USA

103 Lügen hat die «New York Times» aufgelistet. Missverständliche und irreführende Aussagen wurden nicht berücksichtigt. Bild: AP/AP

Wie oft hat Trump eigentlich schon gelogen? Achtung, Spoiler: sehr, sehr oft

US-Präsident Donald Trump lügt viel. Oder nicht? Die «New York Times» hat ausgewertet, wie oft er im Vergleich zu seinem Vorgänger schon die Unwahrheit behauptet hat. Achtung, Spoiler: sehr oft.

14.12.17, 22:45

Ein Artikel von

Wenn es darum geht, anderen eins auszuwischen oder selbst besser dazustehen, nimmt es US-Präsident Donald Trump mit der Wahrheit nicht allzu genau.

Er sei gegen den Einsatz der US-Armee im Irak gewesen, bei keiner Inauguration sei die Menschenmenge grösser gewesen als bei seiner, Millionen illegal abgegebener Wahlzettel hätten ihn bei der Präsidentenwahl die tatsächliche Stimmenmehrheit gekostet – schon kurz nach seiner Amtsübernahme behauptete er in seinen Tweets nachweisbar die Unwahrheit. In den ersten zehn Monaten seines Präsidentendaseins summierte sich das auf 103 Lügen, wie die «New York Times» (NYT) auflistet.

Zum ersten Mal hatte die Zeitung die Lügen bereits im Sommer gesammelt, nun gibt es eine Neuauflage: Weil es oft hiess, die Zahl würde bei anderen US-Präsidenten vermutlich ebenso hoch ausfallen, untersuchten die NYT-Faktenchecker auch die Aussagen seines Vorgängers Barack Obama auf deren Wahrheitsgehalt.

Das Ergebnis:
Trump: 103 Lügen, Obama: 18.

Noch deutlicher wird die Kluft zwischen dem Republikaner und dem Demokraten, wenn man bedenkt, dass bei Obama die gesamte Amtszeit untersucht wurde – bei Trump stammen die Lügen aus nicht einmal einem Jahr Amtszeit. Wären noch Aussagen dazu genommen worden, die nicht ausdrücklich falsch, aber immerhin missverständlich oder irreführend waren, hätte es für Trump noch viel schlechter ausgesehen, schreibt die NYT. Zudem habe Obama – genau wie sein Vorgänger George W. Bush – zumindest aufgehört, eine Lüge zu wiederholen, wenn diese entlarvt wurde. Trump hingegen greife dann die Menschen an, die ihn der Lüge bezichtigten.

Trump mag Pressebilder nicht – so reagiert das Internet

Eine Auswahl der trumpschen Unwahrheiten laut NYT: Der Präsident twitterte am 21. Januar 2017: «Ein Reporter des Time-Magazins – ich war 14 oder 15 Mal auf dem Cover. Ich glaube, wir haben den absoluten Rekord in der Geschichte des Time-Magazins.» Tatsächlich war Trump insgesamt elf Mal auf dem Cover, Richard Nixon hingegen 55 Mal. Vier Tage später schrieb er: «Schau, als Präsident Obama vor zwei Wochen da [Chicago, Anm. d. Red.] war, hat er eine Rede gehalten, eine sehr nette Rede. Zwei Menschen wurden erschossen, während er seine Rede gehalten hat. Das darf nicht passieren.» Tatsächlich wurde in Chicago an diesem Tag niemand erschossen. (Die komplette Liste finden Sie hier.)

Obama log der NYT-Liste zufolge vor allem, wenn es um die Errungenschaften seiner Regierung ging. Am 24. Februar 2009 behauptete er: «Wir importieren heute mehr Öl als je zuvor.» Tatsächlich gab es die meisten Ölimporte im Jahr 2005. «Amerikanische Hersteller schaffen zum ersten Mal seit 1990 wieder Jobs», sagte Obama am 17. Februar 2012. Doch in den Neunzigerjahren gab es bereits neue Arbeitsstellen in dem Sektor. (vks)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Zorulu 15.12.2017 18:31
    Highlight Er lügt nicht; er verbreitet bloss alternative Fakten..
    4 0 Melden
  • Frank Drabin 15.12.2017 07:28
    Highlight Er ist ja auch grösser, stärker und schöner als alle anderen Präsidenten.
    50 2 Melden
    • Crissie 15.12.2017 12:26
      Highlight Und - nicht zu vergessen - der intelligenteste, den es je gab!
      10 0 Melden
  • ujay 15.12.2017 04:38
    Highlight Lügen gehört zum Tagesgeschäft von Trump, Putin, Kim il Jong und Co. Alle aus demselben Holz geschnitzt.
    29 8 Melden
    • Stipps 15.12.2017 09:45
      Highlight Glücklicherweise ist:

      Maduro, Kim, Ping u.ä. so ehrlich ahahaha!

      Metoo!
      1 5 Melden
  • Yekinison 15.12.2017 04:26
    Highlight Ach Bill...du schlimmer Finger..
    42 7 Melden
    • gusg 15.12.2017 10:12
      Highlight Es macht halt rechtlich schon einen Unterschied in welcher Situation man lügt. Anscheinend wissen die 7775 welche "Gefällt mir" gedrückt haben, nicht weshalb Bill Clinton impeached wurde.
      1 14 Melden
    • Yekinison 15.12.2017 11:59
      Highlight Die Frage ist doch viel mehr, welch lächerlicher Grund zum Amtsenthebungsverfahren geführt hat.
      Ausserdem wurde das Verfahren wieder eingestellt, weil B.C. einen BJ zugegeben hat.
      Müsste Trump mal vor dem Senat aussagen, wäre dies für ihn ein Mienenfeld mit grösstem Unterhaltungswert für uns, weil der Donald einfach ein notorischer Lügner ist.
      15 3 Melden
    • gusg 15.12.2017 12:13
      Highlight @Yekinison: Clinton hat unter Eid gelogen. Der "lächerliche Grund" wie du Ihn nennst, stand in Zusammenhang mit einer Anklage gegen Ihn wegen sexueller Belästigung. Verstehst du den Unterschied zu den Lügen von Trump?
      3 8 Melden
  • α Virginis 15.12.2017 02:53
    Highlight Die Frage lautet wohl eher: Wann lügt er nicht?
    33 4 Melden
  • Citation Needed 14.12.2017 22:53
    Highlight covfefe!
    88 4 Melden

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