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U.S. Vice President Joe Biden (R) points to some faces in the crowd with his son Hunter as they walk down Pennsylvania Avenue following the inauguration ceremony of President Barack Obama in Washington, January 20, 2009. Obama became the first black U.S. president on Tuesday and quickly turned the page on the Bush years, urging Americans to rally together to end the worst economic crisis in 70 years and repair the U.S. image abroad.     REUTERS/Carlos Barria (UNITED STATES) - RTR23NYN

Hunter Biden (links) mit seinem Vater, dem US-Vizepräsidenten Joe Biden.  Bild: Reuters

Steilvorlage für Russland

Hunter Biden: Sohn des US-Vizepräsidenten arbeitet für ukrainischen Gaskonzern

Delikate Personalie im Ukraine-Konflikt: Hunter Biden, Sohn des US-Vizepräsidenten, übernimmt eine der Schaltstellen des ukrainischen Gasproduzenten Burisma. Den Hardlinern in Russland liefert sein Engagement eine Steilvorlage für ihre Propaganda.

14.05.14, 15:13 14.05.14, 15:39

Ein Artikel von

Benjamin Bidder, Michael Kröger, Spiegel Online

Aus Sicht des Weissen Hauses ist die berufliche Neuorientierung von Hunter Biden nicht einmal einen Kommentar wert. Erst auf Nachfrage ringt sich Sprecher Jay Carney zu einer knappen Erklärung durch: «Hunter Biden und die anderen Mitglieder der Biden-Familie sind freie Bürger der USA. Ihr berufliches Engagement geht die Regierung ebenso wenig an, wie den Präsidenten oder seinen Stellvertreter.» 

Doch ganz so alltäglich, wie Carney es darstellt, ist die Personalie nicht, die am Dienstag bekannt wurde. Denn der Sohn von Joe Biden heuert bei der Burisma Holding an, einem privaten Gasproduzenten in der Ukraine. Biden ist Rechtsanwalt der New Yorker Grosskanzlei Boies, Schiller & Flexner. Er soll als Cheflobbyist Kontakte zu internationalen Partnern pflegen und sich um rechtliche Angelegenheiten kümmern. 

Biden ist nicht der erste Ausländer in der Firma: Im Aufsichtsrat sitzen mehrere Amerikaner, aber kein einziger Ukrainer. Mit von der Partie ist auch Devon Archer, der einem Bericht des «Wall Street Journal» zufolge ein enger Freund des Stiefsohns von US-Aussenminister John Kerry ist.

20 Milliarden Kubikmeter pro Jahr

Die Ukraine fördert pro Jahr rund 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus eigenen Quellen. Das Land versucht seit Jahren, die Inlandsproduktion zu steigern, um seine Abhängigkeit und damit den Einfluss Russlands zu verringern. Die Erschliessung der Schiefergasreserven soll dazu beitragen. 

Burisma ist nach den Angaben auf der eigenen Webseite erst seit 2002 auf dem ukrainischen Gasmarkt aktiv. Die Firma präsentiert sich zwar als einer der «führenden Gasproduzenten» im Land. Der mit Abstand grösste Gasproduzent in der Ukraine ist jedoch der Staatskonzern Naftogas. Auch unter den grössten privaten Gasförderern tauchte Bidens neuer Arbeitgeber in den vergangenen Jahren nicht auf.

Allerdings scheint das Unternehmen über beste Kontakte zu verfügen. Traditionell dominieren Seilschaften aus Politik und Oligarchen das einträgliche Gasgeschäft in der Ukraine. Burisma mischt dabei offensichtlich gut mit. In den vergangenen Jahren wuchs die Holding durch einige grössere Übernahmen. Für ukrainische Medien ist das Anlass genug, Mutmassungen über die Hintermänner anzustellen: Burisma werde direkt oder indirekt von Expolitikern und Beamten kontrolliert, schreibt die ukrainische Ausgabe des Magazins «Forbes».

Oligarchen im Hintergrund

Nach Recherchen des «Wall Street Journal» ist einer dieser Hintermänner der ukrainische Oligarch Nikolai Zlochewski, der in der Regierung des gestürzten Präsidenten Wiktor Janukowytsch zuletzt als Energieminister fungierte. In dieser Zeit habe sein Unternehmen viele Lizenzen zur Gasförderung erhalten und die Produktion deutlich gesteigert. 

Für die Hardliner in Russland dürfte Bidens Anstellung erneut Argumente liefern, um die USA als Drahtzieher der politischen Verwerfungen in der Ukraine hinzustellen. Staatstreue russische Medien stellen die Maidan-Revolution seit Monaten als von Washington geplanten und bezahlten Putsch dar. Immer wieder ist auch die Rede davon, das Weisse Haus habe ein Auge auf die Schiefergasvorräte der Ukraine geworfen.



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