Islamischer Staat (IS)
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epa05007517 A handout picture provided by the Russian Emergency Ministry press service on 02 November 2015 shows Egyptian servicemen at the site of crash of Russian MetroJet Airbus A321 in Sinai, Egypt, 01 November 2015. The A321 plane of Metrojet en route from Sharm-el-Sheikh, to St. Petersburg crashed in the Sinai, Egypt on 31 October 2015, killing all 224 people on board.  EPA/MAXIM GRIGORIEV / RUSSIAN EMERGENCY MINISTRY / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/RUSSIAN EMERGENCY MINISTRY

«Zu 90 Prozent sicher»: Ägyptische Ermittler vermuten Bombe als Absturzursache des Airbus A321 im Sinai

Grund für den Absturz des russischen Verkehrsflugzeugs in Ägypten mit 224 Toten ist vermutlich ein Bombenanschlag. Davon gehen eine Woche nach der Katastrophe inzwischen auch die ägyptischen Ermittler aus.



«Wir sind zu 90 Prozent sicher, dass es eine Bombe war», sagte ein Mitglied des Ermittlerteams am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Das habe die Auswertung des Flugschreibers ergeben. Dieser habe als letztes ein Geräusch aufgezeichnet, das höchstwahrscheinlich von der Explosion eines Sprengsatzes stamme.

Die ägyptische Regierung hat sich bislang zur Absturzursache bedeckt gehalten und vor vorschnellen Schlussfolgerungen gewarnt. Offiziell hiess es lediglich, es werde kein Szenario ausgeschlossen.

Westliche Länder allerdings äusserten bereits die Vermutung, dass an Bord der Maschine eine Bombe explodierte. Internationale Geheimdiensthinweise legten zuletzt nahe, dass der Airbus A321 der sibirischen Airline Kolavia durch einen Sprengsatz der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an Bord vom Himmel geholt wurde.

Das Flugzeug war am 31. Oktober im Ferienort Scharm el Scheich auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel gestartet und sollte nach St. Petersburg fliegen. 23 Minuten nach dem Start war es plötzlich abgestürzt.

epa05007510 A handout picture provided by the Russian Emergency Ministry press service on 02 November 2015 shows a piece of an engine of Russian MetroJet Airbus A321 at the site of the crash  in Sinai, Egypt, 01 November 2015. The A321 plane of Metrojet en route from Sharm-el-Sheikh, to St. Petersburg crashed in the Sinai, Egypt on 31 October 2015, killing all 224 people on board.  EPA/MAXIM GRIGORIEV / RUSSIAN EMERGENCY MINISTRY / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Zerstörtes Triebwerk an der Absturzstelle: Bombe als wahrscheinlichste Absturzursache.
Bild: EPA/RUSSIAN EMERGENCY MINISTRY

IS-Miliz bekennt sich zu Anschlag

Ein Ableger der IS-Miliz, der auf dem Sinai aktiv ist, hatte erklärt, einen Anschlag auf die Maschine verübt zu haben – als Vergeltung für die russischen Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien.

Russland begann am Wochenende damit, die nach dem Absturz in Ägypten festsitzenden rund 80'000 russischen Urlauber nach Hause zu fliegen. Der russischen Nachrichtenagentur RIA zufolge wurden innert 24 Stunden 11'000 Touristen mit Sonderflügen in die Heimat gebracht.

«Wir wollen herausfinden, ob sich zum Beispiel jemand an den Sicherheitskräften oder den Metalldetektoren vorbeigeschlichen hat»

Sprecher der ägyptischen Sicherheitskräfte

Den Linienverkehr nach Ägypten hat die Regierung in Moskau vorläufig untersagt. Auch Grossbritannien hat ein Flugverbot verhängt und will innert zehn Tagen alle rund 20'000 in Scharm el Scheich gestrandeten Briten zurückbefördern.

Neue Debatte über Flugsicherheit erwartet

Auf der Suche nach der Absturzursache werteten die ägyptischen Ermittler auch die Aufnahmen der Überwachungskameras am Flughafen Scharm el Scheich aus.

«Wir wollen herausfinden, ob sich zum Beispiel jemand an den Sicherheitskräften oder den Metalldetektoren vorbeigeschlichen hat», sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte zu Reuters. Auch ob es irgendwelche ungewöhnlichen Aktivitäten unter den Polizisten oder den Flughafenbeschäftigten gegeben habe, werde überprüft.

epa05007516 A handout picture provided by the Russian Emergency Ministry press service on 02 November 2015 shows Russian Emergency Situations Minister Vladimir Puchkov (L) and unidentified officials at the site of crash of Russian MetroJet Airbus A321 in Sinai, Egypt, 01 November 2015. The A321 plane of Metrojet en route from Sharm-el-Sheikh, to St. Petersburg crashed in the Sinai, Egypt on 31 October 2015, killing all 224 people on board.  EPA/MAXIM GRIGORIEV / RUSSIAN EMERGENCY MINISTRY / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Russische Behördenmitglieder an der Absturzstelle im Sinai.
Bild: EPA/RUSSIAN EMERGENCY MINISTRY

Die britische Regierung hält verstärkte Sicherheitskontrollen an Flughäfen im Nahen Osten für notwendig. Wenn der Absturz durch eine Bombe der IS-Miliz verursacht sein sollte, dann müsse das Sicherheitsniveau in Gebieten, wo der IS aktiv sei, überprüft werden, sagte Aussenminister Philip Hammond dem britischen Sender BBC.

Auch auf der Luftfahrtmesse in Dubai, die am Sonntag begann, dürfte der Absturz ein grosses Thema werden. Der Chef der Fluggesellschaft Emirates, Tim Clark, äusserte die Erwartung, dass die Branche nun mit Forderungen nach strengeren Sicherheitsvorkehrungen konfrontiert werde. (wst/sda/reu/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • amore 08.11.2015 20:17
    Highlight Highlight Warum hört man eigentlich nichts mehr von der Version schlecht reparierter Rumpf nach einem Tailstrike. Ich gehe davon aus, dass auch spezielle Geräusche gehört werden, wenn sich der Rumpf eines Flugzeugs plötzlich abtrennt. Kommt dazu, dass der Rumpf am Boden allein weit ab anderer Wrackteilen liegt.
    • NikolaiZH 08.11.2015 22:33
      Highlight Highlight dann wären die "telemetrischen" sofort entsprechend verändert. ferner wäre der fleugzeug noch ein paar sekunden "weiter geflogen" (rein aus aerodynamischen gründen). Diese wären zusammen mit der notkommunikation der piloten auch aufgezeichnet. Auch eine triebwerkexplosion kann schnell ausgeschlossen werden, da bei dieser die schaufeln aus technischen gründen sich von rotor sofort lösen würden und beim auseinaderfliegen typische einschnitte hinterlassen

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