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Burkina Faso: Ex-Post-Chef Jean-Noël Rey bei Angriffen in Ouagadougou getötet



Der ehemalige Post-Direktor Jean-Noël Rey und ein ehemaliger Walliser Kantonsparlamentarier sind bei den Anschlägen in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou getötet worden. Die beiden Männer wollten in Burkina Faso eine Schulkantine eröffnen.

Rey und der Walliser Politiker Georgie Lamon befanden sich im Restaurant «Cappuccino», wo sie getötet wurden. «Es ist tragisch. Sie hatten viel für dieses Land getan», sagte Daniel Bagnoud, Gemeindepräsident von Lens VS sowie Neffe von Lamon und Patenkind von Rey. Er bestätigte eine Information , die auf der Website der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» veröffentlicht wurde.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte am Samstagabend den Tod von zwei Schweizern, die sich im Restaurant «Cappuccino» befanden. Aussenminister Didier Burkhalter verurteilte die Anschläge aufs Schärfste und sprach den Angehörigen der Opfer sein tiefes Beileid aus, wie das EDA am Samstagabend weiter mitteilte.

Das EDA steht im Kontakt mit den Angehörigen der Opfer und unterstützt sie im Rahmen des konsularischen Schutzes. Aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes machte das EDA keine näheren Angaben zur Identität der Getöteten.

29 Tote

Bei den Terroranschlägen wurden am Samstag insgesamt 29 Menschen getötet. Rund 30 Menschen wurden verletzt, wie Premierminister Paul Kaba Thiéba am Samstag nach einer Krisensitzung des Kabinetts erklärte. Zu der Attacke bekannte sich die Extremistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi).

Die Attentäter waren am Freitagabend in das vor allem von Ausländern gebuchte Hotel «Splendid» und das nahe gelegene Restaurant «Cappuccino» gestürmt. Sie nahmen mehr als hundert Menschen als Geiseln.

Am frühen Samstagmorgen wurden Hotel und Restaurant von Sicherheitskreisen gestürmt. Im Hotel brach ein Feuer aus, erst am späten Vormittag war die Erstürmung beendet.

Dabei wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen auch vier der Angreifer, darunter zwei Frauen, getötet. Die Suche nach geflüchteten Extremisten, die offenbar auch in ein zweites Hotel eindrangen, wurde zunächst fortgesetzt.

Nach Angaben von Innenminister Simon Compaoré wurden im Laufe der Nacht 126 Menschen aus der Gewalt der Dschihadisten befreit. Unter den Geretteten war auch Arbeitsminister Clément Sawadogo, der zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Hotel war. Er blieb unverletzt.

Hilfe aus Frankreich

An der Erstürmung waren auch französische Spezialkräfte beteiligt, wie der Elysée-Palast in Paris mitteilte. Präsident François Hollande verurteilte den «feigen» Anschlag und sicherte seinem burkinischen Kollegen Roch Marc Christian Kaboré volle Unterstützung zu.

Das auf die Überwachung von islamistischen Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen Site berichtete, Aqmi habe sich im Internet zu dem Angriff bekannt. Dieser sei von der Untergruppe Al-Mourabitoun um den Dschihadisten-Anführer Mokhtar Belmokhtar ausgeführt worden.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete zu Beginn der Attacke drei bewaffnete Männer mit Turbanen. Laut Innenminister Compaoré handelte es sich um einen Araber und zwei Schwarzafrikaner.

Noch am frühen Morgen wurde im «Cappucino» gegenüber des Hotels gekämpft. Auf der Terrasse hätten Rettungskräfte «ein Dutzend Leichen» gesehen, sagte Compaoré.

Ein Hotelangestellter, der durch ein zerborstenes Fenster fliehen konnte, berichtete: «Es war schrecklich, die Leute lagen auf dem Boden, überall war Blut. Wir hörten die Angreifer, sie schossen auf diejenigen, die noch nicht tot waren.» (sda/afp/dpa)

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