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Frühfranzösisch-Nein im Thurgau

Frühfranzösisch: Lehrerpräsident fordert bessere Bedingungen für Sprachunterricht

Kann das Thurgauer Parlament kurzum das Frühfranzösisch abschaffen? Nein, findet der  Lehrerverband, das verstosse gegen den Verfassungsauftrag. 
15.08.2014, 08:1515.08.2014, 08:22
Der Präsident vom Lehrerverband Beat Zemp kritisiert den Entscheid des Thurgauer Parlaments. 
Der Präsident vom Lehrerverband Beat Zemp kritisiert den Entscheid des Thurgauer Parlaments. Bild: KEYSTONE

Der Parlamentsentscheid im Thurgau, wonach an der Primarschule dereinst kein Französisch mehr gelehrt werden soll, verstosse gegen den Verfassungsauftrag und gegen den Entscheid der Erziehungsdirektorenkonferenz. Das hält der Zentralpräsident der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) fest. Er fordert bessere Bedingungen.

«Die Frage der Fremdsprachen auf Primarstufe muss nochmals ernsthaft diskutiert werden», sagte LCH-Zentralpräsident Beat Zemp in einem Interview mit der «Basler Zeitung» vom Freitag. Denn die Bedingungen für zwei Fremdsprachen in der Primarschulen seien bisher nicht gegeben.

Dringende Verbesserungen nötig

«Es braucht dringend Verbesserungen wie mehr Lektionen, angepasste Lehrmittel und einen Unterricht in Halbklassen», sagte Zemp. Deshalb plädiere der Lehrerverband für ein Zweisprachen-Angebot an der Primarschule, das von den Kindern je nach Leistungsvermögen genutzt werden könne.

Zwar stimme es «teilweise», dass Kinder mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule überfordert seien. «Ein generelles Lernverbot auch für leistungsstarke Schüler ist sicher nicht die richtige Lösung.» Zemp sieht dadurch das Gebot der Chancengleichheit in Gefahr.

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Die Ausgangslage sei klar: Die Bundesverfassung halte fest, dass die Ziele der Bildungsstufe harmonisiert werden. Mit seinem Parlamentsentscheid würde der Kanton Thurgau diesen Verfassungsauftrag klar nicht erfüllen. Entweder einige sich die Erziehungsdirektorenkonferenz auf ein gemeinsames Konzept, ansonsten käme der Bund nicht darum herum einzugreifen.

Katone sind gefordert

Wenn die Kantone keinen neuen gemeinsamen Nenner finden, kann der Bundesrat gemäss Verfassung eingreifen. Innenminister Alain Berset hatte im März bereits angekündigt, er werde allenfalls von dieser Kompetenz Gebrauch machen.

Christoph Eymann, Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz EDK und baselstädtischer Erziehungsdirektor, sprach sich jedoch gegen eine Intervention des Bundesrates aus. «Jetzt sind wir, die Kantone, gefordert, eine gemeinsame Lösung zu finden», sagte Eymann am Donnerstag der Nachrichtenagentur sda. «Es wäre sehr unangenehm, wenn wir als Verantwortliche das nicht schaffen würden und der Bund intervenieren müsste.» (rar/sda)

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