Diskutiert wird nicht darüber, dass der Schambereich der Frau zu sehen ist – das «Problem» liegt weiter oben. Bild: facebook/carminaphotography

Ist ein Kaiserschnitt eklig? Dieses Baby-Bild wird auf Facebook kontrovers diskutiert

05.08.16, 13:32 05.08.16, 15:17

Immer wieder kursieren derzeit Fotos von Frauen im Internet, die ihren Körper – kurz nachdem sie ein Kind zur Welt gebracht haben – mehr oder weniger nackt zur Schau stellen. Da wäre zum Beispiel die Neuseeländerin Julie Bhosale zu nennen: Sie wollte anderen Müttern Mut machen und darauf hinweisen, dass es ganz normal ist, dass der Körper einer Frau auch einige Wochen nach der Geburt noch von der Schwangerschaft gezeichnet ist.

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Auch die britische Fotografin Jenny Lewis wollte mit ihrem Projekt eine klare Botschaft rüberbringen. Nämlich, dass die Geburt eines Kindes ein positives Erlebnis sei und nichts, vor dem man sich fürchten müsse. Für ihre Fotostrecke traf sie Frauen und deren neugeborene Schützlinge innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt.

Eine Narbe mit viel Diskussionspotenzial

Nun ist es ein Foto der Fotografin Helen Aller, welches in den sozialen Medien die Runde macht. Zu sehen ist der Unterleib einer Frau und ihr drei Tage altes Baby. Das «Besondere» an dem Foto: Ein Stück über dem Kopf des Kindes ist eine sehr deutliche Narbe zu sehen. Denn die Frau hat ihr Kind per Notkaiserschnitt zur Welt bringen müssen.

Inzwischen wurde das Bild über 60'000 Mal geteilt und mehr als 30'000 Mal kommentiert. Die Urheberin des Fotos schreibt dazu:

«Ich habe diese Mutter schon vor einiger Zeit fotografiert, als sie noch schwanger war. Damals hat sie mir erzählt, welch grosse Panik sie davor habe, einen Kaiserschnitt machen lassen zu müssen. Letzte Woche musste sie ihr Kind dann tatsächlich per Not-Kaiserschnitt zur Welt bringen, weil es Komplikationen gegeben hatte. Sie bat mich heute Morgen darum, zu ihr zu kommen, um dieses besondere Foto zu schiessen. Denn ihr grösster Albtraum hatte sich in etwas verwandelt, dass ihr eigenes Leben und das Leben ihres Kindes gerettet hat.»

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Zwar wurde das Foto inzwischen mehr als 200'000 Mal geliked, doch es hat auch für eine heisse Diskussion gesorgt. Obwohl in den Kommentaren vor allem Bewunderung und anerkennende Worte zu finden sind, gibt es auch Kritiker. So finden einige Kommentatoren, das Bild sei eklig und abstossend. «Jemand hat das Foto gemeldet. Aber zum Glück hat Facebook sich dagegen entschieden, es zu löschen», schreibt die Fotografin in den Kommentaren.

«Oh, wie eklig, Kaiserschnitt-Narben sind widerlich und schrecklich»

Ein mittlerweile gelöschter Kommentar, Zitat laut Huffington Post

Um die Ausmasse der Diskussion – und vor allem die beleidigenden Kommentare – etwas einzudämmen, schreibt sie ausserdem: «Ich verstehe, dass jeder ein Recht auf seine eigene Meinung hat. Ich bitte lediglich darum, dass die Kommentare weder unanständig noch verletzend – und vor allem respektvoll ausfallen. Falls das Bild nicht deinem Geschmack entspricht, verbirg es doch in deiner Timeline. Vielen Dank!» (viw)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 07.08.2016 16:07
    Highlight Kaiserschnitt wenn er notwendig ist, ist doch eine super Sache.
    Was aber voll daneben ist, sind die Promis und Bonzen, die den Nachwuchs per Kaiserschnitt holen, damit's gut in den Terminkalender passt oder wegen anderer schräger Dinge. So zumindest hab ich das jedenfalls mal in einem Interview mit einem Hollywood-Gynäkologen gelesen.

    Es gibt jedenfalls mehr Kaiserschnitte als wirklich notwendig wären.
    5 0 Melden
    • Yelp 07.08.2016 18:34
      Highlight Ich stimme dir zu, dass man nicht grundlos einen Kaiserschmitt machen sollte, jedoch verstehe ich nicht, was das mit Promis und Bonzen zu tun hat. Ich denke sowas passiert leider in allen Gesellschaftsgruppen.
      2 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.08.2016 19:51
      Highlight Ein Kaiserschnitt, der nicht notwendig ist, muss in fast allen Ländern selbst bezahlt werden. Zudem muss auch erst einen Arzt aufgetrieben werden, der sich zu einem nicht notwendigen operativen Eingriff überreden lässt. Da scheiden sich die Ärzte nach Geldgier und hippokratischen Eid.

      Deswegen ist das nicht in allen Gesellschaftsgruppen gleich stark verbreitet.
      0 0 Melden
  • Karim Varano 07.08.2016 16:03
    Highlight Ohne einen Kaiserschnitt wären meine Mutter und Ich bei meiner Geburt gstorben. Deshalb bin ich eigentlich zimlich dankbar für diesen Kaiserschnitt.
    4 0 Melden