Kriegsverbrechen

Kongolesischer Ex-Milizenführer Katanga akzeptiert Verurteilung

25.06.14, 21:38
Germain Katanga, a Congolese National, sits during his trial at the International Criminal Court (ICC) in the Hague on May 23, 2014. The International Criminal Court on Friday sentenced Congolese warlord Germain "Simba" Katanga to 12 years in jail for arming an ethnic militia that carried out a "particularly cruel" 2003 village massacre.  Katanga, 36, was convicted in March 2014 of war crimes and crimes against humanity including murder and pillaging for his role in the attack on Bogoro village in the volatile eastern Democratic Republic of Congo on February 24, 2003.  

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Bild: ANP

Der wegen Beihilfe zu Kriegsverbrechen verurteilte frühere kongolesischen Milizenführer Germain Katanga hat seine Verurteilung akzeptiert. Wie der Internationale Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag am Mittwoch mitteilte, zog Katanga seinen Berufungsantrag zurück. Daraufhin teilte Chefanklägerin Fatou Bensouda mit, dass auch sie ihren Berufungsantrag zurückziehen werde.

Katanga war Anfang März wegen Beihilfe zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen worden. Ende Mai legte das Gericht dann das Strafmass von zwölf Jahren Haft fest. Die knapp sieben Jahre, die Katanga bereits im Gefängnis sitzt, werden von der Haftstrafe abgezogen. Es war erst das zweite Urteil des ICC, seit der Gerichtshof 2003 seine Arbeit aufgenommen hatte. Zugleich ist es das erste, das nun rechtskräftig wird.

Katanga hat nach Einschätzung des ICC durch Waffenlieferungen ein «besonders grausames» ethnisch motiviertes Massaker im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo ermöglicht. Bei dem Massaker in Bogoro im Februar 2003 waren 200 Menschen überwiegend mit Macheten getötet und zahlreiche Frauen vergewaltigt worden.

Katanga hatte gegen den Schuldspruch und das Strafmass Berufung eingelegt, er weist die Vorwürfe zurück. Auch die Staatsanwaltschaft ging in Berufung, weil Katanga von den Vorwürfen freigesprochen worden war, Vergewaltigungen befohlen und Kindersoldaten eingesetzt zu haben. (viw/sda/afp)

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