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Abstammung: Erzbischof von Canterbury entstammt unehelicher Beziehung



Der Erzbischof von Canterbury hat seine wahre Identität herausgefunden: Justin Welby erklärte am Samstag, dass er einer unehelichen Beziehung entstammt und sein Vater in Wahrheit ein Privatsekretär des früheren britischen Premierministers Winston Churchill war.

«Ich habe im vergangenen Monat herausgefunden, dass mein biologischer Vater nicht Gavin Welby ist, sondern Sir Anthony Montague Browne», hiess es in einer von der Anglikanischen Kirche verbreiteten Erklärung. Der 60-jährige Welby sprach von einer «völligen Überraschung».

Montague Browne hatte von 1952 bis 1965 für Churchill gearbeitet. Im Jahr 1956 wurde Welby geboren - und war immer davon ausgegangen, dass sein Vater der 1977 verstorbene Whisky-Händler Gavin Welby ist.

DNA-Test nach Medienbericht

Der Erzbischof von Canterbury bestätigte mit seiner Erklärung einen Bericht des «Daily Telegraph» vom späten Freitagabend. Demnach fand die Zeitung Hinweise auf die wahre Herkunft Welbys und diskutierte diese mit dem Erzbischof. Das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche entschloss sich daraufhin zu einem DNA-Test, der eine Probe von ihm mit einem Haar von Montague Browne verglich.

Das Ergebnis: Welby und Churchills Privatsekretär sind zu 99.98 Prozent Sohn und Vater. Das Haar stammt von einer Bürste, die Montague Brownes Witwe aufgehoben hatte. Er selbst war 2013 gestorben.

In einer Identitätskrise sieht sich Welby aber deshalb nicht. «Ich weiss, dass ich in Jesus Christus herausfinden kann, wer ich bin, und nicht in der Genetik», erklärte er.

Im Laufe seines Lebens hätten er und seine Ehefrau Caroline ausserdem schon weitaus Schlimmeres durchgemacht, fügte Welby hinzu. So war ihre gemeinsame Tochter 1983 im Alter von sieben Monaten bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Es sei ausserdem «nicht ungewöhnlich» herauszufinden, dass der eigene Vater ein anderer war als gedacht, besonders in Familien «mit grossen Schwierigkeiten». Jane und Gavin Welby waren beide Alkoholiker.

Folge einer «Menge Alkohols»

Welbys 86-jährige Mutter Jane, die früher ebenfalls in der Downing Street arbeitete, sprach von einem beinahe «unglaublichen Schock» angesichts der Enthüllungen. «Keiner von uns hat jemals daran gezweifelt, dass wir Justins Eltern sind», erklärte sie.

Zugleich gestand sie ein, kurz vor der Hochzeit eine Affäre mit Montague Browne gehabt zu haben. Auf beiden Seiten sei eine «Menge Alkohol» geflossen und offenbar hätten die getroffenen «Vorkehrungen nicht funktioniert».

Welby hat nun eine Halbschwester, Jane, die drei Jahre älter ist als er. Sein biologischer Vater Montague Browne studierte einst an der Universität in Oxford und diente während des Zweiten Weltkriegs bei der britischen Air Force. Nach dem Krieg arbeitete er im Aussenministerium und später bis zum Tod des Staatsmannes im Jahr 1965 für Churchill. (sda/afp)

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