Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05518674 People participate in a demonstration demanding the electoral power to announce a date for the recall referendum promoted by opposition to revoke the Venezuelan President Nicolas Maduro, in Caracas, Venezuela,  01 September 2016. The protest named 'Toma de Caracas' is a manifestation convened by the party alliance Mesa de la Unidad Democratica (MUD).  EPA/CRISTIAN HERNANDEZ

Tausende Demonstranten gingen am 1. September auf die Strassen Venezuelas und protestierten gegen Staatschef Nicólas Maduro. Bild: EPA/EFE

Kräftemessen in Venezuela: Opposition und Chavisten demonstrieren



Hunderttausende Menschen haben am Donnerstag in Venezuela für eine zügige Volksabstimmung gegen den sozialistischen Staatschef Nicólas Maduro demonstriert. Bei der «Einnahme von Caracas» blockierten sie am Donnerstag wichtige Strassen der Hauptstadt.

«Mehr als eine Million Menschen haben ein Referendum in diesem Jahr gefordert, um Schluss zu machen mit dem Mangel, der Inflation, der Unsicherheit und der politischen Verfolgung», sagte der oppositionelle Bürgermeister des Hauptstadtbezirks El Hatillo, David Smolansky.

Das Oppositionsbündnis MUD berichtete, Sicherheitskräfte hätten Tränengas auf Demonstranten gefeuert. Ausserdem hätten Regierungsanhänger den Protestzug infiltriert, um zu provozieren und Unruhe zu stiften.

Für die Freiheit auf der Strasse: Zehntausende Venezolaner demonstrieren in Caracas

«Tausende Venezolaner gehen für die Freiheit auf die Strasse», sagte die Frau des inhaftierten Oppositionsführers Leopoldo López, Lilian Tintori. Die Bürgermeisterin von San Cristóbal und Ehefrau des inhaftierten Oppositionellen Daniel Ceballos, Patricia Ceballos, sagte: «Die Regierung sät Angst und bereichert sich, während das Volk Hunger leidet.»

Die Wahlbehörde hatte den Termin für die zweite Unterschriftensammlung für den Volksentscheid gegen Maduro zuletzt auf Ende Oktober festgelegt. Der Opposition ist das zu spät, denn damit könnte die Regierung das Referendum bis ins kommende Jahr hinauszögern. Dann würden laut Verfassung die Sozialisten selbst bei einer Niederlage des Präsidenten an der Macht bleiben.

epa05518655 People participate in a demonstration  demanding the electoral power to announce a date for the recall referendum promoted by opposition to revoke the Venezuelan President Nicolas Maduro, in Caracas, Venezuela,  01 September 2016. The protest named 'Toma de Caracas' is a manifestation convened by the party alliance Mesa de la Unidad Democratica (MUD).  EPA/CRISTIAN HERNÁNDEZ

«Tausende Venezolaner gehen für die Freiheit auf die Strasse», sagte die Frau des inhaftierten Oppositionsführers Leopoldo López, Lilian Tintori. Bild: EPA/EFE

Erbe gefährdet

Auch Tausende Regierungsanhänger gingen zur Unterstützung Maduros auf die Strasse. «Unsere Partei wird diese Rechten friedlich schlagen, unser Sieg wird der Frieden sein», sagte Freddy Bernal von der sozialistischen Partei Venezuelas. Die sogenannten Chavisten sehen durch die Proteste der Opposition das Erbe und die sozialen Errungenschaften des gestorbenen Präsidenten Hugo Chávez gefährdet.

Maduro warf der Opposition vor, die Bürger zur Gewalt anzustacheln. Der Staatschef beschuldigte den oppositionellen Parlamentspräsidenten Henry Ramos Allup, «Hass, Vergeltung, Faschismus und Gewalt zu fördern».

Er werde die Immunität der Abgeordneten des von der Opposition kontrollierten Parlaments per Dekret aufheben, kündigte er bei der Kundgebung der Sozialisten am Donnerstag an. «Ich bin entschlossen, das Vaterland und die Souveränität des venezolanischen Volkes mit allen Mitteln zu verteidigen.»

Journalisten abgewiesen

Venezuela hat mehrere internationale Journalisten abgewiesen, die über den Protesttag gegen die Regierung berichten wollten. Die französische Zeitung «Le Monde» protestierte am Donnerstag in Paris gegen die Ausweisung ihrer Korrespondentin aus dem südamerikanischen Land. Auch Journalisten aus den USA und Kolumbien sowie ein Fernsehteam von Al-Dschasira waren betroffen.

Venezuela ist tief gespalten: Seit dem Sieg der Opposition bei den Parlamentswahlen Ende vergangenen Jahres streiten sich Regierung und Volksversammlung. Zudem leidet das Land seit Monaten unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. In den Supermärkten fehlt es an Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs. (sda/dpa/afp)

epa05518675 People participate in a demonstration demanding the electoral power to announce a date for the recall referendum promoted by opposition to revoke the Venezuelan President Nicolas Maduro, in Caracas, Venezuela,  01 September 2016. The protest named 'Toma de Caracas' is a manifestation convened by the party alliance Mesa de la Unidad Democratica (MUD).  EPA/CRISTIAN HERNANDEZ

Auch Tausende Regierungsanhänger gingen zur Unterstützung Maduros auf die Strasse. Bild: EPA/EFE

Auch Regierungsanhänger demonstrieren

Auch Tausende Regierungsanhänger gingen zur Unterstützung Maduros auf die Strasse. Beobachter befürchteten gewaltsame Ausschreitungen. Die Regierung verlegte 10'000 zusätzliche Sicherheitskräfte in die Hauptstadt. «Wir wollen nicht, dass die Gewalt siegt. Wir setzen auf den Frieden, auf die Rationalität», sagte der sozialistische Fraktionschef Héctor Rodríguez.

Das Oppositionsbündnis MUD berichtete, Sicherheitskräfte hätten in Caracas Tränengas auf Demonstranten gefeuert. Maduro warf der Opposition vor, die Bürger zur Gewalt anzustacheln. Der Staatschef beschuldigte den oppositionellen Parlamentspräsidenten Henry Ramos Allup, «Hass, Vergeltung, Faschismus und Gewalt zu fördern».

Dies werde seine Regierung nicht dulden, warnte Maduro. Er werde den Obersten Gerichtshof ersuchen, die Immunität der Abgeordneten des von der Opposition kontrollierten Parlaments aufzuheben.

Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, Sicherheitskräfte hätten wichtige Strassen nach Caracas blockiert oder Kontrollpunkte eingerichtet. Es komme zu langen Staus.

Auch Regierungsanhänger demonstrieren

Venezuela hat mehrere internationale Journalisten abgewiesen, die über den Protesttag gegen die Regierung berichten wollten. Die französische Zeitung «Le Monde» protestierte am Donnerstag in Paris gegen die Ausweisung ihrer Korrespondentin aus dem südamerikanischen Land. Auch Journalisten aus den USA und Kolumbien sowie ein Fernsehteam von Al-Dschasira waren betroffen

Venezuela ist tief gespalten: Seit dem Sieg der Opposition bei den Parlamentswahlen Ende vergangenen Jahres streiten sich Regierung und Volksversammlung. Zudem leidet das Land seit Monaten unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. In den Supermärkten fehlt es an Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs. (sda/dpa/afp)

Tote und Verletzte bei vergangenen Protesten in Venezuela

Venezuela am Abgrund

Söldner für Maduro? Oder Gold ins Ausland? Rätsel um russische Maschine in Venezuela

Link zum Artikel

Maduro dürfte sich freuen: Lima-Gruppe «gegen militärische Intervention in Venezuela»

Link zum Artikel

Krisenstaat Venezuela – «Die schnelle Unterstützung der USA ist eher kontraproduktiv»

Link zum Artikel

USA ziehen Diplomaten aus Venezuela ab – und rufen US-Bürger zur Ausreise auf

Link zum Artikel

Rassismus-Vorwürfe in der Bundesliga

Link zum Artikel

So erlebt ein Berner die Hölle von Caracas

Link zum Artikel

Lenkt Maduro ein? – Venezuela steht Kraftprobe bevor

Link zum Artikel

Im Land der zwei Präsidenten: Venezuela zwischen Hoffnung und Sorge

Link zum Artikel

Neuer Präsident? Das Militär sagt No – 6 Dinge, die du zum Chaos in Venezuela wissen musst

Link zum Artikel

Juan Guaidó erklärt sich zum Staatschef Venezuelas – Maduro bricht Beziehungen zu USA ab

Link zum Artikel

Die Venezuela-Krise – erzählt in 16 Bildern

Link zum Artikel

US-Militäreinsatz in Venezuela? Oder: Warum man vertrauliche Notizen besser verdeckt

Link zum Artikel

Machdemonstration in Venezuela: Maduro zeigt sich bei Armeeübung

Link zum Artikel

Motorradgangs, Drogendealer, korrupte Militärs – wer Maduro die Macht (noch) sichert

Link zum Artikel

McDonald's muss Big Macs in Venezuela von Speisekarte streichen

Link zum Artikel

Kein Coca-Cola, kein Bier mehr: Das ist nur die Spitze der Krise in Venezuela

Link zum Artikel

Über 100'000 Venezolaner überqueren für Einkauf Grenze zu Kolumbien

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter