Heiratsschwindler treibt im Thurgau sein Unwesen
Gegen einen 56-jährigen Deutschen sind im Kanton Thurgau mehrere Anzeigen eingegangen. Sie wurden von Frauen eingereicht, deren Konten er geplündert hatte. Der Betrüger könnte sich im Bodenseeraum neue Opfer suchen, warnt die Thurgauer Kantonspolizei. Der 56-jährige Deutsche sei bereits wegen Betrugs vorbestraft und international zur Fahndung ausgeschrieben, teilte die Thurgauer Kantonspolizei am Montag mit.
Gegen den Mann seien in den letzten Monaten gleich mehrere Anzeigen von Frauen aus dem Kanton Thurgau eingegangen, erklärte Andy Theler, Sprecher der Thurgauer Kantonspolizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Zeitweise habe er mehrere Beziehungen gleichzeitig geführt. «Wir nehme an, dass er weiterhin im Bodenseeraum aktiv sein könnte», so Theler.
Der Betrüger hatte sich unter anderem als Finanzberater einer Schweizer Grossbank ausgegeben, fuhr ein entsprechendes Auto und zeigte sich Frauen gegenüber grosszügig. Er ging Beziehungen ein und versprach eine Heirat. Sobald das Vertrauen der Frauen gewonnen war, bat er sie, ihm ihr Geld für Anlagegeschäfte zu überlassen.
Danach fälschte er Kontoauszüge und täuschte Erfolge im Aktien- und Devisenhandel vor. Von einzelnen Frauen erhielt er sogar Vollmachten für das Bankkonto. Die Gelder leitete er auf eigene Konten ab. Sobald die Frauen misstrauisch wurden, setzte er sich ab.
Mit der gleichen Masche sei der Mann schon in Deutschland aktiv gewesen, erklärte der Sprecher der Kantonspolizei. Bisher trat der Betrüger unter seinem richtigen Namen Reiner H. auf. Möglicherweise nenne er sich aber auch Günther, schreibt die Kantonspolizei. Sie ruft weitere Opfer dazu auf, sich zu melden. (whr/sda)
