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Sänger Johnny Hallyday ist tot: Der Rocker à la française



Er füllte ganze Stadien, gehörte zu Frankreichs Musikikonen und lebte als Steuerflüchtling vorübergehend in der Schweiz: Nun ist der Rocksänger Johnny Hallyday, den seine Fans nur bei seinem Vornamen nannten, im Alter von 74 Jahren in der Nacht zum Mittwoch gestorben.

Hallyday hat in seiner über 50-jährigen Karriere so viel Goldene und Silberne Schallplatten bekommen wie kaum einer seiner Landsleute. Der Nachwelt hinterlässt er mehr als 100 Millionen Tonträger und Ohrwürmer wie «Ma gueule», und «Oh, ma jolie Sarah».

Der 74-jährige starb an den Folgen einer Krebserkrankung, wie die Agentur AFP unter Beruufung auf eine Mitteilung seiner Frau Laeticia berichtete. «Johnny Hallyday ist gegangen. Ich schreibe diese Worte ohne sie zu glauben», hiess es darin.

Hallyday hat in den 60er-Jahren den Rock 'n' Roll nach Frankreich gebracht. Dabei hat er ihn auf eine sehr persönliche Weise interpretiert und ihn im Laufe seiner Karriere mit Country, Hip-Hop und Techno unterlegt.

Unverkennbare Reibeisenstimme

Mit seiner Reibeisenstimme hat er sich ein Vermögen ersungen. «In Frankreich ist Hallyday unerreichbar», erklärte auch der Frontmann der britischen Rockgruppe The Rolling Stones, Mick Jagger.

Der Sänger, mit bürgerlichem Namen Jean-Philippe Smet, wurde als Sohn eines belgischen Schauspielers, Sängers und Tänzers in Paris geboren, der die Familie verliess, als er noch ein Kleinkind war. Weil die Mutter arbeitete, wuchs er bei ihrer Schwester auf, die mit ihren Töchtern und dem knapp einjährigen Johnny ab 1944 als «The Hallydays» auf Tanztournee ging.

Zehn-Millionen-Chalet in der Schweiz

Im Jahr 2006 versuchte er die belgische Staatsbürgerschaft zu bekommen, um Steuern zu sparen. Als das nicht klappte, verlegte er seinen Wohnsitz nach Gstaad BE - vorübergehend. 2013 verlegte Hallyday seinen Wohnsitz in die USA, kehrte aber für Festtage mit seiner Familie ins Berner Oberland zurück. 2015 schrieb er sein Chalet für knapp zehn Millionen Franken zum Verkauf aus.

Hallyday beteuerte, er käme wieder nach Frankreich zurück, sobald sich die Steuergesetzgebung bessern würde. Zu jener Zeit war Jacques Chirac Staatspräsident, ein Fan von Johnny, mit dem er regelmässig dinierte. Auch Ex-Präsident Nicolas Sarkozy ist ein Freund des Sängers.

Schauspieler und Skandale

Als Vorbilder dienten Hallyday der US-amerikanische Rock 'n' Roll und Elvis Presley, der stets sein Idol blieb. So wie Elvis leistete auch er seinen Wehrdienst in Deutschland ab und nahm dort einige seiner erfolgreichsten Rock-'n'-Roll-Platten auf, darunter «Ja, der Elefant» und «Mein Leben fängt erst richtig an».

Parallel zu seiner Karriere als Musiker baute Hallyday an seiner Schauspielerlaufbahn. Er drehte unter anderem mit Jean-Luc Godard, Costa-Gavras, Patrice Leconte und Claude Lelouch. Im deutschen Fernsehen war der Franzose auch in dem Krimi «David Lansky» zu sehen.

Drogen, Steuerflucht, mehrere Scheidungen, Alkohol, und Vorwurf von Vergewaltigung: Hallyday hat nicht immer für positive Schlagzeilen gesorgt. Seiner Beliebtheit haben sie jedoch nie geschadet, denn Hallyday verkörperte den Traum von Freiheit und den Erfolg des kleinen Mannes. (sda/afp/dpa)

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