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Gotthardstrassentunnel: Mehr Sicherheit im Gotthardtunnel dank zweiter Infrarot-Anlage



Weil sich das Thermoportal an der Südseite des Gotthard-Strassentunnels bewährt hat, geht Ende Januar auch am Nordportal eine solche Infrarot-Anlage in Betrieb. Sie schlägt Alarm, wenn überhitzte Lastwagen die Röhre durchqueren wollen, und hilft Brände zu verhüten.

Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Thermoportal in Airolo TI habe das Bundesamt für Strassen (ASTRA) entschieden, auch im Norden eine solche Anlage einzurichten, teilte dieses am Freitag mit. Die neue Anlage in Göschenen UR ist seit Dezember 2015 in einer Testphase, Ende Januar geht sie definitiv in Betrieb.

Die Anlage misst mit einem Lasersignal zunächst die Aussenmasse des Lastwagens. Dann werden mit Infrarotkameras die Temperaturen der einzelnen Motorfahrzeuge gemessen. Ist ein Fahrzeug überhitzt, wird es aus dem Verkehr gezogen. Die Massnahme soll helfen, die Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel weiter zu erhöhen - zusammen mit anderen Massnahmen wie etwa dem «Tropfenzählersystem».

Überhitzung kann Brand auslösen

Am gefährlichsten wird es in einem Strassentunnel, wenn ein Fahrzeug zu brennen beginnt, schreibt das ASTRA. Wie 2001 im Gotthardstrassentunnel: Damals starben elf Menschen, weil ein Lastwagen ausgebrannt war. Die häufigste Ursache für Fahrzeugbrände bei Lastwagen sind Überhitzungen bei Motoren, Bremsbelägen oder Abgasanlagen.

Die Anlage in Airolo TI wurde 2013 in Betrieb genommen. Sie kontrolliert den nordwärts fahrenden Schwerverkehr. Diese Massnahme hat sich aus Sicht des ASTRA bewährt: Im Jahr 2014 wurden demnach bei 24 Fahrzeugen gravierende Überhitzungen festgestellt, die im Tunnel zu Bränden hätten führen können.

Verkehrsministerin Doris Leuthard begab sich am Freitag nach Göschenen, um das neue Thermoportal zu besichtigen. Sie zeigte sich laut Communiqué «erfreut» über die Inbetriebnahme der neuen Anlage. Die beiden Thermoportale nördlich und südlich des Gotthard-Strassentunnels kosten zusammen rund drei Millionen Franken. Der jährliche Betrieb kommt auf etwa 600‘000 Franken zu stehen.

Betrieben werden die Portale von der Schadenwehr Gotthard. Deren Einsatzgebiet umfasst die Nordrampe der Autobahn A2 ab Erstfeld, die Südrampe ab Chiggiogna sowie den Tunnel und den südlichen Teil der Gotthard-Passstrasse. Aller Massnahmen zum Trotz stand die Schadenwehr im Jahr 2014 ganze 22 Mal wegen Brandes im Einsatz. (sda)

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