie sich kein Bettsofa, dann können Sie künftig im Wohnzimmer schlafen, aber natürlich nur, wenn Sie tagsüber Ihre Sachen wegräumen. Ach und ich bin mir nicht sicher, ob Sie wissen, dass ich mich fürs Putzen nicht so eigne. Ich habe da irgendwie zwei linke Hände, es ist wirklich ein Trauerspiel mit mir! Eine Putzfrau wäre drum eine feine Sache. Und bitte fragen Sie mich jetzt nicht auch noch, ob ich mich an der beteiligen mag! Schliesslich machen Sie ja eh Dreck und geputzt werden muss ja sowieso. Überhaupt, tun Sie mal nicht so knausrig, das geht ja gar nicht! Ach und ein Parkplatz wäre super. Möglichst nicht zu weit vom Haus weg und bevorzugt in einer beheizten Tiefgarage, ich mag nicht am Morgen in ein kaltes Auto steigen. Danke.

Und Liebe klingt irgendwie auch anders. Aber wie gesagt, Sie hatten nicht danach gefragt.

Ich weiss beim besten Willen nicht, wie Sie auf die Idee kommen, dass wir Frauen uns auch an unseren Lebensunterhaltungskosten beteiligen sollten. Emanzipation, sagen Sie? War ja klar, dass Sie mir damit kommen würden, war ja klar!

Aber wie dem auch sei. Wenn Sie mit der Guten zusammenziehen wollen, dann sollte diese exakt CHF 587 an die Miete zahlen. Dieser Anteil steht im Verhältnis zum Einkommen von Ihnen beiden. Und die Nebenkosten würde ich genau im gleichen Stil aufteilen. Ich bin ja sonst kein Fan von penibler Genauigkeit. Aber in der Konfrontation mit Ihrer Freundin würde ich auch noch die Kommastellen berücksichtigen.

Und dann noch was, nachdem Sie mich eigentlich nicht gefragt hatten, das ich Ihnen aber dennoch zum Nachdenken mitgeben möchte: Ich an Ihrer Stelle würde weiterhin die gesamten 1600 Stutz bezahlen und dafür auf die Gesellschaft der Prinzessin verzichten. Wer mit 28 Jahren eine solche Attitude lebt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Und Liebe klingt irgendwie auch anders. Aber wie gesagt, Sie hatten nicht danach gefragt.

Ganz herzlich. Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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Bild: Kafi Freitag

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