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Abgas-Affäre: VW-Verwaltungsrat erwartet personelle Konsequenzen



In der Affäre um manipulierte Abgaswerte von Volkswagen in den USA wird es nach Auffassung von Verwaltungsratsmitglied Olaf Lies am Ende auch personelle Konsequenzen geben. Zunächst sei jedoch eine gründliche Aufklärung nötig.

«Ich glaube, mit übereilten Forderungen nach Rücktritten haben wir das Problem nicht gelöst und das verlorengegangene Vertrauen nicht wiedergewonnen», sagte Lies, der auch niedersächsischer Wirtschaftsminister ist, am Dienstag im Deutschlandfunk. In den nächsten Tagen und Wochen würden die Details der Manipulation ans Tageslicht kommen, zeigte sich Lies überzeugt.

Wenn klar sei, welche Personen verantwortlich seien, könne man auch die nötigen Konsequenzen ziehen. «Und ich bin mir sicher, daraus wird es dann am Ende auch personelle Konsequenzen geben», betonte Lies. Einen Rücktritt von Konzernchef Martin Winterkorn forderte er aber nicht explizit.

Das oberste Kontrollorgan des Wolfsburger Autokonzerns will sich am Mittwoch an einer Krisensitzung mit den Vorwürfen aus den USA befassen. Das Gremium soll die Verwaltungsratssitzung vom Freitag vorbereiten. Dann soll unter anderem über eine vorzeitige Vertragsverlängerung von Winterkorn um zwei Jahre bis Ende 2018 beraten werden.

VW-Aktie verliert weiter an Wert

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte in den USA setzte die Aktie von Volkswagen abermals stark unter Druck. Nachdem die Werte bereits am Montag um rund einen Fünftel nachgegeben hatten, ging die Talfahrt am Dienstagvormittag weiter. Die Titel verloren an der Börse in Frankfurt zeitweise fast 6 Prozent.

Anleger reagierten damit auf den Skandal um geschönte Abgaswerte, der am Freitag bekannt geworden war. Die US-Umweltbehörde wirft dem Autohersteller die Manipulation von Schadstoffmessungen bei Dieselfahrzeugen vor, es drohen milliardenschwere Strafzahlungen.

Bereits vor dem Bekanntwerden des Abgasskandals hatte die Konjunkturabkühlung in China sowie schwächelnde Verkäufe in den USA der VW-Aktie stark zugesetzt. Verglichen mit dem Allzeithoch im März bei 262 Euro haben die VW-Aktien mehr als die Hälfte ihres Werts eingebüsst. Das Tagestief am Montag lag bei 123.40 Euro.

US-Justiz ermittelt

Die manipulierten Abgastests bei VW-Dieselwagen in den USA schrecken die gesamte Autobranche auf und könnten für den Konzern laut US-Medien auch strafrechtliche Folgen haben. Das US-Justizministerium ermittle, ob dem Konzern kriminelle Machenschaften vorzuwerfen seien, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Untersuchung vertraute Personen.

VW war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. In Kriminalfällen können die Ermittlungen in den USA Monate oder Jahre andauern, ergebnislos enden, aber auch zu heftigen Strafen führen. Das Justizministerium wollte sich gegenüber Bloomberg nicht zu dem Fall äussern.

Der Amerika-Chef von VW, Michael Horn, entschuldigte sich unterdessen. «Wir waren unehrlich», sagte Horn am Montagabend bei der Präsentation eines neuen Passat-Modells in New York. «Wir waren unehrlich zur Umweltbehörde EPA, wir waren unehrlich zu den Behörden in Kalifornien und, am schlimmsten von allem, wir waren unehrlich zu unseren Kunden. Um es kurz zu sagen: Wir haben Mist gebaut.» (sda/reu/dpa)

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