Brasilien
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Jair Bolsonaro – der Taugenichts, der keine Ahnung von Wirtschaft hat (aber gewinnen wird)



FILE - In this Oct. 21, 2018 file photo, a supporter of presidential frontrunner Jair Bolsonaro holds up a bumper sticker promoting her candidate, during a campaign rally in Brasilia, Brazil. Perhaps the biggest debates on how to describe Bolsonaro center around the terms “hard right,” “far right” or “extreme right.” Bolsonaro takes issue with these descriptions. “I’m not on the extreme right. Show me an act that makes me extreme right,” he said earlier this month during an event in Rio. (AP Photo/Eraldo Peres)

Bild: AP/AP

Jair Bolsonaro gilt als Rassist, Frauenhasser und Waffennarr. Dennoch dürften die Brasilianer den Ex-Militär am Sonntag zum neuen Präsidenten wählen. Zu gross ist der Frust über die korruptionsverseuchte Polit-Elite im grössten Land Südamerikas.

Bei der Nennung seines Namens läuft es den einen eiskalt den Rücken herunter, andere heben bewundernd die Augen zum Himmel. Am rechtsextremen Jair Messias Bolsonaro, der in letzten Umfragen vor der Stichwahl um das brasilianische Präsidentenamt klar vorne liegt, scheiden sich die Geister.

Bolsonaro vor Stichwahl vorn

Unmittelbar vor der Stichwahl in Brasilien liegt der rechtspopulistische Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro weiter vorn. Nach einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Datafolha käme der Ex-Militär auf 55 Prozent der Stimmen, sein Konkurrent Fernando Haddad von der linken Arbeiterpartei auf 45 Prozent. Das Institut Ibope sah Bolsonaro bei 54 Prozent und Haddad bei 46 Prozent der Stimmen. Nach beiden Umfragen würde Bolsonaro die Wahl am Sonntag gewinnen. Allerdings war sein Vorsprung in den vergangenen Wochen etwas geschrumpft.

Gegner des langjährigen Abgeordneten verweisen auf seine rassistischen, frauen- und schwulenfeindlichen Äusserungen und sein Lob für die Militärdiktatur der Jahre 1964 bis 1985. Für seine Anhänger ist er der Retter des Vaterlandes. Seine glühendsten Fans nennen ihn schlicht «o mito» (der Mythos).

Bad in der Menge mit schweren Folgen

Bolsonaro, der sich angesichts der Korruptionsskandale im grössten Land Lateinamerikas als «Saubermann» profilierte, nimmt mit Vorliebe bei Auftritten in Flughäfen ein Bad in der Menge – eine riskante Angelegenheit: Am 6. September wurde er in der Kleinstadt Juiz de Fora von einem geistig Verwirrten mit einem Messer schwer verletzt.

Zum «Mythos» kam nun das Image des Märtyrers hinzu. Bolsonaro konnte wegen seines Spitalaufenthalts drei Wochen lang weder am Strassenwahlkampf noch an Fernsehdebatten teilnehmen. In den sozialen Medien blieb er hingegen sehr aktiv. Bei Facebook, Twitter und Instagram folgen ihm knapp 14 Millionen Nutzer.

Das Internet ist Bolsonaros bevorzugtes Medium, ein grosser Redner ist er nicht. Ein klares politisches Programm ist bei Bolsonaro schwerlich auszumachen. Kein Wunder, dass der Mann, der seit 27 Jahren im Abgeordnetenhaus sitzt, mehrmals die Parteien wechselte.

Keine Ahnung von Wirtschaft

FILE - In this April 19, 2018 file photo, presidential hopeful, conservative Brazilian lawmaker Jair Bolsonaro flashes two thumbs up as he poses for a photo with cadets during a ceremony marking Army Day, in Brasilia, Brazil. As Sunday’s, Oct. 28 election approaches, fierce debates are unfolding in Brazil and beyond over how to describe Bolsonaro, a candidate whose eclectic mix of policies and harsh language thrills supporters and terrifies detractors. (AP Photo/Eraldo Peres, File)

Bild: AP/AP

Dass er von Wirtschaft nichts versteht, bekennt Bolsonaro selbst. Das Vertrauen der Märkte gewann er, indem er den Wirtschaftswissenschaftler Paulo Guedes in sein Wahlkampfteam nahm. Ihn will er zum «Superminister» machen.

Letzte Umfragen kurz vor der Stichwahl sahen Bolsonaro bei 59 Prozent. Entgegen seiner bisherigen Gewohnheit bemühte sich der 63-Jährige nun um einen konzilianteren Ton. Nach seinem Wahlsieg werde er «Sklave der Verfassung» sein und «mit Autorität, aber ohne Autoritarismus» regieren.

Zu Bolsonaros Unterstützern zählen mächtige Lobbyisten etwa aus der Agrarindustrie und der einflussreichen evangelikalen Kirche. Der Politik-Veteran Bolsonaro stilisiert sich zum Anti-Establishment-Politiker, der mit «denen da oben» aufräumen werde.

«Brasiliens Donald Trump»

Der grassierenden Kriminalität und Korruption sagte er einen gnadenlosen Kampf an. Den Bürgern will er in diesem Zusammenhang das Tragen von Waffen erlauben. Häufig wird Bolsonaro als «Brasiliens Donald Trump» bezeichnet. Doch einige politische Beobachter sehen eher Parallelen zum philippinischen Staatschef Rodrigo Duterte.

People protest against far-right and Brazil's presidential candidate Jair Bolsonaro during a demonstration, in Lausanne, Switzerland, Saturday, October 20, 2018. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Umstritten: Jair Bolsonaro. Bild: KEYSTONE

Geboren wurde Bolsonaro 1955 in Campinas bei Sao Paulo in einer italienischstämmigen Familie. Während seiner Zeit in der Armee galt er als aufmüpfig. In den 80er-Jahren wurde ihm sogar ein versuchter Bombenanschlag zur Last gelegt, mit dem er einen höheren Sold erreichen wollte.

Der Grossteil seiner politischen Karriere spielte sich in Rio de Janeiro ab. Dort wurde er 1988 zum Gemeinderat und 1991 zum Abgeordneten im Bundesparlament gewählt.

Provokation statt Leistung

Im Parlament tat er sich weniger durch Gesetzesinitiativen hervor – in fast drei Jahrzehnten brachte er nur zwei Initiativen durch – als vielmehr durch verbale Provokationen. Zur linken Abgeordneten Maria do Rosario sagte er einmal: «Ich würde Sie nicht vergewaltigen, Sie verdienen es nicht.» Darauf angesprochen bekräftigte Bolsonaro in einem Interview 2014, sie sei «hässlich» und «nicht sein Typ».

Herablassend äussert sich Bolsonaro auch über Schwarze und Homosexuelle. Einen schwulen Sohn würde er «nicht lieben können», sagte er 2011 in einem Interview mit dem «Playboy» und fügte hinzu: «Mir wäre lieber, er würde bei einem Unfall sterben.»

Auch Folter während der von ihm verherrlichten Militärdiktatur rechtfertigte der 63-Jährige. Deren Fehler sei es gewesen, «zu foltern, aber nicht zu töten», befand Bolsonaro 2016 in einem Radiointerview. (aeg/sda/apa/afp/dpa)

Bolsonaro könnte Brasiliens Präsident werden

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Juliet Bravo 28.10.2018 21:32
    Highlight Highlight Ach wenn‘s doch nur alle und nicht nur die Brasilianer in Frankreich wären...🇧🇷🇫🇷

    Benutzer Bild
    • Vorname Nachname 28.10.2018 22:13
      Highlight Highlight Und wie denkst du siehts bei uns aus? 🇨🇭🇧🇷
    • Juliet Bravo 28.10.2018 23:52
      Highlight Highlight So:
      Benutzer Bild
    • Citation Needed 29.10.2018 08:06
      Highlight Highlight Vorname Nachname: würde mich auch interessieren, habe aber nichts dazu gefunden.. :-(
    Weitere Antworten anzeigen
  • LCM 28.10.2018 21:06
    Highlight Highlight Ware sie schon einmal in Brasilien Herr rodolofo oder nur Plaudern
    • rodolofo 29.10.2018 07:29
      Highlight Highlight Nein.
      Aber ich extrapoliere meine Erfahrungen mit Filipinos und den Philippinen, sowie mit Brasilien-Schweizern (in die Schweiz zum arbeiten zurückgekehrte Secondos von Schweizer Auswanderern in Brasilien).
      Im Herzen sind sie Brasilianer. Doch der Kopf sagt ihnen, dass sie hier in der Schweiz mit weniger Stress besser einen Lebensunterhalt verdienen kann.
      Sie verhalten sich sehr gesellig und laut.
      Aber sie achten auch sehr genau, wo die Grenzen ihres Territoriums verlaufen...
      Wenn Du mit Einem von der Gruppe Streit bekommst, hast Du bald mit Allen von der Gruppe Streit.
  • danny34a 28.10.2018 14:19
    Highlight Highlight die angst abends nicht mehr auf die strasse zu gehen sobald es dunkel ist, kennen wir hier auch nicht.
    und nur weil sich die brasilianer jetzt für bolsonario entscheiden sind sie noch lange keine faschisten oder rechtsextreme.
    beide kanditaten haben dreck am stecken.
    die linken unterstützen maduro in venezuela und bolsonario liebäugelt mit einer militärdiktatur.
    meine frau ist brasilianerin und war noch nie so unzufrieden mit der regierung in ihrem land. hoffen wir auf eine bessere zukunft für alle. egal ob links oder rechts.
    • danny34a 28.10.2018 17:12
      Highlight Highlight @danyboy
      und was genau haben die linken erreicht?
    • danny34a 28.10.2018 17:45
      Highlight Highlight @danyboy
      noch etwas, jeden bolsonario wähler als fan zu betiteln ist auch übertrieben. genau diese einstellung jedes einzelnen spaltet das ganze land. anstatt wie erwachsene menschen objektiv über das thema zu diskutieren werden die wähler in die eine oder andere schublade gesteckt. hört bitte auf mit dieser stigmatisierung und versucht euch mal in die situation zu versetzen.
    • Juliet Bravo 28.10.2018 21:34
      Highlight Highlight danny34a, das „linke Debakel“ wie du es nennst hat 30 Millionen Brasilianer in die Mittlelschicht aufsteigen lassen. Schade, dass der Mensch so schnell vergisst.
    Weitere Antworten anzeigen
  • danny34a 28.10.2018 14:14
    Highlight Highlight er war 4 jahre bürgermeister von são paulo. thats it. nun ist er lulas hampelmann. nach den ersten wahlen wurde haddad gleich darauf bei lula im gefängnis gesichtet. vermutlich für berichterstattungen und besprechung über das weitere vorgehen.
    die brasilianer erhoffen sich mit der wahl bolsonarios einen bruch im system. sie wissen, dass er es schwer haben wird sich durchzusetzen. die pt hat viele jahre zeit gehabt das system nach ihren gunsten zu gestalten.
    ich kann die brasilianer verstehen, denn armut wie in brasilien, kennen wir hier nicht.
    • Roman Loosli 28.10.2018 16:48
      Highlight Highlight Lula hat massgeblich die Armut bekämpft... ob das dieser mann auch tun wird wage ich zu bezweifeln. Lula wurde weggeräumt mit relativ fadenscheinigen Argumenten wie auch Seine Nachfolgerin...
    • Juliet Bravo 28.10.2018 20:28
      Highlight Highlight Gegen Dilma liegt immer noch nichts vor.
    • Max Dick 28.10.2018 21:00
      Highlight Highlight Ja Lulas grandiose Armutsbekämpfung. Hat die Mittelshicht (hauptsächlich im Süden) geplündert, unds planlos den Armen im Norden bar auf die Kralle gegeben. Ohne aber nachhaltige Investitionen, damits dort auch ohne Hilfe des Südens besser geht. Solange genug da war, gings noch halbwegs, auch wenn der Süden nie glücklich war, die Zeche des Nordens zu bezahlen und daher Lula auch nie gewählt hat. Irgendwann aber war halt nicht mehr genug da, und das Ergebnis ist eine tiefe Rezession.
    Weitere Antworten anzeigen
  • danny34a 28.10.2018 14:07
    Highlight Highlight Ich bin langsam froh sind die wahlen heute zu ende. die einseitige berichterstattung hat somit auch bald ein ende (hoffentlich).
    bolsonario wird in brasilien nicht als der messias angesehen. sauber von korruption wird auch er nicht sein. korruption ist in brasilien allgegenwärtig. die brasilianer haben einfach genug von der pt die in allen ämtern, medien und sogar hochschulen verankert ist und viel zu wenig für bildung, wirtschaft und gegen die wachsende kriminalität unternommen hat.
    haddad ist nicht der bessere politker als bolsonario und hat auch nicht allzuviel erreicht.
  • John Henry Eden 28.10.2018 12:36
    Highlight Highlight Typen wie Duterte oder Bolsonaro werden nicht zum Spass gewählt, sondern aus Not.

    Brasilien hat Probleme, deren Tragweite sich viele hierzulande nicht bewusst sind. Ganz oben im Elfenbeinturm leben und trotzdem nur einen einschränkten Horizont haben.

    Einzig und allein die finanziellen Möglichkeiten trennen die Schweiz vom Chaos. Das sollte man nicht vergessen. Und da unser Sozialstaat auf gigantischen Schneeballsystemen beruht, haben wir wohl einfach nur eine Gnadenfrist. Wenn diese vorbei ist, betreten auch hier ganz andere "Politiker" die Bühne.


    • Matterhorn 28.10.2018 13:53
      Highlight Highlight So einen Mist, den Sie da schreiben! Schon mal etwas von sozialer Verantwortung gehört?
    • redeye70 28.10.2018 15:51
      Highlight Highlight Nicht der Sozialstaat ist der gigantische Schneeball, es ist die neoliberale Wirtschaftsordnung und das Finanzsystem.
  • Rocky Gonzales 28.10.2018 12:01
    Highlight Highlight Brasilien litt und leidet unter Korruption, Gewalt und dadurch u.a. auch unter sozialen Problemen, dies massivst. Das wissen nur jene, die dort leben und arbeiten, also nicht jene die sich von einer Zeitung eine Meinung vorgeben lassen. Er ist für die Brasilianer das kleiner Übel. Dass er eine Gefahr für den Urwald ist ist scheint unter den gegebenen Vorzeichen unbestritten, doch ist er für die Unterdrückten und Geschundenen eine "letzte" Hoffnung. Wie heisst es: in der Not frisst der Teufel Fliegen, er scheint für die Bevölkerung, und für jene die DORT leben, eine valable Option zu sein.
  • TC_94 28.10.2018 11:43
    Highlight Highlight Wer sagt, Bolsonaro wüsste nichts von Wirtschaft, hat wphl noch nie erlebt wie Dilma und Lula über wirtschaft sprechen. Dilma sagt "7 + 4 = 13".
    Über die vielen Lügen in diesem Artikel fabg ich gar nicht erst an zu erwähnen...
    • Pisti 28.10.2018 15:31
      Highlight Highlight Dilma Rouseff hat das Land ja komplett heruntergewirtschaftet! Gleichzeitig noch eine WM und Olympiade durchgeführt.
      Die Linken wissen eben wie man das Geld zum Fenster rausschmeist.
      Ob Bolsonaro ein Taugenichts ist, wird sich zeigen. Die Linke Rouseff war es definitiv.
    • Citation Needed 28.10.2018 21:18
      Highlight Highlight Pisti: unter Lula erlebte Brasilien einen wirtschaftlichen Boom. Er wurde u.A. gewählt weil sein Vorgänger (Cardoso, Sozialdemokrat) nach exzellenten wirtschaftspolitischen Taten der 1 Amtszeit (er hatte die Inflation gestoppt) in der zweiten nicht mehr so überzeugte. Dein Links-Rechts-Schema greift in Brasilien also überhaupt nicht. Unter Dilma ging es wirtschaftlich bachab, das stimmt. Aber Lula und sein Vorgänger hatten wirtschaftspolitisch viel erreicht.
    • Citation Needed 28.10.2018 21:46
      Highlight Highlight Korrektur: Cardoso stoppte die Inflation als der noch Finanzminister war und wurde dann (dank dieses Erfolges) zum Präsidenten gewählt. Er hatte zwei Amtszeiten und mit der Dritten haperte es und Lula folgte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 28.10.2018 11:21
    Highlight Highlight "zu foltern, aber nicht zu töten" Aha, er wird diesen Fehler also nicht mehr machen?
    Zudem, war er während der Militärdiktatur nicht in der Armee? War er ggf. wie Jean-Marie LePain selbst Folterknecht?
  • LASTWOLTER 28.10.2018 11:02
    Highlight Highlight Gesegnet sei Jair Bolsonaro!
  • rodolofo 28.10.2018 10:58
    Highlight Highlight Die Ähnlichkeiten zu Duterte in den Philippinen stechen ins Auge.
    Die Leute werden im Alltag so von der Korruption und vom Organisierten Verbrechen geplagt, dass sie einfach nur wollen, dass das endlich aufhört!
    Die Polizei aber ist eine Mafia unter vielen!
    Die Politiker sind mit Mafia-Organisationen eng verbandelt.
    Da erhofft man sich ev. wieder etwas vom Militär als letzter Institution mit einem Nationalen Ehrgefühl.
    Aber auch in der Armee gibt es wieder miteinander rivalisierende Fraktionen, die jeweils mit reichen Familien verbunden sind.
    Die Gewaltspirale wird sich weiter drehen...
  • Anna Landmann 28.10.2018 10:24
    Highlight Highlight Weil die einen unsere Land jahrelang abgezockt haben, wählen wir halt einen, der es zerstören will, selber schuld liebe Elite! Was für eine tolle Logik, liebes Volk (nicht nur in Brasilien).
  • Billy the Kid 28.10.2018 10:16
    Highlight Highlight Verherrlichung der "glorreichen" Vergangenheit, Militarismus, Frauenfeindlichkeit, Rassismus, Homophobie, Befürwortung von Folter und Polizeistaat.
    Diese Story kennt man doch schon vom Nachbarn auf der Nordhalbkugel...
    Freilich sind auch wieder die radikalen Christen "on board" - genau wie in den USA mit Mike Pence und co.
    Die mächtige Agrarindustrie aka korrupte Grossgrundbesitzer und multinationale Konzerne, die am liebsten noch das Regenwasser privatisieren würden - sind logischerweise immer auf der "richtigen" Seite der Geschichte...
  • Max Dick 28.10.2018 09:58
    Highlight Highlight Wieder ein typischer Anti-Bolsonaro-Artikel, weil man eben Anti-Bolsonaro sein muss. Wieso vergleicht ihr nicht die unterschiedlichen Programme zur Wiederankurbelung der Wirtschaft? Jedem der nicht gerade unbelehrbarer Sozialist ist, wird eingestehen, dass Bolsonaros Ideen viel mehr taugen. Wieso immer die Hinweise auf die Militärdiktatur und nie Hinweise auf PT und Venezuela? Wieso wird nie erwähnt, dass Bolsonaro hauptsächlich von der gebildeten Mittelschicht getragen wird unf nicht wie Rechtspopulisten in EU/USA von der schlechter gebildeten Unterschicht? Könnte noch lange so weiterfragen.
    • kanu 28.10.2018 10:14
      Highlight Highlight Weil auch solche Typen ihre Versprechen nicht halten und dann behaupten es seien alle andern schuld, Pech für ein Land.
    • Arthur Philip Dent 28.10.2018 10:20
      Highlight Highlight Wenn die Aussagen aus dem Artikel stimmen, interessieren mich seine Programme ehrlich gesagt kein Bisschen. Ein Mensch mit dieser Haltung gehört ganz sicher nicht an die Spitze einer Regierung.
    • 1833lst 28.10.2018 10:37
      Highlight Highlight Genau meine Meinung. Die westlichen Medien berichten seit Monaten total einseitig. Anschuldigungen werden kaum hinterfragt. Das Puff rund um PT wird kaum angesprochen.

      Und immer dieses Überlegenheitsgefühl. Als ob wir hier besser wüssten, als die Leute vor Ort, was für sie besser ist. Über brasilianische Politik hört man hier ja sonst kaum etwas...
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 28.10.2018 09:46
    Highlight Highlight Unser Planet wird von Menschen über alle Massen ausgeplündert, geschändet, verdreckt und verseucht.
    Die menschliche Gier nach materiellem Reichtum und nach Macht ist dermassen "aus dem Ruder gelaufen", dass wir im Durchschnitt einen Lebensstil führen, für den es DREI Erden bräuchte!
    Das geht so lange mehr schlecht als recht, als noch Restbestände von Fischen, von Urwäldern, von fruchtbarem Boden und von Bodenschätzen vorhanden sind.
    Ist aber einmal die Verwüstung so weit vorangeschritten, wie jetzt, beginnt das Globale Ökosystem "zu kippen" und alles sehr schnell:
    Die Apokalypse beginnt.
  • Muselbert Qrate 28.10.2018 09:21
    Highlight Highlight Nach dem linken Debakel der letzten Jahre ist zu hoffen das sich Brasilien auffangen kann
    • loquito 28.10.2018 12:07
      Highlight Highlight Linken Debakel? Das einzige Debakel war Temers Putsch...
    • Pisti 28.10.2018 15:40
      Highlight Highlight Achja Ioquito ist Brasilien nicht unter der Führung von Dilma Rouseff in eine tiefe Rezession gestürtzt? Dazu noch der massive Anstieg der Kriminalität, gefährlicher ist es nur noch in Venezuela.
    • loquito 28.10.2018 16:01
      Highlight Highlight Hahaha... Gefährlicher als in Venezuela iat ea nur in Mexiko, Haiti, Honduras... Aber das sind alles kapitalistische, neoliberale Länder, deshalb ignorieren. Und Gewalt gibt es in Brasilien historisch wehen der Ungleichheit, welche nur die Linken bis heute reduziert haben...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Daniel Martinelli 28.10.2018 09:08
    Highlight Highlight Es macht mich traurig, wenn ich daran denke was aus dem schönen Land werden wird. Luto Brasil 😢.
    • Lauv 28.10.2018 10:53
      Highlight Highlight Haha, was heißt hier wird? Brasilien ist schon lange am Abgrund. Korruption egal wo man hinschaut, Schere zwischen Reich und Arm wird immer grösser, Arbeitslosigkeit und Kriminalität überall. Ob (der Rechtspopulist) Bolsonaro der richtige für einen Umschwung sein wird, wage ich zu bezweifeln, doch sieht die Bevölkerung in ihrer Not offensichtlich keine Alternative.
  • Tobias K. 28.10.2018 09:06
    Highlight Highlight Die Kritik, dass solche Leute gewählt werden, sollte meiner Meinung nach dem Filz welcher vorher an der Macht war gelten. Was müssen diese Regierungen vorher für Mist gebaut haben, dass die Leute blindlings irgendwelche Typen wie Trump oder in diesem Fall Bolsonaro wählen.
    • rodolofo 28.10.2018 10:10
      Highlight Highlight Alle schimpfen auf die Korruption von "denen da oben" und versuchen gleichzeitig, möglichst viel "schwarz" zu Geschäften und zu verdienen.
      Das alles erinnert mich fatal an Italien...
      Ich glaube, das ist die unangenehme Kehrseite der Südländisch-Grossfamiliären Herzlichkeit:
      Diese Kehrseite von Familie heisst Mafia...
      Das ist eigentlich modernisiertes Stammesverhalten und für die Organisation eines Staatswesens völlig ungeeignet!
      Darum verlangte Jesus damals von seinen Jüngern, dass sie ihre Familien verlassen müssten, damit sie Gott und der Gesellschaft dienen könnten.
      Radikal aber nötig.
  • Majoras Maske 28.10.2018 08:58
    Highlight Highlight Schade für Brasilien und die Natur.
  • Gubbe 28.10.2018 08:51
    Highlight Highlight Obwohl ich ihn nicht kenne und er aufgrund von Zeitungsartikeln nicht mein Typ ist, wünsche ich ihm, sollte er gewählt werden, viel Glück. Dass er einen Wirtschaftsexperten zuzog zeigt mir, dass er nicht so dumm sein kann. Übrigens wenn ich unsere Bundesräte so anschaue was sie so für ein Ressort leiten, auch sie haben Leute die ihnen Weisheiten zubringen.
  • piatnik 28.10.2018 08:50
    Highlight Highlight wieso sollte er dann gewinnen?
    • Anna Landmann 28.10.2018 10:22
      Highlight Highlight Dr sollte nicht, wird aber.
  • chnobli1896 28.10.2018 07:59
    Highlight Highlight würde mich nicht verwundern wenn er gewählt wird und in ein paar jahren ein korruptionsskandal bekannt wird..
  • Linus Luchs 28.10.2018 07:56
    Highlight Highlight Und so nebenbei ebnet Bolsonaro auch den Weg zur Zerstörung des grössten Regenwaldes der Welt, der "Lunge der Erde". Erneut wählen die Menschen einen Mann, dem die Lebensgrundlagen unseres Planeten absolut egal sind. Es scheint, die Menschheit kann nicht anders. Sie ist zu dumm. Sie braucht den ökologischen Zusammenbruch.
    • rodolofo 28.10.2018 09:55
      Highlight Highlight Es ist nicht Dummheit, sondern Kurzsichtigkeit.
      Wir versuchen, Fehler in der Software durch "Überbrückungen" zu beheben, anstatt die ganze fehlerhafte Software wegzuschmeissen und mit einer neuen zu ersetzen.
      Die grösste Angst haben wir vor der kurzen Übergangs-Zeit OHNE Software!
      Bolsonaro ist wieder so ein Überbrückungs-Versuch.
      Er ist Teil eines "Alten Denkens", das von einem starken Retter träumt, anstatt die rettenden Kräfte IN SICH SELBST zu finden.
      Dabei liegt das Gute so nah, wie es sich überhaupt nur befinden kann!
      Vielleicht ist es einfach zu einfach für die "Einfachen Leute"...
    • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 28.10.2018 10:57
      Highlight Highlight Das stimmt absolut, wir sind auf dem besten Weg unser langfristiges Überleben in wenigen hundert Jahren zu zerstören.

      Und zur Wahl, naja, Intelligenz liegt halt eher selten in der Mehrheit.
    • Gubbe 28.10.2018 10:59
      Highlight Highlight Vor der Wahl ist nicht nach der Wahl. Keiner weiss, was er tun wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Roman Loosli 28.10.2018 07:54
    Highlight Highlight Schade das die Menschen solche Typen nicht durschauen. Ist ziemlich offensichtlich das er Brasiliens Elite das land plündern lässt. Wahrscheinlich lässt er nun auch die geschützten Gebiete im Amazonas roden. Es hat schon unter Tremmer begonnen. Wir slle zahlen den Preis wenn wir aus frust und angst rechte dummköpfe wählen...
    • Max Dick 28.10.2018 10:07
      Highlight Highlight Die Elite das Land plündern lassen, ist vorallem das Werk der PT über 14 Jahre lang. Temer ist ein Mitläufer und ein Nichts im ganzen Spiel.
    • b4n4n4j03 28.10.2018 10:08
      Highlight Highlight Ja ich finde es auch schlimm dass wir menschen nicht weiter denken! Wir sind hier in europa nicht besser...
      Zudem fördert unser handeln und unsere wirtschaft die koruption in vielen ländern der erde.
      Wir sollten unser wirtschaftssystem auch überdenken, es kann nicht sein dass konzerne so viel einfluss auf die politik haben und die erde kaputt machen. Meiner meinung nach interessiert es die meisten leute was mit dem planeten passiert. Aber wenn man es einem nicht vor die nase streicht interessiert es einen nicht. Leider sind wir immer noch zu wenig sensibilisiert auf das thema...
    • redeye70 28.10.2018 15:50
      Highlight Highlight Linke Politiker sind nicht per se intelligenter als rechte. Siehe Venezuela. Oder die Sowjetunion.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Anmatipe 28.10.2018 07:37
    Highlight Highlight Was soll man noch sagen? Die Welt ist aus den Fugen...
    • piatnik 28.10.2018 13:32
      Highlight Highlight welche welt? deine?

Wie steht es ums Amazonasgebiet? Die 10 wichtigsten Antworten zu den Waldbränden

Im Amazonasgebiet brennen seit Tagen grosse Flächen Regenwald. Doch was passiert in Brasilien eigentlich? Und werden die Feuer überhaupt bekämpft? Hier die 10 wichtigsten Fragen und Antworten, damit du einen Überblick über die Waldbrände kriegst.

Gewaltige Brände wüten derzeit im Amazonas-Regenwald in Brasilien, Paraguay und Bolivien. Bilder aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zeigen das Ausmass des Waldbrandes. Wie schlimm die Situation tatsächlich ist und was dagegen getan wird, erfährst du hier:

Die Brände wüten nicht nur in Brasilien, sondern auch in anderen Staaten Südamerikas, allen voran Venezuela, Bolivien und Kolumbien.

Gleichwohl liegt das Epizentrum der gegenwärtigen Katastrophe im grössten Staat Südamerikas, namentlich …

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