Graubünden

Klaus Schwab: «Ein Hamburger am WEF kostet vier Mal mehr als in Zürich»

18.09.17, 09:56

Klaus Schwab. Bild: KEYSTONE

WEF-Gründer Klaus Schwab hat die Preise in der Alpenstadt Davos während des jährlichen Zusammentreffens von Politikern und Managern kritisiert. «Wir erwarten, dass das Problem gelöst wird», sagte Schwab in einem Interview.

Davos sei wichtig, sogar wichtiger als je zuvor, sagte der Gründer des World Economic Forums (WEF) am Montag in einem in der «Südostschweiz» publizierten Interview. Gleichzeitig mit dem Bekenntnis zum bisherigen WEF-Standort kritisierte Schwab die hohen Preise.

Er erwarte, dass das Problem gelöst werde. «nicht nur in unserem eigenen Interesse», betonte Schwab. Hohe Preise schadeten auch dem Ruf der Schweiz, dem Tourismus in der Schweiz ganz allgemein.

Der Preise wegen habe es während des WEF noch jedes Jahr Reklamationen gegeben. Schwab nannte ein Beispiel: «Wenn etwa ein Hamburger vier Mal mehr kostet als in Zürich oder zehn Mal mehr als in Mumbai.» Und die Annahme, dass die Leute, die nach Davos kämen, über Mittel verfügten, um das verkraften zu können, sei falsch, sagte Schwab.

Nachfolgerin Doris Leuthard?

Doris Leuthard. Bild: KEYSTONE

Der WEF-Gründer machte überdies deutlich, dass er sich mit 79 Jahren fit genug fühlt, um das Jahrestreffen weiterhin zu organisieren und zu leiten. Zu Spekulation, wonach Bundesrätin Doris Leuthard seine Nachfolgerin werden könnte, wollte er sich nicht äussern.

Er mache jedes Jahr seinen Fitnesstest, sagte Schwab. Er müsse 1000 Meter Höhe in weniger als zwei Stunden und fünfzehn Minuten schaffen - von Zermatt hoch nach Schwarzsee. «Und ich habe den Test auch dieses Jahr wieder bestanden», sagte der WEF-Gründer, der zusammen mit seiner Frau das Davoser Ehrenbürgerrecht besitzt. (sda)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Snoopy_International 20.09.2017 01:34
    Highlight Ich kann Hr. Schwab nur zustimmen. Am letzten WEF waren z.B. über 800 Personen von der amerikanischen Delegation in der Schweiz. Nicht alle Teilnehmer sind vermögend. -
    Nicht nur in Davos, sondern in der ganzen Schweiz sind die Preise exorbitant hoch und die Leistung oft miserabel! - Hinter vorgehaltener Hand wird ein Wechsel vom WEF nach Salzburg in Erwägung gezogen. Wann erwacht das Gewerbe in der Schweiz endlich aus dem egoistischen und gierigen Alptraum - bevor es zu spät ist?
    2 1 Melden
  • Alterssturheit 18.09.2017 16:57
    Highlight Ich plädiere dafür, dass der CH-Steuerzahler generell die Verpflegungskosten der WEF-Teilnehmer übernimmt. Kann ja nicht sein, dass wir diese guten Gäste abzocken oder am Ende der Veranstalter diese Kosten tragen muss...
    1 4 Melden
  • meine senf 18.09.2017 16:55
    Highlight Ach, jetzt regelt der geheilligte Markt doch nicht mehr alles bestens?

    Ein paar Tausend Leute werden entlassen = "Das ist halt der Markt".

    An einem Treffen eher nicht all zu armen Leute werden die Hamburgerpreise erhöht = "Da musss man unbedingt was dagegen tun".
    1 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 18.09.2017 14:47
    Highlight oh NOOO es bricht mir das Herz! so sad!!
    Ich biete mein Znüniböxli an damit im Denner an der Promenade 108 in Davos ein frisches LyonerSandwich geholt werden kann.

    Falls sich das nicht bessert müssen wir in Erwägung ziehen einen Sack Reis über Davos abzuwerfen.
    8 1 Melden
  • Stan_the_man 18.09.2017 13:18
    Highlight Versteh ich das richtig? Klaus Schwab kritisiert die oberste Regel im Kapitalismus?!
    Warum sollte "Angebot und Nachfrage" ausgerechnet für die Ladenbesitzer in Davos nicht gelten?
    18 2 Melden
  • N. Y. P. 18.09.2017 11:05
    Highlight «Ein Hamburger am WEF kostet vier Mal mehr als in Zürich»

    Es ist ja auch ein elitäres Treffen. Die Preise sind also ok.
    Man macht dort oben Geschäfte. Und als Feigenblatt dienen all die Schauspieler, die über Umweltschutz parlieren.

    P. S. Klaus Schwab ist demnach sehr fit,
    1000 Hm in 2 h. Beeindruckend so eine Leistung in diesem Alter. Hut ab.

    14 0 Melden
  • Wilhelm Dingo 18.09.2017 10:41
    Highlight Das Problem löst sich selbst wenn das WEF dann halt nicht mehr in Davos stattfindet.
    32 6 Melden
    • TanookiStormtrooper 18.09.2017 11:14
      Highlight Vermutlich eher nicht, dann werden die Preise am neuen Veranstaltungsort auch "angepasst".
      Aber wen kümmert's? Dann sehen die WEF-Teilnehmer mal wie es ist, wenn man über den Tisch gezogen wird.
      Angebot und Nachfrage, willkommen im Kapitalismus!
      13 2 Melden

«Asyl-Algorithmus»: Ein Programm soll Flüchtlinge vor der Arbeitslosigkeit bewahren

Forscher der ETH-Zürich entwickelten einen Algorithmus, der die Arbeitslosigkeit bei Asylsuchenden drastisch senken soll. Neu sollen Flüchtlinge nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern anhand von Faktoren wie Alter, Herkunft und Sprache auf die Kantone verteilt werden.

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