SBB
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epa04758515 A passenger boards a train of Swiss railway operator SBB from Hamburg to Zurich at the central railway station of Hamburg, Germany, 20 May 2015. The German train drivers' union GDL has launched an open-ended strike.  EPA/BODO MARKS

Das Reisen und Pendeln mit der SBB soll angenehmer werden. Bild: EPA/DPA

Gratis-Internet und Sitzbuchung wie im Flieger – bei der SBB soll alles besser werden



SBB-Chef Andreas Meyer hat mehr Service in den Zügen mit schnellem Gratis-Internet und Sitzplatzreservationen wie im Flugzeug angekündigt. Die Bahn wolle künftig besser auf volle Züge und Ausweichmöglichkeiten hinweisen, sagte er im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Andreas Meyer, CEO SBB, an einer Medienorientierung zu SBB Cargo und dem Ceneri-Basistunnel, am Donnerstag, 2. August 2018, am SBB Cargo Terminal in Cadenazzo. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

SBB-Chef Andreas Meyer. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Die Mobilfunkbetreiber hätten zusätzliche Antennen entlang des Bahnnetzes aufgestellt, und die SBB hätten Verstärker in den Wagen installiert. «Unsere Lösung wird den besseren Empfang bieten als WLAN», versprach der 57-jährige Manager. In den nächsten Wochen werde die neue Technologie getestet und vorgestellt. Erste Priorität beim Gratis-Internet habe der Fernverkehr. Ob dieses auch im Regionalverkehr kommt, liess Meyer offen.

Zudem wollen die SBB die Reservationen erleichtern und den Kunden auf längeren Strecken «mehr Gewissheit geben, dass sie einen Sitzplatz haben». Künftig sollen Passagiere wie bei Kinos oder Fluggesellschaften im Voraus genau sehen und bestimmen, welchen Platz sie reservieren und bereits etwas zu essen oder einen Cappuccino vorbestellen können. «Der ist idealerweise bereits bezahlt und steht bereit, wenn man absitzt», sagte Meyer. Eine Reservationspflicht solle es nicht geben.

Andreas Meyer bezog ausserordentlich Ferien – die Angestellten sollen dies nicht mehr tun können: 

Züge sollen pünktlicher fahren

Schliesslich will der SBB-Chef die Passagiere dank neuen Computerprogrammen künftig aktiv auf überfüllte Züge hinweisen und ihnen rechtzeitig Ausweichmöglichkeiten vorschlagen. «Für diese alternativen Züge könnten wir dann günstigere Billette anbieten», sagte Meyer.

Der Bahnchef ist davon überzeugt, dass sich auch Berufspendler «steuern» lassen und auf weniger überfüllte Züge ausweichen. Die SBB würden derzeit täglich bis zu 24'000 Sparbillette verkaufen, sagte Meyer. «Dabei sehen wir eine Verlagerungswirkung weg von der Stosszeit.» Er selber organisiere sich schon so, dass er lieber einmal einen Zug früher nehme und dafür in Ruhe arbeiten könne.

Verbesserungsbedarf räumt der oberste Bähnler bei der Pünktlichkeit ein. Auf der Nord-Süd-Achse sowie in der Romandie sei man noch nicht bei der Zuverlässigkeit, die man anstrebe, sagte Meyer und versprach: «Wir werden in Sachen Pünktlichkeit weiter zulegen.» Fortschritte erhofft sich die Bahn diesbezüglich ebenfalls von neuen Computermodellen. Diese sollen helfen, Störungen schneller zu beheben und weitere Verspätungen zu vermeiden. (sda)

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • SemperFi 24.09.2018 13:00
    Highlight Highlight Das ganze Flugzeugkomfort-Brimborium kann sich der Meier schenken. Und einen Capuccino am Platz brauche ich auch nicht. Und x Twitterkanäle und Facebook-Accounts braucht man auch nicht zu bespielen. Mir würde es genügen, wenn die SBB das machen was sie sollen, nämlich qualitativ gute Bahndienstleisungen anbieten. Zuallererst sollte man vielleicht die Neubaustrecke Mattstetten - Rothrist in den Griff bekommen.
  • sanhum 23.09.2018 15:31
    Highlight Highlight dummerweise legt mein chef meine arbeitszeiten fest und nicht die sbb... 🤷‍♀️
  • MoFuQueen 23.09.2018 11:43
    Highlight Highlight Anstatt dem ganzen Kram vonwegen reservieren und blablabla, wäre es mir lieber wenn die SBB beim ersten Schnee nicht komplett überrascht täte... Macht euch doch zuerst mal Gedanken wie man bestehendes verbessern könnte.
    Ich sehe in den Reservierungen nur noch mehr Streit im Zug, die Angestellten haben jetzt schon massive Probleme mit pöbelnden Leuten und Handgreiflichkeiten. Mehr Sicherheit für Reisende und Angestellte ist mir persönlich ein grösseres Anliegen als zusätzlicher Krimskrams und Wlan.
  • Karl33 23.09.2018 11:13
    Highlight Highlight Oje. Eins ums andere etwas gutes Kaputtmachen. Jetzt will er uns also noch die Sitzreservationen aufzwingen.
  • meine senf 23.09.2018 10:30
    Highlight Highlight Ich emfinde es eher als eine "Mode-Krankheit", dass die Bahn immer unbedingt gleich wie das Flugzeug sein will.

    Besser zu den eigenen Stärken stehen (Unkompliziertheit, spontane Reisemöglichkeiten, freie Platzwahl etc) statt diese zu opfern, um ein Abklatsch von was anderem zu werden.
  • Trouble 23.09.2018 10:10
    Highlight Highlight Dass es im Vergleich zum Ausland keine Sitzplatzreservationen gab, nahm ich immer als Vorteil wahr.
  • Trasher2 23.09.2018 10:02
    Highlight Highlight Was Andreas Meyer bez.. vermeiden der Stosszeiten von sich gibt ist blanker Hohn. Klar kann er den Pendlerströmen ausweichen. Er kann seine Arbeitszeit selber steuern. Er erwartet aber, dass diverse Services, welche er benutzt während der Pöbel pendelt bereits mit einer freundlichen Person aufwarten und die Sekretariate seiner Partnerfirmen pünktlich um 8 Uhr öffnen...

    Die Ausweichmöglichkeit ist dann bereits um 6 Uhr oder noch früher auf den Zug zu gehen statt auf den 7 Uhr, welchen einem pünktlich zum Arbeitsplatz bringt.
  • cbroenni 23.09.2018 09:56
    Highlight Highlight Auf ein anständiges WLAN-Angebot warten wir schon lange - vergeblich. Ausser Ankündigungen hat man bislang nichts davon gesehen. Die übrigen teuren Neuerungen werden dann wohl durch die normalen (Swisspass-)Kunden quersubventioniert. Derweil legen Busbetreiber mit tiefen Preisen weiter zu. Gut so.
    • Idrisi 23.09.2018 14:09
      Highlight Highlight Wer das Interview liesst, weiss das die SBB keine WLAN-Lösung anstrebt sondern eine "Internet im Zug" Lösung die nicht mit WLAN realisiert wird.
  • Clife 23.09.2018 08:57
    Highlight Highlight Dann kommt zu einer Stosszeit ein Dödel und sitzt auf dem Weg von Zürich nach Olten auf meinem reservierten Sitz. Der Kontrolleur ist noch 3 Waggons hinten und ich muss doch wieder stehen. Die müssten dann aber echt Personal einsetzen, dass die Sitzplatzreservierunt funktioniert (im übrigen verlange ich dann als Pendler mit Swissplatz einen Dauerplatz). Dabei geht es viel einfacher: 1. Klasse um 1-2 Waggons minimieren und stattdessen paar mehr 2. Klasse Plätze anschliessen und gut ist. 90% von der 1. Klasse ist ohnehin immer leer ZU STOSSZEITEN
    • aglio e olio 23.09.2018 14:00
      Highlight Highlight "Dann kommt zu einer Stosszeit ein Dödel und sitzt auf dem Weg von Zürich nach Olten auf meinem reservierten Sitz. Der Kontrolleur ist noch 3 Waggons hinten und ich muss doch wieder stehen."

      Aber da kann man doch den Mund aufmachen. Man muss doch nicht aufs Mami, ähm, den Kontrolleur warten.
    • Idrisi 23.09.2018 14:12
      Highlight Highlight Meyer hat viel versprochen, Kinderbetreuung war nicht dabei.
  • Ich mein ja nur 23.09.2018 08:54
    Highlight Highlight Wir haben mit der SBB ein super Angebot und Service. Das muss man sich, bei allen Problemen und Herausforderungen, bewusst sein. Das merkt man schnell, wenn man in unseren Nachbarländern oder England unterwegs ist.
  • Binnennomade 23.09.2018 08:24
    Highlight Highlight Die Idee mit der Sitzplatzreservierung lüuft ein bisschen gegen das Bestreben, Aus- und Einsteigezeiten zu reduzieren. Man stelle sich mal ein Perron vor, auf dem 100 Leute den richtigen Sitzplatz im richtigen Wagen suchen müssen.

    Und vor allem, was soll der Mehrwert sein? Wenn ich allein reise, geh ich ans Ende des Zuges, wenn ich in einer Gruppe reise, kann ich bereits jetzt reservieren, und wenn ich bereit bin, einen Aufpreis zu zahlen für mehr Platz/Komfort, dann löse ich einen Klassenwechsel.
    • Fly Baby 23.09.2018 10:40
      Highlight Highlight Wohl noch nie mit dem TGV gereist. 🇫🇷
  • Neunauge 23.09.2018 06:00
    Highlight Highlight Gesprochen wie ein Manager, der zwar weiss, wie man gewinne optimiert. Der aber die Seele der SBB total verkennt.

    Diese Innovationen scheinen tatsächlich dem Geist eines Menschen zu entspringen, der Zürich-Bern lieber fliegen würde. Und der wohl auch amgrsichts des abscheulichen Englischen Bahnsystems, Privatisierungen noch gutreden könnte.
  • Evan 23.09.2018 05:58
    Highlight Highlight Schafft das nicht irgendwie einen Anreiz für die SBB, die Anzahl Sitzplätze knapp zu bemessen, da angesichts des Risikos, stehen zu müssen, mehr Leute bereit sind mehr zu zahlen, um sicher einen Platz zu bekommen?
    • 7immi 23.09.2018 10:44
      Highlight Highlight begrenzte sitzplätze gibt es schon jetzt auf der gotthardstrecke aus gesetzlichen/sicherheitstechnischen gründen. die sbb empfehlen entsprechend die reservation. da dies nun gratis ist, kann man dies nun ohne nachzudenken tun. ausserdem ists bei der trenitalia und db uvm standard, im fernverkehr zu reservieren.
  • DerRaucher 23.09.2018 03:47
    Highlight Highlight Wie im Flugzeug? WAS? Innoviert die SBB etwa den Bahnverkehrt? Ach nein doch nicht, in den Nachbarländern gibts das schon ewig. Bin gespannt was die SBB für einen Sitzplatz verlangen wird. Tippe mal auf 10 Stutz natürlich noch ohne den bestellten Kaffi
    • öpfeli 23.09.2018 04:43
      Highlight Highlight Sollen sie das Rad neu erfinden?
    • Miikee 23.09.2018 05:29
      Highlight Highlight Ja. Sauerei. Gibt es ja schon.
      Ich will Schlaffpods und viereckige Räder! Und der Zug muss immer Leer sein. 2 Minuten Takt Bern - Zürich wäre ok.
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    • DerRaucher 23.09.2018 06:36
      Highlight Highlight Ich fand nur die Formulierung „wie im Flugzeug“ ziemlich amüsant. Als ob eine Sitzplatzreservierung im Bahnverkehr noch nie dagewesen wäre.
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