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Die Auffanglager an der Grenze zu Mexiko sind heillos überfüllt, oft fehlt es an Duschen und Kleidern. Jetzt schlägt die US-Aufsichtsbehörde Alarm. bild: DEPARTMENT OF HOMELAND SECURITY INSPECTOR GENERAL

US-Behörde schlägt Alarm: So verheerend ist die Situation in den Lagern an der Grenze



Keine Duschen, keine Wechselwäsche, heillos überfüllte Zellen: Die Aufsicht des US-Ministeriums für Innere Sicherheit hat ein verheerendes Bild von Lagern gezeichnet, in denen Migranten nach dem illegalen Grenzübertritt aus Mexiko in die USA festgehalten werden.

Nach der Inspektion von fünf solchen Einrichtungen der Grenzpolizei CBP im Rio Grande Valley warnte das Büro des Generalinspekteurs (OIG), die Lager seien gefährlich überfüllt. Erwachsene und Kinder würden häufig zu lange festgehalten. Der am Dienstag veröffentliche OIG-Bericht schilderte alarmierende hygienische Zustände in den inspizierten Einrichtungen.

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In den acht Monaten zwischen Oktober 2018 und Mai 2019 wurden nach CBP-Angaben mehr als 676'000 Menschen aufgegriffen. Das sind etwa doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. bild: DEPARTMENT OF HOMELAND SECURITY INSPECTOR GENERAL

Die meisten alleinreisenden erwachsenen Migranten, die bis zu einem Monat in den Lagern seien, hätten in der ganzen Zeit nicht duschen können, hiess es in dem Bericht. In manchen Einrichtungen seien Feuchttücher für die persönliche Hygiene verteilt worden. Die meisten Migranten würden die Kleidung tragen, mit der sie aufgegriffen worden seien. Viele von ihnen würden nur Sandwiches zu essen bekommen. Einige der Festgehaltenen hätten dadurch Verdauungsprobleme entwickelt, die medizinische Behandlung erfordert hätten.

«Tickende Zeitbombe»

Die Aufsichtsbehörde bemängelte, in drei Einrichtungen hätten Kinder keinen Zugang zu Duschen gehabt. In zwei Lagern hätten Kinder keine warmen Mahlzeiten erhalten, sondern Sandwiches oder Snacks. 826 der 2669 Kinder in den inspizierten Einrichtungen seien länger als 72 Stunden festgehalten worden. Innerhalb dieser Frist müssen Kinder in die Obhut des US-Gesundheitsministeriums übergeben werden.

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In zwei Lagern hätten Kinder keine warmen Mahlzeiten erhalten, sondern Sandwiches oder Snacks. 826 der 2669 Kinder in den inspizierten Einrichtungen seien länger als 72 Stunden festgehalten worden. bild: DEPARTMENT OF HOMELAND SECURITY INSPECTOR GENERAL

Der OIG-Bericht enthält Fotos, die völlig überfüllte Zellen zeigten. In einer Einrichtung seien einige Migranten eine Woche lang in einer derart überfüllten Zelle festgehalten worden, dass dort nur Platz zum Stehen gewesen sei, hiess es weiter. Leitende Mitarbeiter der besichtigten Einrichtungen hätten angesichts der Umstände Sicherheitsbedenken für ihre Kollegen und die festgenommenen Migranten geäussert. Einer habe die Situation «eine tickende Zeitbombe» genannt.

In einer in dem Bericht enthaltenen Reaktion des zuständigen Ministeriums auf die Ergebnisse der Inspektionen heisst es: «Die derzeitige Lage an der Südgrenze stellt eine akute und sich verschlimmernde Krise dar.» Das System sei nicht auf die grosse Zahl an Migranten ausgerichtet. Vor allem die grosse Zahl der unbegleiteten Minderjährigen bringe die Einrichtungen an ihre Grenzen.

Milliarden-Kredit für Grenzhilfe

Die Sprecherin des Abgeordnetenhauses, die Demokraten Nancy Pelosi, forderte US-Präsident Donald Trump dazu auf, Schritte zu ergreifen, um die Bedingungen für die aufgegriffenen Kinder und Familien zu verbessern. Der republikanische Präsident hatte am Montag ein Gesetz unterzeichnet, das 4.6 Milliarden US-Dollar (4.04 Mrd Euro) für die Bekämpfung der humanitären Krise an der Grenze zu Mexiko bereitstellt. Trump sagte, nun müssten Demokraten und Republikaner im Kongress sich auf ein Gesetz zur Grenzsicherung einigen.

Wegen der dramatisch angestiegenen Zahl illegaler Grenzübertritte hatte Trump Mexiko im vergangenen Monat mit der Androhung von Strafzöllen dazu gezwungen, härter gegen Migranten vorzugehen. Mexiko schickte daraufhin Tausende Soldaten an die Grenzen zu Guatemala und zu den USA. Der Vereinbarung zufolge können die USA ausserdem entlang der gesamten Grenze Asylbewerber aus Lateinamerika nach Mexiko zurückschicken, wo sie auf ihre Verfahren in den USA warten sollen. Viele der Migranten stammen aus Guatemala, El Salvador oder Honduras.

Die Zahl der Migranten hatte zuvor deutlich zugenommen. In den acht Monaten zwischen Oktober 2018 und Mai 2019 wurden nach CBP-Angaben mehr als 676'000 Menschen aufgegriffen. Das sind etwa doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. Zuletzt registrierte CBP monatlich mehr als 100'000 illegale Grenzübertritte. Trump hat einen Nationalen Notstand an der Grenze ausgerufen. (sda/dpa)

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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Katzenseekatze 03.07.2019 19:51
    Highlight Highlight Unfassbar. Schrecklich. Shame in you -
  • Butzdi 03.07.2019 18:06
    Highlight Highlight Crisis, what crisis?
    2000 gab es 1.8 Millionen Leute die an der Südgrenze aufgegriffen wurden. 2018 waren es bloss 400’000. Das Problem sind die absolut unfähigen und unwilligen Leute in Trumps Exekutive, die planlos eine zero-tolerance Durchboxen wollen.
    Nach US und internationalem Recht ist Asyl beantragen keine illegale Einreise. Leute in Lagern unter unmenschlichen Umständen und viel zu lange einpferchen und dann nicht mal richtig versorgen ist ein Fall für Den Haag. Und ich habe noch nicht einmal die Trennung von Kindern und ihren Eltern angesprochen. Eine Sauerei!
    Benutzer Bild
  • Avenarius 03.07.2019 11:38
    Highlight Highlight Wenn ich König wäre: Firmen direkt an der Grenze Firmen aufbauen. Flüchtlinge als Arbeiter mit fairen Bedingungen einstellen. E-Gitarren, Möbel, coole Trinkflaschen, coole T-Shirts, coole Öko-Sneakers, coole Öko-Caps, coole Ledergürtel, Lederjacken, Auto-Ersatzteile etc. produzieren. Unter dem Labe "Made in Amecixo".
    Man könnte den Mitarbeitern dann zBsp. 3 Wochen Aufenthalt in den USA genehmigen ... Verwandte besuchen etc. Es würde sich alles selbst finanzieren. Und ich glaube, ein Großteil der Menschen würde diese Produkte kaufen.
  • messanger 03.07.2019 11:29
    Highlight Highlight Im Artikel ist von illegalen Grenzübertritten die Rede.
    Das ist falsch. Die Leute haben Asyl beantragt, was legal ist. Während der Bearbeitung der Anträge werden die Leute festgehalten (detained), nicht verhaftet (arrested). Dadurch kann man sie quasi unbegrenzt einsperren, z. T. in privaten Einrichtungen (für über 700$ pro Tag).

    Sie werden als "illegal" bezeichnet um sie zu entmenschlichen. Bitte fallt nicht auf diese Propaganda herein. Die Regierung hat keine Pflicht sie einzusperren, sie könnten mit Auflagen problemlos entlassen werden. Aber dann würde niemand 700$ pro Tag verdienen.
  • Ciraptor22 03.07.2019 11:21
    Highlight Highlight Der witz ist ja es liegt nicht mals am Geld das zu verfügung steht, da sich die Behörde Anscheinend unter anderem leisten kann kinder für über 700 Dollar pro tag unterbringen kann(wo auch immer das Geld hingeht, denn in die verpflegung etc der Kinder gehts schon mal nicht)

    https://www.cnbc.com/2018/06/20/cost-us-immigrant-detention-trump-zero-tolerance-tents-cages.html
  • MBär 03.07.2019 09:31
    Highlight Highlight Wir brauen wohl einen neuen “Deal maker"

    #makehumanitygreatagain
  • Pius C. Bünzli 03.07.2019 09:28
    Highlight Highlight Nicht anders zu erwarten von diesem Staat...
  • Sarkasmusdetektor 03.07.2019 09:07
    Highlight Highlight Nur Snacks und Sandwiches? Das ist wahrscheinlich, um sie schon mal an die normale Ernährung in den USA zu gewöhnen.
  • Menel 03.07.2019 08:52
    Highlight Highlight Sind die Lager staatlich oder von privaten Unternehmen geführt?
    • Butzdi 03.07.2019 18:21
      Highlight Highlight Private Unternehmen wie die GEO Group verdienen Milliarden damit. Fun fact: die GEO Group hat über eine Million an Trumps Wahlkampf und den rechtskonservativen Super PAC TPUSA ‘gespendet’ und macht seine meetings in Trump Hotels - offensichtliches pay-to-play.
  • glüngi 03.07.2019 08:52
    Highlight Highlight Die USA gheört schon lange Sanktioniert.
  • lily.mcbean 03.07.2019 08:46
    Highlight Highlight Wenn man sich diese Fotos so anschaut kriegt man ja fast das Gefühl das jedes Tier im Zoo besser behandelt wird... Primitiv ist keine Bezeichnung für das was dort - und auch im Mittelmeer- passiert.
  • Kaspar Floigen 03.07.2019 08:43
    Highlight Highlight Zum Glück brauchen wir sowas nicht. Bei uns lassen wir die Leute einfach ersaufen.
  • dorfne 03.07.2019 07:43
    Highlight Highlight US-Foltergefängnisse in Guantanamo und Abu Ghraib! Und das sind nur die von denen wir wissen. Und jetzt das.
    • Avenarius 03.07.2019 11:40
      Highlight Highlight Plus die 3.5 Millionen gefangenen "Schwarzen" in den Gefängnissen. Die für 23 Cents/Std. Dinge für die reichen Weissen produzieren. Willkommen im Sklavenhandel des 21. Jahrhunderts.
  • sunnigs Türkis 03.07.2019 07:31
    Highlight Highlight "In einer Einrichtung seien einige Migranten eine Woche lang in einer derart überfüllten Zelle festgehalten worden, dass dort nur Platz zum Stehen gewesen sei" das grenzt an Folter!
    Da muss endlich etwas passieren!
    • dorfne 03.07.2019 07:40
      Highlight Highlight Das ist Folter!
    • TheBase 03.07.2019 07:47
      Highlight Highlight Es grenzt nicht, es ist in der Tat Folter.

      Schande über diese Regierung!
    • Dani.R 03.07.2019 11:37
      Highlight Highlight Ist es nicht, sie wussten was sie erwartet!
  • Kong 03.07.2019 07:23
    Highlight Highlight Gab es nicht mal die humanitäre Idee einer Mauer, ausgedacht von einem Genie? ... Ironie beiseite. So kann doch keine Hilfe aussehen.

    Durch Unterlassen löst sich kein Problem und solche Zustände eskalieren
  • Heinzbond 03.07.2019 06:21
    Highlight Highlight Trump wird sagen, das Geld wird von den Demokraten blockiert. Aber letzten Endes interessiert es ihn auch gar nicht, hauptsache seine Mauer wird gebaut. Was für ein shithole...
  • Goldjunge Krater 03.07.2019 05:20
    Highlight Highlight Es ist zu hoffen, dass die illegalen Migranten bald den Weg zurück in ihre Heimatländer antreten und dass nicht noch weitere diese sinnlose und riskante Reise nach Norden starten! Dass Kinder auf solch eine Reise mitgenommen werden erschüttert mich immer wieder, die Eltern dieser Kinder handeln in höchstem Masse verantwortungslos!
    • m:k: 03.07.2019 10:20
      Highlight Highlight Vielleicht ist es einfach auch ein Zeichen wie schlimm es in den Heimatländern zugeht, dass sie keine andere Möglichkeit sehen, als mit ihren Kindern die gefährliche Reise anzutreten.
    • roger.schmid 03.07.2019 10:31
      Highlight Highlight @Krater: Hast du ernsthaft das Gefühl, die Eltern nehmen ihre Kinder aus Jux und Dollerei mit!? Die sind an Leib und Leben bedroht, flüchten vor Gangs usw.
    • Bird of Prey 03.07.2019 10:36
      Highlight Highlight Dein Wissen basiert offensichtlich zu 100% aus deiner eigenen Filterblase.

      Geh mal raus und frage Flüchtlinge aus dem Irak oder von Syrien, weshalb sie die Flucht auf sich genommen haben und ihr Heimatland verlassen haben.

      Frag mal nach den Zuständen und wenn du gerade dabei bist, was sie von der amerikanischen Unterstützung (Bomben und Raketen auf zivile Einrichtungen) halten.

      Bin gespannt auf deinen Bericht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • AdvocatusDiaboli 03.07.2019 03:14
    Highlight Highlight Das wird sich nun schon etwas entspannen, jetzt wo Mexiko Wirtschaftsmigranten nicht mehr einfach durchwinkt.
  • Arneis 03.07.2019 02:52
    Highlight Highlight Was soll man bei dieser Schilderung noch hinzufügen? Es ist eine Schande!
  • Nonald Rump 03.07.2019 02:08
    Highlight Highlight Die Lager wurden übrigens unter der Obama Administration eingerichtet, da die Behörde chronisch unterbedgetiert wurde. Nur falls ihr dachtet, Trump liege (sicherlich wieder) am Ursprung des Problems.
    • roger.schmid 03.07.2019 10:27
      Highlight Highlight Trump trägt zu 100% die Schuld an diesen unsäglichen Zuständen. Es wäre ein leichtes Unterfangen, Abhilfe zu schaffen.

      Das Problem: Diese Zustände sind genau so gewollt.
    • Bird of Prey 03.07.2019 10:42
      Highlight Highlight Ok, Obama Administration hat errichtet. Verstanden. Chronisch unterbudgetiert, auch klar.
      Und jetzt ist noch immer die Obama Administration für die Lager zuständig oder wie? Und Flüchtlinge werden auch noch immer gleichviele aufgegriffen wie zur Zeit, als die Lager errichtet wurden?

      Hat sich da eventuell ein kleiner Gedankenfehler eingeschlichen?
    • just sayin' 03.07.2019 10:54
      Highlight Highlight komm' mir hier nicht mit fakten!
      ;-)
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