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HTC One (M8) im Test

So gut ist das attraktivste Android-Smartphone wirklich

Mit einer doppeläugigen Kamera, viel Aluminium und schneller Technik soll das HTC One (M8) Samsung und Apple Käufer abspenstig machen. Ist das edle Oberklasse-Handy dafür gut genug? Eine Schwäche hat es jedenfalls. 

08.04.14, 18:29 09.04.14, 06:33

Ein Artikel von

Matthias Kremp, spiegel online

Getreu dem Motto «Never change a winning team» ist das Design gegenüber dem Vorgängermodell nur wenig verändert worden. Die Rückseite ist immer noch leicht gewölbt, liegt aber besser in der Hand, weil der Übergang zu den Rändern abgerundet wurde. Bewährte Designelemente wie die rückwärtigen Horizontalstreifen oder die gebohrten Löcher der Lautsprecherschlitze sind geblieben. In Kombination mit der gebürsteten Alu-Oberfläche wirkt das edel und stabil. 

Neu ist, dass man für das One (M8) jetzt eine Sim-Karte im Nano-Format braucht, alte Micro-Sim-Karten passen nicht. Für gewöhnlich ist es aber kein Problem, eine solche Karte von seinem Provider zu bekommen. Neu ist auch der Steckplatz für eine Micro-SD-Karte, der bereits Speicherkarten mit bis zu 128 GB Kapazität aufnehmen kann. Er ist allerdings auch nötig, denn die 16 GB unseres Testgeräts waren schnell gefüllt. 

Ein bisschen Fitness 

Mit dem One (M8) führt HTC auch die Version 6 seiner Android-Benutzeroberfläche Sense mit optischen Neuerungen ein. Wer das nicht mag, sollte die Google-Play-Edition des HTC-Smartphones bestellen, die mit einem nackten Android ausgeliefert wird. Zu den Software-Beigaben, wie etwa der Fernseh-App HTC Sense TV, gesellt sich jetzt eine Fitbit-App, mit der das Handy zum Fitness-Tracker werden soll. Besonders sparsam arbeitende Sensoren sollen dabei die Aktivitäten des Nutzers aufzeichnen, ganz wie es der M7-Chip im iPhone 5s tut. 

Feinmechanik: Die Löcher der Lautsprecheröffnungen werden gebohrt, nicht gestanzt. Die Frontkamera liefert fünf Megapixel. Bild: Matthias Kremp

Als sehr nützlich erweisen sich die durchdachten Funktionen zur Gestensteuerung. Ähnlich wie beim LG G2 lässt sich das One (M8) aus dem Ruhezustand aufwecken, indem man doppelt aufs Display tippt. Ausserdem kann man verschiedene Funktionen direkt aufrufen, je nachdem, von welcher Seite aus man über den Bildschirm des ruhenden Handys wischt. Ein Wisch von oben aktiviert beispielsweise die Sprachwahlfunktion des Handys. 

Mehr Licht statt mehr Pixel 

Bilder: Matthias Kremp

Gemessen an dem Wirbel, den HTC um die Kamera macht, ist das Ergebnis ernüchternd. Ultrapixel nennt das Unternehmen die Sensoren des Fotochips. Der Name soll verdeutlichen, dass sie grösser sind als bei anderen Handykameras, deshalb mehr Licht aufnehmen und bessere Nachtaufnahmen machen. Der Preis dafür ist, dass die Kamera nur vier Megapixel hat. Andere protzen da mit weit höheren Werten. 

Abseits der nackten Zahlen zeigen Aufnahmen der HTC-Kamera recht blasse Farben und neigen bei starkem Licht zu Überstrahlungseffekten. Bei mässiger Beleuchtung schafft sie es tatsächlich, mehr Licht aufzusaugen als die meisten anderen Handy-Kameras. Ab einem bestimmten Schwellenwert kippt das allerdings. Aus einem Flugzeug heraus gemachte Aufnahmen nächtlich erleuchteter Städte zeigten beim One (M8) mehr Rauschen als mit einem iPhone 5s geknipste Vergleichsfotos. 

Pseudo-3D und Unschärfe auf Abruf 

Die Kamera-App protzt mit Effekten und Filtern, von denen einige nur durch das zweite Objektiv möglich werden, das zusätzlich zur eigentlichen Aufnahme eine Tiefenmessung durchführt. Mit den so aufgezeichneten Daten kann die Kamera-Software Objekte identifizieren und vom Hintergrund freistellen, so dass Hintergrund und Motiv getrennt bearbeitet werden können. 

So lassen sich beispielsweise schöne Schraffurfilter und ein Pseudo-3D-Effekt erzeugen. Die Funktion Ufocus ermöglicht – wie die Lytro-Kamera – ein nachträgliches Fokussieren auf unterschiedliche Bildbereiche. Das funktioniert aber nur bei sehr klar definierten Objekten gut (siehe Bilderstrecke). Gehen die Objekte ineinander über, verschwimmen die Grenzen zwischen scharfen und unscharfen Bereichen. 

Im Energiesparmodus soll das Smartphone mit fünf Prozent Akku noch 15 Stunden durchhalten. Die Zahl der nutzbaren Funktionen ist dabei freilich eingeschränkt. Bild: Matthias Kremp

Langer Atem dank Extremsparmodus 

Über die Akkuleistung kann man nicht klagen. Einen typischen Arbeitstag übersteht das One (M8) im Test mühelos und hat noch Reserven. Sollte es dennoch eng werden, kann man den «extremen Energiesparmodus» zuschalten. Ist er aktiv, wird alles Verzichtbare abgeschaltet: Der Bildschirm wird dunkler, der Hintergrund schwarz, Datenverbindungen werden deaktiviert. Nur Grundfunktionen wie Telefon, E-Mail und SMS bleiben erhalten. Der Lohn für die Abstinenz: 15 Stunden Standby-Zeit bei nur fünf Prozent Akkuladung – verspricht jedenfalls HTC. 

Vorteile:

Nachteil:

Kurioser Schutz: HTC bietet für das One (M8) eine neue Art Schutzhülle an. Die «Dot View Cover» umschliessen das Gerät auf der Rückseite ganz und weisen vorne eine gelochte Oberfläche auf. Bild: Matthias Kremp

Fazit

HTC hat es geschafft: Das One (M8) ist eines der aktuell besten Android-Smartphones. Design und Fertigungsqualität überzeugen, die Technik leistet sich keine Schwächen. Es reagiert schnell und zuverlässig, surft mit Hochgeschwindigkeit in allen Netzen. Einzig die Doppelkamera kann die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Aber das ist eine lässliche Sünde. Als Gesamtpaket macht das One (M8) eine sehr gute Figur und ist das attraktivste Android-Handy, das man derzeit bekommen kann. 



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