Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Angriff auf Pub in Schweden: Zwei Tote und mehr als 10 Verletzte



People place flowers at the scene, in Goteborg, Sweden, Thursday, March 19, 2015, a day after a shooting incident. Several people were shot inside a restaurant in the city of Goteborg late Wednesday and at least two of them have died, Swedish police said. Police said in a statement that an automatic weapon is believed to have been used in the shooting. They had no details on any suspects but said several people had been brought in for questioning. (AP Photo/Adam Ihse/TT News Agency) SWEDEN OUT

Blumen und Kerzen am Tatort: Die Betroffenheit in der zweitgrössten Stadt Schwedens ist gross. Bild: AP/TT News Agency

Bei einem mutmasslichen Racheakt zwischen rivalisierenden Banden haben Bewaffnete im schwedischen Göteborg zwei Menschen getötet und rund ein Dutzend weitere verletzt. Zwei vermummte Männer eröffneten am Mittwochabend in einem Pub im Stadtteil Biskopsgarden mit Automatikwaffen das Feuer. Die Täter seien geflohen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Sie ging von einem Streit im kriminellen Milieu aus.

Bei den Todesopfern handelt es sich demnach um zwei Männer im Alter von 20 und 25 Jahren. Die Opferzahl könne aber noch steigen, sagte Polizeisprecher Björ Blixter. 10 bis 15 weitere Menschen seien verletzt worden, bis zu vier davon schwer. Das Göteborger Sahlgrenska-Universitätsspital behandelte nach eigenen Angaben acht Verletzte. Einer der Patienten habe lebensgefährliche Verletzungen erlitten, zwei andere seien in einem ernsten, aber stabilen Zustand, hiess es.

Auf Köpfe gezielt

Ein Augenzeuge berichtete der Zeitung «Aftonbladet», zwei bewaffnete Angreifer hätten den Pub gestürmt und dann das Feuer eröffnet, als die Gäste gerade ein Fussballspiel im Fernsehen schauten. Ein Mitarbeiter der Kneipe sagte der Zeitung, die Angreifer hätten direkt auf die Köpfe der Gäste gezielt. Einer der Angreifer sei in der Tür stehen geblieben, um eine Flucht zu verhindern.

Ein anderer Zeuge namens «Rocky» sagte dem Radiosender SVT, die Schiesserei sei schnell vorbei gewesen. «Ich hatte nicht mal Zeit, darüber nachzudenken, was passierte», sagte er. «Dann sah ich, dass mein Freund blutete. Ich versuchte, die Blutung so gut wie möglich mit meinen Händen zu stoppen.»

Die Polizei leitete eine Fahndung nach den Tätern ein. Die Ermittler schlossen einen terroristischen Hintergrund aus. Wahrscheinlich habe es sich um einen Streit zwischen rivalisierenden Banden gehandelt. Damit habe es in den vergangenen Jahren in der Gegend Probleme gegeben – «aber nicht in diesem Ausmass.»

«Extreme Gewalt»

Der Pub liegt im Stadtteil Biskopsgarden, einem Viertel mit grossem Ausländeranteil und einer hohen Arbeitslosenquote, wo es immer wieder Schiessereien gibt. Der Stadtteil war 2010 der erste in Schweden, der Überwachungskameras installierte – laut der Zeitung «Expressen» gibt es jedoch keine an dem Platz, an dem sich der Pub befindet.

Polizeichef Klas Friberg sagte bei einer Pressekonferenz, viele Mitglieder krimineller Banden in Göteborg seien bereit, «extreme Gewalt anzuwenden». «Es ist kein Geheimnis, dass es in Göteborg zahlreiche Konflikte zwischen den verschiedenen kriminellen Banden gibt, die sich um die Vorherrschaft im kriminellen Milieu streiten.»

Göteborg, die an der Westküste des Landes gelegene zweitgrösste Stadt Schwedens, zählt rund 550'000 Einwohner. Auch das benachbarte Dänemark hat Probleme mit kriminellen Banden wie den Rockerclubs Hells Angels und Bandidos. Bei einem Bandenstreit in einem Einkaufszentrum nahe Kopenhagen waren erst am Mitwoch drei Menschen durch Schüsse oder Messerstiche verletzt worden. (wst/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter